SV Ried gg. FK Austria Wien 1 : 1 (0 : 1)

Die "Haxlbeißerei" der Rieder, gerade in Hälfte Zwei, erbrachte den verdienten Punktgewinn gegen die "roten" Violetten. Foto: GEPA

Die “Haxlbeißerei” der Rieder, gerade in Hälfte Zwei, erbrachte den verdienten Punktgewinn gegen die “roten” Violetten. Foto: GEPA

Die Sport-Vereinigung Ried von 1912 ist und bleibt in gewisser Weise der Angstgegner des FK Austria Wien. Zumindest auf dem heimischen Platz im Innviertel sind die Schwarz-Grünen seit jeher ein unangenehm zu bespielender Gegner, bei dem man stets auf der Hut sein muss. Man könnte es aber auch anders drehen: die Austria der Neu-Zeit schafft es nicht, nach tollen Erfolgen im Europapokal den Brückenschlag zur heimischen Meisterschaft zu finden. Eine Presse-Aussendung des FAK nach dem 2 : 1-Triumph in Trondheim besagte, „dass man nun den Schwung in die Meisterschaft mitnehmen möchte!“ Ist das nicht selbstverständlich? Müsste der Österreichische Rekord-Titelträger nicht ohnehin den Anspruch in sich tragen, überall den Versuch zu starten, als Sieger vom Platz zu gehen und bis zum Schlusspfiff alles zu geben? Eine etwaige 1 : 0-Führung ist zwar okay, genügt aber nie, denn ein Gegner ist bekanntlich auch noch da und der ist, so wie gestern, trotz 13minütiger Unterzahl von nur 9 Feldspielern bissig und aggressiv und möchte den „Großkopferten Wienern“ immer ans Bein pinkeln. So bleiben wertvolle Punkte auf der Strecke, die für eine neuerliche Qualifikation für die UEFA-Cup-Plätze am Ende der Saison fehlen könn(t)en. Schade, dass die Gedanken der in der gestrigen Abendsonne zu Ried ganz in Rot agierenden Wiener Violetten für einen vollen Erfolg nicht ausgereicht hatten und Gratulation an eine wackere Rieder Mannschaft, die sich nie aufgab und mit allen Mitteln versuchte, den einen Punkt ins trockene zu bringen. Mit der letzten Aktion im Spiel wäre sogar noch der Sieg möglich gewesen …

6. Spieltag tipico-Bundesliga / Sonntag, 28. August 2016, 19 Uhr / Keine Sorgen-Arena, 3.332 Besucher, Schiedsrichter Andreas Kollegger

Dies wäre die Vorentscheidung zum 0 : 2 gewesen, verstrich jedoch ungenützt. Kevin Friesenbichlers Kopfball saust knapp neben die Torstange, Dennis Chessa muss nicht mehr eingreifen. Foto: Fritz Duras

Dies wäre die Vorentscheidung zum 0 : 2 gewesen, verstrich jedoch ungenützt. Kevin Friesenbichlers Kopfball saust knapp neben die Torstange, Dennis Chessa muss nicht mehr eingreifen. Foto: Fritz Duras

Ein großer Stadion-Parkplatz mit „wenig Sorgen“ bei der Suche nach einem geeigneten Abstellplatz für den fahrbaren Untersatz, ein einladendes Jahrmarkt-Zelt, in dem man genüsslichen Fußball im TV schauen kann, nettes Servier-Personal vorhanden ist und eine schmackhafte Bosna gemeinsam mit einem Rieder Bier kredenzt wird, die absolut keinen Vergleich mit der Konkurrenz in anderen Stadien zu scheuen braucht – so das stete Intro bei einem Auswärts-Match in Ried. Es soll ja Fans der Wiener Veilchen geben, die nur aufgrund der lukullischen Genüsse das Innviertel auswärtsfahrtechnisch bevorzugen. Nach diversen Stärkungen konnte die Begegnung pünktlich mit dem 19 Uhr-Läuten der kirchlichen Abendglocken beginnen.

