1. FC Nürnberg – Fortuna Düsseldorf 2 : 0

Die Anzeigetafel lügt nicht. Am Ende blieben alle drei Punkte im Frankenland. Foto: oepb

Die Anzeigetafel lügt nicht. Am Ende blieben alle drei Punkte im Frankenland. Foto: oepb

11. Dezember 2012

Ein Duell auf Augenhöhe, wie dies zu Neu-Deutsch nun so schön heißt, stand am vergangenen Samstag im Frankenland an. Der 1. FC Nürnberg, aktuell 14. in der höchsten Deutschen Spielklasse, lud zum Duell gegen den rheinländischen Aufsteiger aus Düsseldorf, die Fortuna, die vor dem 16. Spieltag der Saison 2012/13 an 13. Position der Tabelle stationiert war. Die Bilanz der Nürnberger gegen die Fortuna in der Bundesliga ist durchwegs positiv: von 22 Spielen wurden gleich 11 gewonnen, lediglich 4 verloren und 7 Mal trennte man sich Unentschieden. Die Bilanz zu Hause ist noch besser: von 11 Spielen wurden gleich 10 erfolgreich bestritten und nur einmal teilte man die Punkte. Anhand des letzten Aufeinandertreffens allerdings im seinerzeitigen Frankenstadion in der 2. Bundesliga am Sonntag, 23. November 1997 behielt die Fortuna mit 1 : 0 die Oberhand.

Anstoss für den Club zur 1. Spielhälfte. Foto: oepb

Anstoss für den Club zur 1. Spielhälfte. Foto: oepb

Wie dem auch sei, so stand man sich seit ewigen Zeiten und dem 1. August 1999 wieder einmal gegenüber. Fortuna wies im heimischen Rheinstadion den 1. FCN anhand des DFB-Pokals/1. Runde mit 2 : 0 in die Schranken. Viel Zeit und noch mehr Wasser floss den Rhein entlang, ehe man aus der Hauptstadt Nordrheinwestfalens wieder einmal gen Frankenland düsen konnte. Und da viele Fortunen noch nie in Nürnberg – berühmt für seine Bratwürste, den Lebkuchen, sowie den wunderschönen mittelalterlichen Stadtkern innerhalb der Burg – zugegen waren, verfuhr sich auch gleich der Mannschaftsbus am Tag der Anreise.

Dieter Hecking, Trainer des 1. FC Nürnberg, musste sich vor dem Hinrundenfinale aufgrund eines Knorpelschadens im linken Knie einer Operation unterziehen. Das Mannschaftstraining vor dem Fortuna-Spiel leiteten demnach die Herren Dirk Bremser, Armin Reutershahn und Adam Matysek, sehr erfolgreich, wie sich nach Spielende herausstellen sollte.

Jedoch der Reihe nach:

Ein Bundesligaspiel in Deutschland läuft meist nach dem gleichen Procedere ab. Bereits am Vortag bevölkern Fan-Teile des Gastvereins die örtliche Innenstadt, kurbeln die Umsätze in der Wirtschaft an und nächtigen dann vor Ort. Tags darauf dreht sich alles um den Spieltag. Menschenmassen flitzen aus allen Himmelsrichtungen an den Ort des Geschehens. Die Züge der Deutschen Bahn sind voll, ebenso die S-Bahnen und lokalen Autobus-Linien, als auch die Zufahrtsstraßen der Stadtautobahn. Deutschland lebt den Fußball, daran hat sich nichts geändert. Vereinstreue wird GROSS geschrieben und trotz Hartz 4 lässt man es sich nicht nehmen, sein Team – egal wo in der Republik – lautstark und farbenfroh zu unterstützen.

