SKN St. Pölten gg. Floridsdorfer AC 3 : 0 (2 : 0)

Der Abend-Himmel über der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten erstrahlte gestern in sehr hellem Glanz. Der SKN spielt im kommenden Jahr im Oberhaus. Foto: oepb

Der Abend-Himmel über der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten erstrahlte gestern in sehr hellem Glanz. Der SKN spielt im kommenden Jahr im Oberhaus. Foto: oepb

Am 18. Juni 1994 stieg der VSE St. Pölten im Zuge von zwei Relegations-Niederlagen gegen den FC Linz (vormals SK VÖEST) im Gesamt-Ausmaß von 3 : 5 nach zuvor sechsjähriger ununterbrochener Zugehörigkeit zur 1. Division in die 2. Liga ab, um 22 Jahre später als SKN St. Pölten wieder in die Beletage des österreichischen Klubfußballs zurückzukehren. Als Vater dieses Erfolges kann zweifellos Coach Karl Daxbacher genannt werden, der im Sommer 2015 aus seinem erfolgreichen Trainer-Amt in Linz beim LASK „gegangen wurde“. SKN-Manager und Tausendsassa Frenkie Schinkels packte die Möglichkeit beim Schopf und engagierte „Sir Karl“ Daxbacher vom Fleck weg. Ein Erfolgslauf, der zu Beginn gar nicht danach aussah, konnte beginnen.

36. Spieltag Sky Go Erste Liga / Mittwoch, 25. Mai 2016, 19.30 Uhr / NV Arena, 5.667 Besucher, Schiedsrichter Ing. Sebastian Gishamer

Der Start in die Saison verlief holprig. Zahlreiche Verletzte förderten unglückliche Niederlagen zu Tage was zur Folge hatte, dass der SKN nach 8 Spieltagen mit lediglich 7 Zählern auf der Habenseite verbucht nur sehr dünn da stand. Man wurde aber an der Traisen nicht nervös und ließ das Trainerteam in aller Ruhe weiterarbeiten. Die Mannschaft erfing sich, verletzte Spieler kehrten in den Kader zurück und man überwinterte nach 18 Runden auf Tabellenplatz Zwei, lediglich 2 Zähler Rückstand auf Wacker Innsbruck und deren 5 Punkte Vorsprung auf den Liga- und Meisterschafts-Favoriten LASK.

Die "Wolfbrigade 04" in freudiger Erwartung. Foto: oepb

Die “Wolfbrigade 04″ in freudiger Erwartung. Foto: oepb

Und was dann im Frühjahr 2016 folgen sollte, hatte man in St. Pölten wahrlich noch nie erlebt. 15 volle Erfolge bei nur 3 Niederlagen. 80 erzielte Punkte zum Schluss, was neben einem Vereins-Rekord auch den Liga-Rekord in der zweithöchsten Österreichischen Spielklasse darstellt.

Und so feierte man gestern ausschweifend die sprichwörtliche „Nacht der Wölfe“, denn auch das Tabellenschlusslicht aus Wien, der FAC, war kein Hindernis mehr am Weg zu Titeln und Triumphen.

Zum Spiel:

Ganz im Gegenteil, gleich mit der ersten Aktion fiel das 1 : 0. Daniel Segovia, der mit 19 Toren Vereinsschützenkönig wurde, marschierte rechts durch, passte scharf zur Mitte und Michael Ambichl staubte ab. Gespielt waren zu diesem Zeitpunkt gestoppte 24 Sekunden!

Der SKN, die „Wölfe“, legten nach und schnürten den FAC regelrecht ein. Es war dem Wiener Torhüter Martin Fraisl zu danken, dass vorerst keine weiteren Treffer fielen. In der 28. Minute war Fraisl dann jedoch neuerlich chancenlos. David Stec ließ nicht locker und verwertete trocken zum vorentscheidenden 2 : 0.

Vom Anstoß an erfolgte nach nur 24 Spiel-Sekunden sofort das 1 : 0. Daniel Segovia (Nr. 12) und Lukas Thürauer am Ball. Foto: oepb

Vom Anstoß an erfolgte nach nur 24 Spiel-Sekunden sofort das 1 : 0. Daniel Segovia (Nr. 12) und Lukas Thürauer am Ball. Foto: oepb

Sehenswert in Halbzeit Eins waren zwei weitere Aktionen, nämlich jene, die nach Eckbällen passierten. Da „flankte“ Cheikhou Dieng zweimal vom Eckpunkt auf Andreas Dober und der 30jährige, der immer noch eine Menge auf dem Kasten hat, knallte zweimal volley aus gut und gerne 25 Metern auf das FAC-Tor. Beide Male rauschte das Leder denkbar knapp und scharf getroffen über die Querlatte. Dies wären herrliche und unhaltbare Volltreffer gewesen …

In der zweiten Spielhälfte tat sich nicht mehr allzu viel. St. Pölten verwaltete das Ergebnis und der FAC konnte dem nichts entgegensetzen. Das gestern sehr zahlreich anwesende Publikum war dennoch dankbar und beklatschte jedwede Aktion ihrer Wölfe.