Die Altweiber-Sommer-Sonne stand bereits sehr tief über dem Stadion und schien Austrias Torhüter Robert Almer in der ersten Halbzeit mitten ins Gesicht. Doch der ÖFB-Teamgoalie machte seine Sache gut und dirigierte die Seinen wie gewohnt aus einer sicheren Abwehr heraus. Die Austria war auch präsent und kam gut in die Partie. Die ersten Abschlüsse von Felipe Pires, 5. Minute und Kevin Friesenbichler, 7 Minute, führten noch nicht zum gewünschten Torerfolg. Nach einer Viertel Stunde im Spiel fabrizierte Thomas Fröschl einen Volley – nach zu kurzer Abwehr des Austrianers Petar Filipovic – doch dieser Ball brachte Robert Almer nicht in die Bredouille. Es sollte dies die einzige echte Tor-Möglichkeit der SV Ried in der ersten Halbzeit bleiben. Ganz anders dagegen die Austria, die von nun an noch mehr das Geschehen diktierte und den Drang zu Thomas Gebauers-Gehäuse vermehrt suchte. In der 26. Minute dann das 0 : 1: Ismael Tajouri nahm sich aus gut und gerne 20 Metern ein Herz und donnerte die Kugel auf das Tor. Einem Billard-Stoß gleich sauste das Leder von der rechten Torstange in die Maschen. Verständlicher und frenetischer Jubel bei den mitgereisten Fans des FAK. Bis zur Pause tat sich nicht mehr viel.

In der zweiten Halbzeit war die Austria weniger zwingend und ließ dem Gastgeber mehr Freiraum. Warum hier nicht der Versuch unternommen wurde, mit einem etwaigen zweiten Tor die Vorentscheidung zu suchen, bleibt das Geheimnis der Mannschaft von Trainer Thorsten Fink. Die Rieder nahmen die „Einladung zum Tanz“ dankend an und suchten ihr sprichwörtliches Heil in der Offensive.

In der 70. Minute hatte Kevin Friesenbichler mit einem guten Kopfball vom Elfmeter-Punkt aus das 0 : 2 am blonden Scheitel. Leider, aus Sicht der FAK, strich der Ball haarscharf am Tor von Thomas Gebauer vorbei. Und das sollte sich rächen, denn im Gegenzug geschah der Ausgleich: Clemens Walch spielt eine Flanke nach einem Eckball weiter und Mathias Honsak verwertet diesen Ball mit dem Kopf im violetten Kasten unten rechts – direkt vor dem Rieder Fan-Block. Dort war nun kollektive Ekstase angesagt.

Die 77. Minute hatte es in sich: zuerst erhält der Rieder Peter Zulj einen Freistoß nach einem Foul von Marko Kvasina in der eigenen Hälfte zugesprochen. Das sich daraus entwickelte Handgemenge ahndete Schiedsrichter Kollegger mit ROT für Zulj und GELB für Kvasina und Gebauer, der zur Unterstützung der Ungereimtheiten aus seinem Tor herbeigeeilt war. Fazit: Ried anhand der letzten 13 Minuten + Nachspielzeit in Unterzahl. Nun, es ist erwiesen, dass dieser Umstand nicht unbedingt für das um einen Mann mehr aktive Team hilfreich sein muss. Ganz im Gegenteil, Ried setzte nun alles auf eine Karte und wollte den Sieg. Die Austria hingegen taumelte nur mehr dem Schlusspfiff entgegen. Die große Chance zum Heimerfolg ließ Clemens Walch in der 88. Minute ungenützt, denn er scheiterte alleine vor Robert Almer. In der 92. Minute hätte Pires für den FAK alles klarmachen können, doch er fand in Gebauer seinen Meister.

Die Austria ließ demnach einmal mehr im Innviertel wertvolle Zähler zurück und steht derzeit mit 10 Punkten aus 6 Spielen auf Platz 5 in der Tabelle durchschnittlich da. Die SV Ried bleibt zwar Letzter, der eine gestern erkämpfte Punkt wird aber den ohnehin als „Stehaufmanderln“ bekannten Schwarz-Grünen nach der Länderspielpause den benötigten Input für die weiteren Aufgaben verleihen.

www.svried.at

www.bundesliga.at

www.austria.wien 

 

 

comments are closed.