Seit 1977 / Glasrecycling in Österreich

Es klingt genau genommen unglaublich und ist dennoch wahr ­ seit 1977 bereits landen Glasflaschen in Österreich in den dafür aufgestellten Containern. Foto: AGR

Es klingt genau genommen unglaublich und ist dennoch wahr ­ seit 1977 bereits landen Glasflaschen in Österreich in den dafür aufgestellten Containern. Foto: AGR

Beinahe ist es Tradition: Austria Glas Recycling / kurz AGR erhält den Austrian Sustainability Reporting Award / kurz ASRA*. Der Bericht 2016 „Saubere Sache“ wurde mit dem begehrten Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Es ist der 10. ASRA für die AGR. Selbstverständlich ist es keine Tradition, keine regelmäßige Selbstverständlichkeit. Vielmehr ist die Auszeichnung ein Ergebnis zielgerichteter, professioneller, jahrzehntelanger Arbeit – geleistet von den Partnerunternehmen der AGR, den Akteuren in den Kommunen, den Teams von AGR und ARA, kurzum von allen, die für das österreichische Glasrecyclingsystem tätig sind.

 

* Österreichs Nachhaltigkeitspreis ASRA

Der ASRA wird seit 17 Jahren für die jeweils besten Nachhaltigkeitsberichte in verschiedenen Kategorien verliehen. Getragen wird der Award von der Kammer der Wirtschaftstreuhänder gemeinsam mit dem Institut Österreichischer Wirtschaftsprüfer und weiteren Kooperationspartnern.

www.kwt.or.at

Seit 197740 Jahre Glasrecyclingsystem in Österreich

AGR Geschäftsführer Dr. Harald Hauke. Foto: Austria Glas Recycling/Wolfgang Fürst

AGR Geschäftsführer Dr. Harald Hauke. Foto: Austria Glas Recycling/Wolfgang Fürst

Die hohe Qualität der Nachhaltigkeitsberichte ist Spiegelbild der hohen Leistungsqualität, die in den vergangenen 40 Jahren aufgebaut und kontinuierlich weiterentwickelt wurde. Der Award ist Ansporn, die Qualität auf allen Ebenen hoch zu halten und in wirtschaftlich und ökologisch adäquatem Maße zu steigern. Das Nachhaltigkeits- und Umweltmanagementsystem unterstützt dabei, die richtigen Maßnahmen zu setzen und kostenorientiert zu agieren – damit sich Österreichs Bürger und Unternehmer auch in Zukunft auf ihr Glasrecyclingsystem verlassen können. Und damit Österreichs Volkswirtschaft auf circular economy bauen und trotz Ressourcenarmut und weltweiter Ressourcenverknappung Wohlstand ermöglichen kann.

In diesem Sinne blicken wir von der AGR mit Vorfreude auf unser Jubiläumsjahr 2017, in dem es den 40. Geburtstag zu würdigen gilt. – so Harald Hauke im Namen der AGR.

Fortschrittliche Glasproduktion in Österreich

Seit 30 Jahren werden im niederösterreichischen Pöchlarn Glasverpackungen für den nationalen und internationalen Markt produziert. Kürzlich wurde nicht nur dieser beachtliche Geburtstag begangen, sondern auch die Einweihung einer neuen und modernen Weißglaswanne. Das Werk in Pöchlarn gehört wie jenes in Kremsmünster in Oberösterreich zum Schweizer Familienunternehmen Vetropack. Gemeinsam mit dem Glaswerk der Stölzle Oberglas in Köflach / Steiermark sind sie die Säulen des österreichischen Glasrecyclings.

Dabei wird seit jeher auf getrennte Farben geachtet. Weißglas zu Weißglas, Buntglas in den Buntglas-Container. Foto: AGR

Dabei wird seit jeher auf getrennte Farben geachtet. Weißglas zu Weißglas, Buntglas in den Buntglas-Container. Foto: AGR

Glas ist für Recycling gemacht

Glas kann ohne Qualitätsverlust beliebig oft eingeschmolzen und neu geformt werden. 230.000 Tonnen Altglas werden jährlich aufbereitet und erblicken als neue hochqualitative Glasverpackung das Licht der Konsum-Welt. Glasrecycling ist ein natürlicher regionaler Ressourcenkreislauf, der in Österreich auf ausgereiften Organisations- und Logistikstrukturen basiert. In Österreich produzierte Glasverpackungen bestehen im Durchschnitt aller Farben, Formen und Größen zu zwei Drittel aus Altglas. Der Anteil von Altglas am Rohstoffgemenge beträgt:

 

Grünglas: bis 90 Prozent
Dunkelgrünglas: bis 70 Prozent
Weiß- und Oliveglas: bis 60 Prozent
Sehr hell gefärbtem Glas: bis 50 Prozent
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Kekserl backen & Glasrecycling – wo ist die Gemeinsamkeit
Bei beiden Produktionsprozessen werden ausgewählte Zutaten verwendet. Die Hauptzutaten für Glasrecycling:
 
* Gebrauchte Glasverpackungen (Weiß- oder Buntglas);
* Quarzsand;
* Kalk;
* Dolomit;
* Soda.
Und wer sich denkt, dass im LKW ohnehin wieder alles vermischt wird, der irrt gewaltig. Der Abtransport erfolgt detto in getrennten Boxen auf der Laderampe. Foto: AGR

Und wer sich denkt, dass im LKW ohnehin wieder alles vermischt wird, der irrt gewaltig. Der Abtransport erfolgt detto in getrennten Boxen auf der Laderampe. Foto: AGR

Wer Schokoladekekse möchte, verwendet Schokolade. Wer Weißglasflaschen möchte, verwendet Weißglas. Es ist wichtig, Weiß- und Buntglas IMMER getrennt zu sammeln und keine anderen Materialien ins Altglas zu geben. Man will ja auch keine Büroklammern im Schokokeks.

Was gehört zur Altglassammlung
Alle Glasverpackungen – als da wären:
 
* Flaschen (Wein- und Saftflaschen, Flaschen für Essig und Öl, und dergleichen);
* Konservengläser (Gläser für Marmelade, Gurken, Pesto, etc.);
* Parfumflakons;
* Medizinfläschchen;
* Einweg-Gewürzmühlen aus Glas;
* Gläserne Flaschenverschlüsse.

Strand aus Glas

Man stelle sich vor: blauer Himmel, strahlende Sonne, türkisblaues Wasser, glitzernde Wellenkronen, die mit dem Glänzen des Strandes konkurrieren. Der Strand ist nicht aus Sand, sondern aus bunten runden Glasscherben. So soll es in Fort Bragg, einem Stadterl nördlich von San Francisco in den USA sein. Der glänzende Strand ist der ansprechende Rest von drei Deponien, betrieben zwischen den Jahren 1906 bis 1967, nunmehr Touristenattraktion. Jährlich besuchen zahlreiche Menschen diese ungewöhnliche Altglassammlung. Souvenir dürfen sie keines mitnehmen. Bis zu 500 US-Dollar Strafe würde die Mitnahme von Scherben nach sich ziehen.

Umwelttechnik als Turbo für die heimische Wirtschaft

Strände aus Glas mögen zwar verlocken, zeitgemäßes Recycling sieht jedoch anders aus und braucht hoch entwickelte Technologien. Wie das Magazin Umweltschutz der Wirtschaft in der Ausgabe 3/2016 berichtet, ist die Österreichische Umwelttechnik Turbo für die heimische Wirtschaft. Umsatz, Export und Beschäftigung verzeichnen Wachstum.

www.agr.at

 

 

 

 

 

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