Zoo Wien erwartet Orang-Utan-Nachwuchs

Orang-Utan-Weibchen Sol - in freudiger Erwartung. Foto: Daniel Zupanc

Orang-Utan-Weibchen Sol – in freudiger Erwartung. Foto: Daniel Zupanc

Das Bäuchlein ist kaum zu übersehen: Das Orang-Utan-Weibchen Sol im Wiener Tiergarten Schönbrunn ist trächtig. Nun heißt es sämtliche Daumen zu drücken, dass alles gut geht. Für den Tiergarten wäre es der erste Nachwuchs bei diesen bedrohten Menschenaffen seit dem Jungtier Maya im Jahr 2004. „Regelmäßige Ultraschall-Untersuchungen durch unsere Tierärzte bestätigen, dass sich das Kleine gut entwickelt und der Herzschlag kräftig ist!“, freut sich die Tiergartendirektorin Dr. Dagmar Schratter. Der Fötus ist schon vollständig entwickelt, jetzt muss er nur noch wachsen. Das Geschlecht war noch nicht erkennbar.

Ende Juli 2016 haben sich Sol und das Männchen Vladimir gepaart. Die Tragzeit bei Orang-Utans beträgt rund neun Monate. Mit der Geburt wäre also im März 2017 zu rechnen. Dagmar Schratter weiter: „Sol geht es gut. Sie verhält sich nicht wirklich anders, außer dass sie tagsüber jetzt ganz gerne ein Nickerchen macht.“ Das Orang-Utan-Weibchen wurde am 4. Juni 1996 im Borås Zoo in Schweden geboren. Als 2009 im Tiergarten die ORANG.erie eröffnet wurde, kam Sol nach Wien und zog in das neue Orang-Utan-Gehege ein. Für sie wäre es die erste Aufzucht eines Jungtieres. Im Jahr 2012 hatte sie eine Totgeburt, was bei Erstgebärenden leider häufig vorkommt.

Regelmäßig stattfindende Untersuchungen durch die Tierärzte bestätigen, dass sich der Nachwuchs sehr gut entwickelt. Foto: Tiergarten Schönbrunn

Regelmäßig stattfindende Untersuchungen durch die Tierärzte bestätigen, dass sich der Nachwuchs sehr gut entwickelt. Foto: Tiergarten Schönbrunn

Orang-Utans, deren malaiischer Name „Waldmensch“ bedeutet, sind nur noch auf Borneo und Sumatra heimisch. Im Tiergarten leben Borneo Orang-Utans. Beide Arten werden von der Weltnaturschutzorganisation IUCN als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft. Durch die Zerstörung des Regenwaldes geht ihr Lebensraum verloren. Weiters werden die Tiere gejagt – ihres Fleisches wegen und auch, um Jungtiere für den illegalen Handel zu fangen. Der Tiergarten Schönbrunn beteiligt sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für diese hochbedrohte Tierart.

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