Neuerlich interessant wurde es dann so um die 80. Minute, als die Ersatzspieler, die die Meister-Leibchen bereits übergestreift hatten, urplötzlich und hinter dem Rücken des Trainers in den Stadion-Katakomben verschwanden, um kurz darauf mit Sektflaschen wiederzukehren. Die Scharmützel, die dann folgten, sind hinlänglich bekannt – wenig trinken, vermehrt spritzen und schütten. Auf das Spiel achtete kaum jemand mehr und das verdiente 3 : 0, welches in der dreiminütigen Nachspielzeit von Bernd Gschweidl, der aus linker Position ins lange Eck abziehend Fraisl keine Chance ließ, erzielt wurde, ging im Jubel der Zuschauer – und auch der Ersatz-Bank – unter. Karl Daxbacher genoss sichtlich das „Sekt-Bad in der Menge“ und nach dem Schlusspfiff stand einem blau-gelben Jubel-Meer nichts mehr im Wege.

Stimmen zum Triumph:

SKN-Spieler Andi Dober: „Das ist mein dritter Titel, aber mit Abstand der emotionalste und schönste! Ich persönlich habe eine harte Zeit hinter mir, war praktisch schon weg vom Fenster. Ich hab mich zurückgekämpft und das ist jetzt der Lohn.“

Nicht ganz voll, aber mit knapp 5.600 Zuschauern doch sehr gut besucht: die NV Arena zu St. Pölten am gestrigen Abend. Foto: oepb

Nicht ganz voll, aber mit knapp 5.600 Zuschauern doch sehr gut besucht: die NV Arena zu St. Pölten am gestrigen Abend. Foto: oepb

SKN-Aufsichtsrat Toni Pfeffer: „Solche Geschichten schreibt halt nur der Fußball. Karl Daxbacher wurde bei unserem schärfsten Konkurrenten rausgeschmissen. Das hat ihm so wehgetan. Er hat aber daraus Kraft geschöpft und diese auf die Mannschaft übertragen. Wir sind deshalb Meister geworden, weil wir im Gegensatz zum LASK eine Mannschaft waren.“

SKN-Generalmanager Andreas Blumauer: „Nach dem Sieg über den LASK war meine Freude emotionaler. Heute verspüre ich stille Genugtuung. Das ist einfach wunderschön.“

SKN-Marketingleiter Jörg Egger: „Seit wir im Winter unser mittlerweile legendäres Schweinsbratenessen gehabt haben, war ich vom Meistertitel überzeugt. Da ist einfach ein Geist entstanden, der uns getragen hat.“

Es ist vollbracht, 3 : 0 gewonnen, 26 Siege bei 36 Runden erzielt, 80 Punkte eingefahren. Der SKN St. Pölten war 2015/16 in der Sky Go Erste Liga nicht zu stoppen. Foto: oepb

Es ist vollbracht, 3 : 0 gewonnen, 26 Siege in 36 Runden erzielt, 80 Punkte eingefahren. Der SKN St. Pölten war 2015/16 in der Sky Go Erste Liga nicht zu stoppen. Foto: oepb

 

Bundesliga-Präsident Hans Rinner: „Herzliche Gratulation an den SKN St. Pölten zum Meistertitel in der Sky Go Ersten Liga und zum Aufstieg in die tipico Bundesliga. Es freut mich besonders, dass der SKN in den vergangenen Jahren den richtigen Weg gewählt hat und zunächst in die Infrastruktur investiert hat, kontinuierlich und ruhig gearbeitet hat und jetzt mit dem Aufstieg belohnt worden ist.“

Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer: „Herzlichen Glückwunsch dem SKN St. Pölten. Das Team von Karl Daxbacher ist ein verdienter Meister und wir freuen uns, dass die niederösterreichische Landeshauptstadt nach 22 Jahren wieder in der obersten Spielklasse angekommen ist. Die Fans können sich in der kommenden Saison auf spannende Spiele in einem der modernsten Stadien Österreichs freuen.“    

www.skn-stpoelten.at

www.bundesliga.at

www.fac.at

 

 

 

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