ÖNB / ÖSTERREICH AUS DER LUFT

Mit einem Durchmesser von 108 Metern einst die größte Kuppel der Welt: die Wiener Rotunde. Erbaut für die Weltausstellung 1873 und 1937 abgebrannt. Foto: ÖNB

Mit einem Durchmesser von 108 Metern einst die größte Kuppel der Welt: die Wiener Rotunde. Erbaut für die Weltausstellung 1873 und 1937 abgebrannt. Foto: ÖNB

Die Österreichische Nationalbibliothek – kurz ÖNB – startet mit „Österreich aus der Luft“ ihre erste Crowdsourcing-Kampagne. Dafür hat sie 10.000 historische Luftbilder aus ganz Österreich digitalisiert. Alle Interessierten sind eingeladen, diese Bilder auf online zu entdecken, zu beschreiben und auf einer Landkarte zu verorten.

Österreich aus der Luft

Die Österreichische Nationalbibliothek verwahrt in ihrem Bildarchiv rund 10.000 historische Luftbildaufnahmen aus den 1920er- und 1930er-Jahren. Die bis dato größtenteils unveröffentlichten Schwarz-Weiß-Bilder zeigen ein Österreich vor den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs, vor der Zersiedelung und dem Ausbau von Verkehrswegen und Gewerbeparks: Landschaften und Städte in Detail- und Panoramaaufnahmen, fotografiert aus unterschiedlichsten Flughöhen und bei konstant gutem Wetter. Etwa die Hälfte der Aufnahmen stammt von „Austroflug“, einer Abteilung der 1923 gegründeten „Österreichische Luftverkehrs AG“, die zweite Hälfte aus dem Nachlass von Fritz Wejrowsky, dem Inhaber eines Postkartenverlages.

Für das Crowdsourcing wurde das historisch wertvolle Bildmaterial erstmals zur Gänze digitalisiert. Die Bilder werden in zwei Tranchen auf das oben erwähnte Onlineportal gestellt. Über diese Plattform ist es in Zukunft möglich, jedes Bild auf einfache Weise online zu finden, im Detail zu betrachten und selbst zu beschlagworten.

Schloss Persenbeug in Niederösterreich vor der Errichtung des ersten österreichischen Wasserkraftwerks an der Donau. Foto: ÖNB

Schloss Persenbeug in Niederösterreich vor der Errichtung des ersten österreichischen Wasserkraftwerks an der Donau. Foto: ÖNB

Bestandserschließung online

Mit „Österreich aus der Luft“ setzt die Österreichische Nationalbibliothek auf die „Weisheit der Vielen“. Crowdsourcing (von englisch crowd für „Menschenmenge“ und sourcing für „Beschaffung“, „Akquisition“) basiert auf der Tatsache, dass viele Menschen gemeinsam mehr zum Wissen beitragen können als einzelne ExpertInnen. Auf crowdsourcing.onb.ac.at können alle Interessierten ihr Wissen mit der Community und der Bibliothek teilen und so zur Erschließung dieses umfangreichen Bestandes beitragen. Fünf Aufgaben stehen dafür zur Verfügung, die NutzerInnen entscheiden selbst über Aufgabenwahl und Umfang ihres Beitrags.

Kategorisieren: Hier werden die Bilder vorgegebenen Kategorien zugeordnet. UserInnen sehen beispielsweise das Bild des Zeller Sees, können es den Kategorien „See“ und „Bergland“ zuweisen und schon zum nächsten Bild wechseln.

Tagging: Wer keine passenden Kategorien für das Bild findet oder z. B. einen seltenen Flurnamen in dieser Region kennt oder weiß, dass hier das Geburtshaus eines Heimatdichters stand, kann vorgegebene Begriffe aus einem umfangreichen Katalog oder frei gewählte Tags zuweisen.

Verorten: Durch einen einfachen Klick können die geografischen Daten des Bildes auf einer Österreichkarte markiert werden.

Die Aufgaben vier und fünf dienen der Qualitätssicherung und werden für die Crowd freigeschaltet, sobald eine ausreichende Anzahl an Bildern bearbeitet wurde. Diese Aufgaben ermöglichen es, die von anderen UserInnen vorgenommenen Beiträge zu kontrollieren und gegebenenfalls zu verbessern: Nur mehrmals geprüfte Beiträge gehen auch wirklich online.

Landschaftliches Idyll in der Zwischenkriegszeit: Der Zeller See in Salzburg. Foto: ÖNB

Landschaftliches Idyll in der Zwischenkriegszeit: Der Zeller See in Salzburg. Foto: ÖNB

Diese Korrekturschleifen stellen ein wesentliches Qualitätsmerkmal der neuen Crowdsourcing-Plattform dar. Hat ein Bild alle fünf Aufgaben „durchlaufen“, liegen für dieses Bild qualitätsgesicherte Informationen vor.

Als kleines Dankeschön winken besonders engagierten BeiträgerInnen in Zukunft nicht nur virtuelle Gold-, Silber- und Bronze-Medaillen, sondern auch ein jährliches Crowdsourcing-Treffen in der Österreichischen Nationalbibliothek mit exklusiven Blicken hinter die Kulissen der Digitalen Bibliothek.

Damit stellt die Erschließung dieses wertvollen Bestandes mit Hilfe der Crowd eine neue Partnerschaft zwischen der Bibliothek und ihren BenutzerInnen dar. Ermöglicht wird die Umsetzung von „Österreich aus der Luft“ durch die Unterstützung der Österreichischen Lotterien, sowie der Gesellschaft der Freunde der Österreichischen Nationalbibliothek.

Lesen Sie mehr über die Österreichische Nationalbibliothek bei uns bitte hier;

www.onb.ac.at  

 

 

 

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