PARADE RUHT in der Hiller-Kaserne zu Linz

Die Militärische Nutzung des Österreichischen Bundesheeres der Hiller-Kaserne zu Linz-Ebelsberg ist mit dem heutigen Tage nach 61jähriger Nutzung beendet. Foto: Bundesheer / Simader

Die Militärische Nutzung des Österreichischen Bundesheeres der Hiller-Kaserne zu Linz-Ebelsberg ist mit dem heutigen Tage nach 61jähriger Nutzung beendet. Foto: Bundesheer / Simader

Ein letztes Mal erschallte heute um 16 Uhr der Befehl „Flagge niederholen“ in der Ebelsberger Hiller-Kaserne in Linz. Mit dem Einholen des Österreichischen Bundesadlers vom Fahnenmast wurde die militärische Nutzung der Kaserne symbolisch beendet. Voraussichtlich ab Mai 2016 geht das gesamte Areal in das Eigentum der Lutz-Stiftung über.

Anbei eine kleine Kurz-Biografie:
Am 26. Oktober 1938 wurde das Gelände zum Bau einer Großkaserne übergeben und diese wurde auch in den Jahren 1939 bis 1940 erschaffen. Zunächst waren es Verbände der Waffen SS, die dort stationiert waren. Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges im Mai 1945 bezogen US-Einheiten die Kaserne. Linz und Ebelsberg war Amerikanisch, der Stadtteil Urfahr über die Donau Russisch besetzt. Bedienstete der Deutschen Reichsbahn und Flüchtlinge wurden ebenso auf dem Areal untergebracht.

Die Flagge wurde heute das letzte Mal niedergeholt. Foto: Bundesheer / Simader

Die Flagge wurde heute das letzte Mal niedergeholt. Foto: Bundesheer / Simader

Im Jahre 1951 wurde mit Unterstützung der US-ARMY auf dem Areal die „Gendarmerieschule Linz-Ebelsberg“ eingerichtet, die ab 1952 als B-Gendarmerie bezeichnet wurde und als Vorläufer des 2. Bundesheeres galt.

1955 kam die Hiller-Kaserne in den Besitz des Österreichischen Bundesheeres. In der 2. Republik waren hauptsächlich Landwehrverbände und die 4. Panzergrenadierbrigade in Ebelsberg stationiert. Seit damals bewohnten jedoch auch immer wieder Zivilisten das Kasernen-Gelände.

 Vizeleutnant Erich Surböck überreicht die Fahne an Oberst Klaus Seidl. Foto: Bundesheer / Simader

Vizeleutnant Erich Surböck (links) überreicht die Fahne an Oberst Klaus Seidl. Foto: Bundesheer / Simader

Mit 15. Mai 1967 wurde die Kaserne in Hiller-Kaserne umbenannt. Der Namensgeber der Kaserne war im übrigen Feldmarschall Johann Freiherr von Hiller (* 1754, † 1819), Oberbefehlshaber des VI. Armeekorps, der sich anno 1809 in der Schlacht von Ebelsberg gegen Napoleon ausgezeichnet hatte. Heute noch befinden sich in dem Haus neben der Kirche in Linz-Ebelsberg jene Kanonenkugeln, die dieses Gebäude während der Napoleon-Kriege getroffen hatten. Im Brunnen davor steht folgender Mahn-Spruch zu lesen:

„Ich bin ein stummer Zeuge –
der Kriegsnot und der Pein –
die Ebelsberg erlitten anno 1809!“

1990 begann der seinerzeitige Kasernen-Kommandant Brigadier Hubertus Trauttenberg die Missstände am gesamten Areal aufzuzeigen und dokumentarisch festzuhalten. Desolate, undichte Fenster und Dächer boten das äußere Erscheinungsbild, innen waren die Waschräume und Mannschafts-Unterkünfte absolut nicht mehr zeitgemäß. Kaderpersonal und Soldaten flickten und reparierten in Eigenregie so gut dies eben ging. Denn Geld für das Österreichische Bundesheer war bereits damals, in den frühen 1990er Jahren, keines vorhanden …

In den Jahren 2014 bis heute erfolgte die Verlegung der Einheiten schrittweise in die Kasernen Hörsching bei Linz und Wels. Die Militärische Nutzung des Österreichischen Bundesheeres der Hiller-Kaserne zu Linz-Ebelsberg ist somit beendet.

www.bundesheer.at

 

 

 

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