Österreichische Spielbanken – Wem gehören sie

Das SPORT TOTO in Österreich startete ab dem 23. Oktober 1949 seinen Siegeszug. Mit dem Beginn des Computer-Zeitalters und dem späteren Einzug des Internets um die Jahrtausendwende erwuchs den Österreichischen Lotterien und den Casinos Austria ein wahrer Konkurrenz-Riese. Foto: oepb

Das SPORT TOTO in Österreich startete ab dem 23. Oktober 1949 seinen Siegeszug. Mit dem Beginn des Computer-Zeitalters und dem späteren Einzug des Internets um die Jahrtausendwende erwuchs den Österreichischen Lotterien und den Casinos Austria ein wahrer Konkurrenz-Riese. Foto: oepb

Die Spielbanken rund um die Casinos Austria geraten seit einiger Zeit immer wieder in die Schlagzeilen. Die Gewinne schrumpfen, die Besucherzahlen gehen zurück. Genau wie im Nachbarland Deutschland hat man viel zu lange Zeit die Konkurrenz aus dem Internet nicht allzu ernst genommen. Mittlerweile sind die staatlichen Stellen, zu denen die Spielbanken gehören, zu der Erkenntnis gelangt, dass die Zukunft nicht mehr so rosig sein wird. Eine Spielbank vor Ort hat mehr einen Eventcharakter, das Geld der Spieler gelangt aber in die Top 5 Österreich Online Casinos oder in andere Netz-Angebote.

Wer heute spielen will, der zockt im Netz. Die Spielbank selbst ist zu einem Event-Ort verkommen, in dem der Besucher einmal kurz spielen will und so das Feeling von James Bond und Co. inhalieren möchte. Immerhin spielt der Geheimagent in seinen Filmen bevorzugt in den großen Spielbanken mit den bösen Typen.

Dazu kommen die wirren Verkaufsvorgänge, die in Österreich derzeit immer wieder Schlagzeilen machen. So gibt es immer noch Unklarheiten, wem die Gesellschaft Casinos Austria gehört. So hatte vor einiger Zeit der Spielautomatenhersteller Novomatic, der überall seine Hände im Glücksspiel hat, angekündigt, einen 17,2 Prozent Anteil der Spielbanken verkaufen zu wollen. Karel Komárek, ein tschechischer Milliardär der bereits 38,3 Prozent an Casinos Austria hält, wollte diese Anteile kaufen. Damit hätte er schlussendlich die Mehrheit im Unternehmen.

Die anderen Anteilshaber haben das aber nun verhindert, zumindest scheint dies so. Andere, das sind vor allem der Österreichische Staat, der über seine ÖBAG Holding immerhin selbst 33,2 Prozent hält und viele Gründe hat, den tschechischen Milliardär nicht zu akzeptieren.

Was wird passieren

Einen Monat haben die alten Anteilsnehmer Zeit, das Vorkaufsrecht wahrzunehmen. So fordert die SPÖ die Mehrheitsübernahme des Tschechen zu verhindern. Das würde aber bedeuten, dass der Staat wieder die Mehrheit übernehmen müsste. Doch macht das Sinn?

Übersicht der Beteiligungsverhältnisse in der Vergangenheit an den Casinos Austria:

  • Karel Komárek 38,29 % (über Tochterunternehmen, die zu 100 Prozent seiner Saszka Holding gehören)
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  • ÖBAG (staatlich) 33,24 %
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  • Novomatic AG 17,19 % (stehen zum Verkauf)
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  • Bankhaus Schelhammer 5,31 %
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  • Privatstiftung Dipl.Ing. Melchart 4,91 %
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  • Hotel Sacher 0,98 %
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  • Sonstige 0,08 %

Momentan kann sich der Österreichische Staat vor allem durch das Glücksspiel-Monopol behaupten, das vor einigen Jahren noch einmal nachgebessert wurde. Dennoch reicht ein Blick in die Zukunft. Der neue 5G Standard wird das Internet noch schneller und stabiler machen als je zuvor. China arbeitet sogar schon an 6G. Die Angebote zum Online Casino im Netz werden immer umspannender und ausgefeilter. Die Prognosen treffen hier auf die Wirklichkeit. Die Umsätze der Spielbanken werden weiter einbrechen. Auch wenn es nicht immer erlaubt ist, die Bürger spielen lieber im Netz, als in einer Spielbank. Und wer wollte es ihnen verbieten wollen?

Eine Mehrheitsübernahme für einen Staat würde nur Sinn machen, wenn dieser auch im Netz entsprechende Marktanteile hätte und so beide Spielarten miteinander kombinieren könnte. Das aber ist nicht der Fall.

Wettbewerbsbehörde muss prüfen

Sollte die Komárek Sazka Gruppe die Mehrheit übernehmen, muss zunächst ein weiteres Hindernis erklommen werden. Die Wettbewerbsbehörde muss die angestrebte Übernahme zunächst prüfen und so wird es weiterhin sicherlich ein Politikum bleiben, das sich noch über eine lange Zeit in Ungewissheit ausdehnen kann.

Quelle: ZZB Marketing

 

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