SV Ried / Herbstmeistertitel ist schöne Momentaufnahme

Fränky Schiemer zog ein Resümee betreffend ³seiner² SV Ried zur Herbst-Saison 2017. Foto: GEPA

Fränky Schiemer zog ein Resümee betreffend seiner” SV Ried zur Herbst-Saison 2017. Foto: GEPA

Mit 36 Punkten aus 18 Spielen holte sich die SV Guntamatic Ried den Herbstmeistertitel in der sky go Ersten Liga. SV Ried-Manager Fränky Schiemer spricht in einem Vereins-Interview unter anderem über die erste Meisterschafts-Hälfte, über die Stimmung im Verein, über die beiden ausstehenden Spiele gegen den SC Wiener Neustadt und Austria Lustenau, sowie über mögliche Neuzugänge in der Winterpause.

SV Ried ist Herbstmeister mit 36 Punkten. Wie ist Ihr Resümee nach den ersten 18 Spielen?

F. Sch.: Wenn wir diesen Zweipunkte-Schnitt pro Spiel halten können, wird es normalerweise für den Aufstieg reichen. Es ist schön, dass wir Herbstmeister sind, aber das ist nur die halbe Miete. Es ist jetzt eine sehr schöne Momentaufnahme, die die Leistung aus der ersten Hälfte gut wiederspiegelt. Ich bin stolz auf unser Team, dass es nach dem Abstieg diesen Aufschwung so schnell geschafft hat. Wir hatten einen extremen Umbruch in der Mannschaft. Da ist es normal, dass man nicht von Beginn an konstant gute Leistungen abrufen kann. Im zweiten Viertel haben wir diese Konstanz über weite Strecken gut zeigen können. Wir stehen deshalb jetzt auch verdient ganz oben. Aber wie gesagt, der Herbstmeistertitel ist nur eine schöne Momentaufnahme, abgerechnet wird erst am Schluss.

Wo sehen Sie die Stärken und Schwächen in dieser Herbstrunde?

F. Sch.: Unsere Tordifferenz spiegelt diese Stärken und Schwächen sehr gut wieder. Wir haben zu viele Tore erhalten. Daran ist aber nicht nur die Abwehr schuld, sondern die ganze Mannschaft. Ohne Ball müssen wir noch besser arbeiten. Mit den geschossenen Toren kann man sehr zufrieden sein. Wir haben jetzt 42 Tore erzielt und damit schon um neun mehr als in der gesamten vergangenen Saison. Das zeigt, dass wir im Spiel nach vorne eine sehr hohe Qualität in unserem Spiel haben. Wir haben im zweiten Viertel 22 Punkte geholt, bei einer Tordifferenz von 25 : 9. Wenn man die Cupspiele dazuzählt, waren es neun Siege aus elf Spielen. Das kann sich sehen lassen.

Wie ist die Stimmung in der Mannschaft und im ganzen Umfeld?

F. Sch.: Sehr viel besser kann die Stimmung gar nicht mehr sein. Das LASK-Spiel war natürlich der absolute Höhepunkt. Was da im Stadion abgelaufen ist, war sensationell. Man hat mit dem Dämpfer gegen TSV Hartberg gleich danach aber auch gesehen, dass es gar nicht so leicht ist, so ein Spiel zu verarbeiten. Wichtig ist aber, wie man mit so einer Niederlage umgeht. Und das war mit den zwei Siegen gegen WSG Wattens und Kapfenberger SV hervorragend. Wir haben in diesen 18 Spielen eine richtige Euphorie entfachen können. Mein Respekt geht an die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die dabei mitgeholfen haben. Es geschieht bei uns so viel drum herum. Alle, die hier beteiligt sind, haben einen maßgeblichen Anteil daran, wie sich unser Verein momentan positiv entwickelt.

Was sagen Sie zur Unterstützung durch die Anhänger?

F. Sch.: Unsere Fans sind hervorragend. Sie feiern jeden Sieg, als wären wir schon Meister geworden. Ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass wir mit unseren Fans im Rücken unser Ziel erreichen werden. Besonders beachtlich ist, dass wir jetzt in der Ersten Liga fast den gleichen Zuschauerschnitt haben wie in der Bundesliga. Es ist wirklich großartig, wie geschlossen die Stadt, die ganze Region, unsere Fans und Sponsoren hinter der SV Ried stehen.

