Schwerhörigkeit erhöht Risiko für Demenz und Depression

Wenn Hörgeräte nicht mehr helfen: Der Audioprozessor eines Cochlea-Implantat-Systems wird diskret am Hinterkopf angebracht und ermöglicht gutes Hören. Foto: MED-EL

Wenn Hörgeräte nicht mehr helfen: Der Audioprozessor eines
Cochlea-Implantat-Systems wird diskret am Hinterkopf angebracht und ermöglicht gutes Hören. Foto: MED-EL

Etwa 20 Prozent der Österreicher leben mit einer Form der Hörbeeinträchtigung. Anlässlich des WHO-Welttags des Hörens am 3. März 2018 machte der heimische Hör-Implantate-Hersteller MED-EL auf die Wichtigkeit des Hörens aufmerksam: Eine aktuelle Studie der US-amerikanischen Duke Universität belegt, dass Hörverlust mit Depression, Demenz und auch Diabetes zusammenhängt.

Die Verbindung von Hörverlust mit Demenz, Depression und Angst ist in zahlreichen Studien belegt, zeigt der Psychiatrie-Professor Dan G. Blazer in einer Literaturübersicht, die Anfang 2018 im Fachmagazin Psychiatric Clinics of North America veröffentlicht wurde.

Dass Schwerhörigkeit und Demenzerkrankungen zusammenhängen zeigt u.a. eine Studie aus dem Jahr 2017: Demnach hatten 60 Prozent der untersuchten kognitiv beeinträchtigten Personen (50 plus) zumindest eine leichte Hörbeeinträchtigung im besser hörenden Ohr. Auch Diabetes wurde in dieser Studie mit Hörverlust in Verbindung gebracht.

„Sobald eine Schwerhörigkeit bemerkt wird, ist es wichtig ...

Sobald eine Schwerhörigkeit bemerkt wird, ist es wichtig …

Häufigkeit von Hörverlust

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit rund 360 Millionen Menschen von deutlichem Hörverlust (ab 40 Dezibel) betroffen; 32 Millionen davon sind Kinder. In Österreich sind laut Schätzungen ein bis zwei Prozent der Schulkinder hörbeeinträchtigt, bei den 15- bis 19-Jährigen sind es 15 Prozent, bei den Über-60-Jährigen 30 und bei den Über-65-Jährigen 50 Prozent.

Persönliche und wirtschaftliche Folgen

Die WHO gibt Hörverlust im Erwachsenenalter als die weltweit häufigste Ursache für Behinderung an. Aufgrund der demographischen Entwicklung werden diese Zahlen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiter steigen. Das hat auch wirtschaftliche Folgen: Die WHO schätzt die globalen Kosten von unbehandeltem Hörverlust auf 750 bis 790 Milliarden Internationale Dollar jährlich und spricht dabei von einer „zurückhaltenden“ Schätzung.

... möglichst früh einen Hals-, Nasen-, Ohren-Arzt aufzusuchen“ ...

möglichst früh einen Hals-, Nasen-, Ohren-Arzt aufzusuchen“ …

 

Ursachen des Hörverlusts

Zu diesen Risikofaktoren für Hörverlust im Alter gehören laut dem Psychiater Dan G. Blazer weiters: niedriger sozioökonomischer Status, eine lange Raucherkarriere, hoher systolischer Blutdruck, Übergewicht, großer Taillenumfang, hoher Wert an glykiertem Hämoglobin (HbA1), Atherosklerose und viele gehörschädigende (ototoxische) Medikamente wie nonsteroidale Entzündungshemmer und Paracetamol.

Rasche Hilfe notwendig

Sobald eine Schwerhörigkeit bemerkt wird, ist es wichtig, möglichst früh einen Hals-, Nasen-, Ohren-Arzt aufzusuchen“ rät Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Gstöttner, Vorstand der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten der MedUniWien. „Denn je länger das Gehör nicht genützt wird, umso weniger effektiv sind technische Hörlösungen.“ Im Fall einer leichten oder mittelgradigen Hörbeeinträchtigung sind Hörgeräte eine gute Lösung. Bringen sie keinen Erfolg, können Hör-Implantate die akustische Wahrnehmung wiederherstellen. Derzeit erhältlich sind u.a. das Cochlea-Implantat, das Mittelohr-Implantat und das Knochenleitungs-Implantat. Sie werden operativ in das Ohr eingebracht. Implantationen werden in Österreich an allen Universitätskliniken und an den meisten Landeskliniken durchgeführt. Die Kosten trägt das Gesundheitssystem.

.. rät Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Gstöttner, Vorstand der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten der MedUniWien. Grafiken: MedUniWien

.. rät Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Gstöttner, Vorstand der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten der MedUniWien. Grafiken: MedUniWien

Für die Wienerin Elisabeth Randa, 71, war das Cochlea-Implantat die ideale Lösung. Auf ihrem rechten Ohr war sie seit ihrem dritten Lebensjahr gehörlos, auf dem linken stark schwerhörig. Nach einem Hörsturz vor etwa acht Jahren verschlechterte sich ihr Gehör auch am linken Ohr deutlich. „Ich konnte mich nicht mehr verständigen; telefonieren ging gar nicht mehr“, sagt sie heute. Randa suchte nach einer Lösung und erhielt 2010 ihr erstes Cochlea-Implantat im rechten Ohr, drei Jahre später das zweite im linken. Heute sagt die ehemalige Kosmetikerin und Fußpflegerin: „Es geht mir super! Ich habe nie so gut gehört, wie heute.“

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Über MED-EL

Das Innsbrucker Familienunternehmen MED-EL Medical Electronics ist führender Hersteller von implantierbaren Hörlösungen und beschäftigt weltweit mehr als 1.900 Personen in 30 Niederlassungen. Das Unternehmen bietet die größte Produktpalette an implantierbaren und implantationsfreien Lösungen zur Behandlung aller Arten von Hörverlust.

www.medel.com

 

 

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