RETTET DAS DORF / Ohne Bauern sterben die Dörfer

Teresa Distelberger und Georg Strasser anlässlich der Film-Premiere “Rettet das Dorf” am 28. Februar 2020. Foto: © Bauernbund

Teresa Distelberger und Georg Strasser anlässlich der Film-Premiere “Rettet das Dorf” am 28. Februar 2020. Foto: © Bauernbund

Ein Drittel unserer 2.096 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister kommt aus dem Bauernbund. „Bauernbund-Bürgermeister sind die Gestalter in den ländlichen Regionen, Gemeinden und Dörfern. Sie tragen die Verantwortung für die Keimzellen der Regionen. Eine solide finanzielle Ausstattung der Kommunen ist deshalb unerlässlich. Länder, Bund und EU sind hier in der Verantwortung.“, fordert Bauernbund-Präsident Abg. z. NR DI Georg Strasser anlässlich des Kinostarts von „Rettet das Dorf“ mehr Unterstützung für die ländlichen Regionen Österreichs.

Der Film von Teresa Distelberger soll die Probleme der Akteure in ländlichen Regionen vor den Vorhang holen. „Keimzelle einer lebendigen Region sind immer die Menschen in den Gemeinden – dort leben und arbeiten sie. Verschwinden bäuerliche und gewerbliche Betriebe, das Dorfleben und das gute Miteinander, so verschwinden auch die Dörfer. Deshalb müssen wir alles dafür tun, dass Arbeitsplätze und damit Kaufkraft und Lebensqualität erhalten bleiben.“, so Strasser.

Dörfer wachsen mit Bäumen zu
Der ländliche Raum Österreichs hat im Vergleich zu den urbanen Zentren zum Teil höhere Wachstumsraten erzielen können. Diese Entwicklung ist beispielhaft im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedsstaaten wie etwa Italien oder Deutschland. „In anderen Ländern wachsen verlassene Dörfer und unbewirtschaftete Grünflächen mit Bäumen zu. Das ist in Österreich noch nicht der Fall, weil wir uns in der Agrar- und Regionalpolitik vehement für einen lebendigen ländlichen Raum und deren Menschen einsetzen.“, erklärt Strasser. Trotz lebendiger Regionen sieht er große Herausforderungen fürs Land: Abwanderung, Fachkräftemangel, stagnierende Einkommen in der Land- und Forstwirtschaft und damit weniger junge Hofübernehmer, die Lebensmittel erzeugen und damit auch unseren Lebensraum pflegen.

Geht die Kuh, kommt der Wald
Für die 1,3 Mio ha Grünland in Österreich, also unsere Wiesen, Weiden und Almen, gibt es in der Nutzung keine sinnvolle Alternative zum Wiederkäuer. Nur Rinder, Pferde, Schafe und Ziegen können Grünland verwerten und weiter zu Milch und Fleisch veredeln. „Unsere Wiederkäuer schützen die Kulturlandschaft vor drohender Verwaldung. Ohne sie gäbe es kein Grünland. Geht die Kuh, dann kommt der Wald!“, erklärt Strasser. Hand in Hand mit der Landwirtschaft geht die Pflege der Kulturlandschaft, welche für Erholungszwecke da ist. „Dafür sind wir international bekannt und das ist auch kein Selbstläufer. Dafür braucht es natürlich passende politische Rahmenbedingungen. Mehr Leistungen für weniger Geld kann sich nicht ausgehen.“, ergänzt Strasser.

Ländliche Regionen bei Glasfaseranschluss nicht benachteiligen
Die Digitalisierung eröffnet der Land- und Forstwirtschaft neue Einkommensmöglichkeiten und vereinfacht Behördengänge. Damit die Regionen bei der Digitalisierung nicht hinterherhinken, braucht es umfassende Investitionen in die Kommunikationsinfrastruktur. „Jedem Bauernhof seinen Glasfaseranschluss. Ein flächendeckender Glasfaserausbau erhält und schafft Arbeitsplätze. Hier braucht es einen Ausgleich zwischen Stadt und Land, damit Menschen am Land dieselben Chancen auf Arbeit haben, wie Menschen in urbanen Ballungszentren.“, schließt Strasser.

Der Film „Rettet das Dorf“ von Teresa Distelberger startete am 28. Februar 2020 österreichweit in den Kinos. Hier geht’s zum Trailer:

Quelle: Bauernbund

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