Es gab im Herbst relativ wenige Verletzungen. Ist das auch ein Verdienst des neuen Athletiktrainers?

F. Sch.: Man merkt eindeutig, dass wir in dieser Saison körperlich besser aufgestellt sind. Das ist die halbe Miete im Fußball. Vergangene Saison hatten wir in diesem Bereich große Probleme. Jetzt hat man besonders in den englischen Runden gesehen, dass wir eine größere Dichte hatten als andere Mannschaften und unsere Mannschaft fitter war. Das ist sicherlich auch ein Mitgrund dafür, worum wir jetzt ganz oben stehen.

Es stehen vor der Winterpause noch die beiden Spiele gegen Wiener Neustadt und Lustenau auf dem Programm. Was sind dazu Ihre Erwartungen?

F. Sch.: Der Winterkönig wäre schöner als der Herbstmeister, weil wir dann mit zwei Spielen mehr weiterhin ganz oben stehen würden. Wichtig ist, dass wir uns eine gute Ausgangsposition für das Frühjahr schaffen. Wir haben noch zwei gute Möglichkeiten, Punkte einzufahren. Gegen Wiener Neustadt haben wir zuhause noch eine Rechnung offen. Gegen Lustenau brauchen wir ohnehin keinen motivieren, da viele Spieler aus Lustenau zu uns gekommen sind. Optimal wäre es, wenn wir zu unseren Verfolgern eine kleine Lücke schaffen könnten.
 
Mit dem Cup-Match beim SK RAPID Wien wartet im Februar 2018 ein weiteres Topspiel auf die SV Ried?

F. Sch.: Es freut sich jeder darauf. Jeder sehnt sich nach Bundesliga-Fußball. Es ist super, dass wir nach dem Match gegen den LASK jetzt gegen RAPID bereits zum zweiten Mal die Gelegenheit haben, uns mit einer Bundesliga-Mannschaft zu messen. Die meisten von uns haben die Allianzarena in Wien noch nie von innen gesehen. Das wird für uns alle ein tolles Erlebnis. Ich bin auch überzeugt, dass es ein tolles Spiel wird. Wir machen sicherlich nicht nur einen Ausflug nach Wien.

Wie beurteilen Sie nach 18 Runden die Erste Liga? Gab es für Sie Überraschungen?

F. Sch.: Es gab schon Überraschungen für mich. Vor der Saison hatten sehr viele Mannschaften das Ziel, aufsteigen zu wollen. Viele haben sich etwas ausgerechnet. FC Blau Weiß Linz, Kapfenberg, Lustenau und Wattens sind mit sehr hohen Erwartungen gestartet und sind jetzt bereits deutlich hinter den Spitzenmannschaften. Andererseits sind mit Wiener Neustadt und Hartberg zwei Mannschaften oben dabei, die man eher nicht auf der Rechnung hatte. Sie stehen aber verdient dort, weil sie einen guten Fußball spielen. Wir haben jetzt 18 Runden absolviert und die Tabelle lügt nicht. Die Mannschaften, die den besten Fußball gespielt haben, stehen oben und stehen auch verdient oben.

Wird es im Winter Neuzugänge geben?

F. Sch.: Man überlegt als sportlich Verantwortlicher immer, wie wir noch besser werden können. Ich beobachte natürlich den Markt und wenn sich gute Gelegenheiten ergeben, könnte es sein, dass wir den einen oder anderen Spieler noch vor dem Sommer verpflichten. Grundsätzlich bin ich aber sehr zufrieden mit unserem Kader. Ich sehe jetzt nicht unbedingt einen Handlungsbedarf.

Sie sind jetzt seit Februar Manager bei der SV Guntamatic Ried. Wie geht es Ihnen hier in Ried nach einem Dreivierteljahr?

F. Sch.: Mir geht es hier in Ried sehr gut. Die Eingewöhnungsphase ist vorbei. Es hat sich von der Arbeit her alles normalisiert. Zuhause haben wir Zuwachs bekommen, dort normalisiert es sich noch nicht so schnell. Da tut sich Woche für Woche sehr viel. Daneben bauen wir auch noch ein Haus. Mir wird also nicht wirklich langweilig.

Danke für das Gespräch!

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