"Das Schweigen der Ultras" zog durchs Land und lieferte weder Lärm noch Wirbel für 12 Minuten 12 Sekunden aus Kehle und Hand. Foto: oepb

“Das Schweigen der Ultras” zog durchs Land und lieferte weder Lärm noch Wirbel für 12 Minuten 12 Sekunden aus Kehle und Hand. Foto: oepb

So auch an diesem Wochenende. Bereits am Freitag Nachmittag wurde ein reges Fan-Aufkommen in der Nürnberger Innenstadt und am weltberühmten Christkindlesmarkt vernommen. Viele Fortunen waren bereits anwesend und bevölkerten fröhlich die Nürnberger Innenstadt. Tags darauf, um 15.30 Uhr erfolgte der Anpfiff, begann es bereits am Vormittag zu Kribbeln. Die Fan-Buden und Futter-Stände öffneten zeitig, mit Bratwürsten, Bier und diversen Fan-Devotionalien eingedeckt pilgerten die Besucher in Richtung easy-Credit-Stadion, wie das ehemalige Städtische Stadion zu Nürnberg, spätere Frankenstadion, nun heißt. Und als die Tore dann um 13.30 Uhr geöffnet wurden, strömten zahlreiche farbenfrohe Stadion-Pilger zum Spiel. Der Club, wie der 1. FC Nürnberg von seinen Fans und Freunden auch liebevoll genannt wird, verfügt über einen Schnitt von 42.315 Besuchern pro Spiel, der Aufsteiger aus Düsseldorf verzeichnet im Rheinland sogar einen Zuspruch von 44.710 Menschen pro Heimspiel. Länderspielkulisse demnach an jedem Spieltag.

Es ist wohl auf das winterliche Wetter zurückzuführen, dass zu dieser Begegnung nur 37.041 Besucher gekommen waren. Die sahen allerdings ihren Club die Punkte 17, 18 und 19 erfolgreich einheimsen.

 Reinhold Hintermaier, aus dem oberösterreichischen Altheim, zählt auch heute noch zu den einstigen Publikums-Lieblingen des Clubs. Foto: oepb

Reinhold Hintermaier, aus dem oberösterreichischen Altheim stammend und beim SK VÖEST Linz groß geworden, zählt auch heute noch zu den einstigen Publikums-Lieblingen des Clubs. Seine Freistösse waren gefürchtet und Hintermaier besaß die seltene Gabe, Eckbälle direkt zu verwandeln. Foto: oepb

Die ersten 12 Minuten war es grabesstill im weiten Rund. Die Kurven und Ultras sämtlicher Vereine der höchsten beiden Spielklassen formierten sich und agierten bundesweit anhand der letzten beiden Spieltage kollektiv still, um auf ihre, wie sie meinen, Wünsche und Anregungen hinzuweisen. Die DFL/Deutsche Fußball-Liga verabschiedet am 12. Dezember 2012 neue Fan-Richtlinien. Die Anhänger sind damit nicht einverstanden. Man ist für die Beibehaltung der Stehplätze, Legalisierung von Pyrotechnik und noch einige andere Dinge mehr. Die DFL wiederum setzt sich gegen Diskriminierung, Extremismus und Rassismus, sowie gegen Gewalt am Fußballplatz ein. Der morgige 12.12.12 wird demnach bundesweit mit Spannung erwartet.

Als das Spiel in der 12 Minute und 12 Sekunde stand, wurde es dann endlich laut im Oval und die Ultras Nürnberg und jene aus Düsseldorf sorgten mit Choreografien und Stimmung dafür, dass das Erlebnis Fußballplatz erneut offenkundig wurde.

