Österreich versus Island / Die Geschichte ist noch jung

Matchkarte vom 23. August 1989. Sammlung: oepb

Matchkarte vom 23. August 1989. Sammlung: oepb

Es geht also weiter für die Österreichische Fußball-Nationalmannschaft morgen Abend um 18 Uhr in St. Denis zu Paris im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft 2016. Und nach dem willkommenen 0 : 0-Remis gegen Portugal am vergangenen Samstag müsste morgen ein voller Erfolg her, um sich gute Verbleib-Chancen in Frankreich ausrechnen zu dürfen. Der Gegner Island wird eine harte Nuss werden, denn mit List und Tücke eroberten die Jungs bisher zwei Unentscheiden (jeweils 1 : 1 gegen Portugal und Ungarn) sind somit noch ungeschlagen und hegen ihrerseits natürlich auch Aufstiegs-Wünsche.

Faksimile Neue Kronen Zeitung und KURIER, jeweils vom 10. Juni 1989. Island und Österreich trennen sich 0 : 0.

Faksimile Neue Kronen Zeitung und KURIER, jeweils vom 10. Juni 1989. Island und Österreich trennten sich 0 : 0.

Die bisherige Bilanz Österreichs gegen Island ist gemessen an der 112jährigen Geschichte des ÖFB noch knabenhaft. Erstmals traf man im Jahre 1989 im Rahmen der WM-Qualifikation für Italien 1990 auf Island. Was dann folgte waren noch zwei Begegnungen, wobei auch hier die österreichische Gesamt-Bilanz positiv ist: 1 Erfolg und 2 Unentschieden, Tor-Differenz 3 : 2.

Das erste Aufeinandertreffen in Reykjavik, welches aus Österreichischer Sicht mit einem schmeichelhaften 0 : 0 geendet hatte, war eine Begegnung mit zukunftsweisendem Charakter. Österreich gastierte am 14. Juni 1989 somit erstmals auf der Insel und ein großartiger Fußballer schnürte letztmals seine „Packeln“. Herbert „Schneckerl“ Prohaska, nunmehr seit vielen Jahren als ORF-Fußball-Analytiker gekonnt und pointiert im Einsatz, beendete damals seine Welt-Karriere – mit knapp 34 Jahren. Am 9. Juni 1989 nahm Prohaska nach einem 5 : 0 im heimischen Franz Horr-Stadion gegen den GAK – gemeinsam übrigens mit Erich Obermayer – sportlich als Aktiver Abschied von seinem geliebten FK Austria Wien. Und 5 Tage später war für ihn auch in der Nationalmannschaft Schluss – nach 84 Länderspielen mit 12 Toren. Die Medien berichteten damals von einem überragenden Prohaska, der nach wie vor der Kopf der ÖFB-Auswahl war. Mit der Note 5 stach der „Schneckerl“ aus einer durchschnittlichen Elf hervor. Die Frage nach einer Nationalmannschaft ohne Prohaska stand immer wieder im Raum. Und dennoch half alles nichts, bereits am 18. Juni 1989 nahm Herbert Prohaska hinter dem Schreibtisch im Austria-Sekretariat Platz. Seine zweite Karriere konnte beginnen.

Faksimile KURIER vom 24. August 1989. Österreich schlägt Island mit 2 : 1.

Faksimile KURIER vom 24. August 1989. Österreich schlägt Island mit 2 : 1.

Das Rückspiel im Rahmen der WM-Qualifikation in Salzburg-Lehen brachte am 23. August 1989 einen 2 : 1-Erfolg der Österreicher gegen Island mit sich. Nach dem Ehrenanstoß durch Star-Tenor Placido Domingo übernahm Österreich vor 16.000 Zuschauern das Kommando und ließ dem Deutschen Trainer Sigi Held samt Island nicht den Funken einer Chance. Team-Debütant Heimo Pfeifenberger erzielte das 1 : 0, Manfred Zsak´s Weitschuss-Kracher zum 2 : 1 war aller Ehren wert. Österreich blieb der UdSSR in der WM-Gruppe 3 auf den Fersen und qualifizierte sich zum Schluss nach einem 3 : 0 gegen die DDR für die Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien.

Das bisher dritte Aufeinandertreffen mit Island am 30. Mai 2014 fällt bereits in die Teamchef-Ära Marel Koller und endete im Rahmen eines Freundschaftsspieles in Innsbruck brüderlich mit 1 : 1.

Morgen Abend sollte demnach ein Sieg gegen Island her, möchte man weiterhin die Schönheiten und Gastfreundlichkeiten der Franzosen inhalieren. Und, es wäre auch an der Zeit, den bisher einzigen österreichischen Torschützen bei einer EM, Ivica Vastic aus dem Jahre 2008, mit Volltreffern, erzielt aus dem derzeitigen Spieler-Kader, abzulösen. Der Fußball-Traum aller österreichischen Fußball-Fans, er möge weiterhin anhalten …

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