Das Spiel selbst war eine durchschnittliche Partie in der Deutschen Bundesliga. Es fiel auf, dass der Aufsteiger aus Düsseldorf mit dem tiefen Terrain besser zurecht kam und technisch den ansehnlicheren Fußball bot. Nürnberg wiederum tat das Allernötigste, um gegen den Aufsteiger nicht auf die Verlierstraße zu gelangen und die Punkte im Frankenland zu behalten. Herausgekommen ist ein 2 : 0-Heimsieg, der durchaus auch andersrum enden hätte können. Der Club ging durch Sebastian Polter in der 27. Minute mit 1 : 0 in Führung. Vorausgegangen war ein Abwehrfehler der Fortunen. Markus Feulner passt von den Ball von der rechten Seite scharf zur Mitte und die Nürnberger Nr. 8 – Polter – verwertet trocken. Kurz darauf der erste Eckball für den FCN. Fabian Giefer im Düsseldorfer Gehäuse fischt jedoch das Leder geschickt aus dem Kreuzeck. Die Fortuna hält dagegen, sucht ihr Heil in der Offensive und versteckt sich nicht. Bis zur Halbzeit kommt jedoch nichts mehr dabei heraus.

1. FCN-Presse-Lady Katharina Wildermuth und Norbert Meier, Fortuna Düsseldorf-Trainer. Foto: oepb

1. FCN-Presse-Lady Katharina Wildermuth und Norbert Meier, Fortuna Düsseldorf-Trainer. Foto: oepb

Nach Wiederbeginn agiert erneut Düsseldorf. Man ist mehr in Ballbesitz, tut noch mehr für das Spiel und drängt auf den Ausgleich. Chance um Chance wird herausgespielt, teilweise aber auch stümperhaft vergeben. Eine so genannte 100prozentige Möglichkeit verhaut Alexander Bellinghausen in der 70. Minute. Völlig frei kommt der Fortune vor dem Club-Tor zum Schuss, vermag jedoch die kurze Distanz zum Tor und Ausgleich nicht nützen. Das Spiel plätscherte dann vorweihnachtlich gemächlich vor sich hin, ehe es in den letzten fünf Minuten noch einmal in Fahrt kam. Die Begegnung wog hin und her du beide Torhüter mussten ihr gesamtes Können aufbieten. Tomas Pekhart löste sich beispielsweise von links elegant, seinen herrlichen Pass konnte Feulner freistehend aus wenigen Metern Entfernung nicht im Fortuna-Kasten unterbringen. Kurz darauf, in der Nachspielzeit, dann das 2 : 0. Markus Feulner wuchtete einen Ball aus 25 Metern zum erlösenden zweiten Tor in die Maschen. Aus, Ende, vorbei – Fortuna geschlagen. Der Aufsteiger stand nach einer ordentlichen Partie mit leeren Händen da, der Club wiederum feierte mit den Anhängern in der Nordkurve ausgelassen die drei Punkte.

Stimmen zum Spiel::

Nachdenklich aber zufrieden war Dieter Hecking, Trainer des 1. FC Nürnberg. Foto: oepb

Nachdenklich aber zufrieden war Dieter Hecking, Trainer des 1. FC Nürnberg. Foto: oepb

Norbert Meier (Fortuna Düsseldorf-Trainer): „Meinen Glückwunsch an die Nürnberger. Sie haben letztendlich verdient gewonnen, weil sie galliger in die Zweikämpfe gegangen sind und effektiver im Abschluss waren. Wir konnten zwar in der zweiten Spielhälfte mehr Druck aufbauen, jedoch durch Bellinghausen leider nicht den Ausgleich erzielen. Wer im Rückstand liegt und seine Deckung vernachlässigt, eröffnet dem Gegner automatisch Kontermöglichkeiten. Aus eben dieser fiel das 2 : 0 in der Nachspielzeit. Wir wollten hier etwas mitnehmen, wissen aber auch, dass wir Aufsteiger sind und der Club ein gestandenes Team in der Bundesliga. Wir werden weiter an uns arbeiten und auch vermehrt den Torabschluss üben. Daran sind wir heute gescheitert.“großes Lob und Danke an meine Assistenten. Sie haben während meiner Abwesenheit ausgezeichnete Arbeit geleistet.“

 

www.fcn.de

www.bundesliga.de

www.fortuna-duesseldorf.de

 

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