ÖBB / Hochleistungsfähige Infrastruktur als Basis für Mobilität

In einem Pressegespräch haben Bundesminister Norbert Hofer (links) und ÖBB Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä die Investitionsprojekte für die Ostregion präsentiert. Foto: ÖBB/Andreas Scheiblecker

In einem Pressegespräch haben Bundesminister Norbert Hofer (links) und ÖBB Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä die Investitionsprojekte für die Ostregion präsentiert. Foto: ÖBB/Andreas Scheiblecker

Investitionsprojekte in die österreichische Schieneninfrastruktur mit einem Gesamtvolumen von rund 670 Millionen Euro werden heuer in Ostösterreich realisiert.

Rund 40 Prozent des österreichischen Schienennetzes liegt in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. Die Region zählt zu den am stärksten frequentierten Pendlerstrecken des Landes. Sehr viele der mehr als 3,7 Millionen Einwohner der Ostregion pendeln regelmäßig mit dem Zug. Mit den nun vorgestellten Investitionsmaßnahmen wird das Bahnangebot in der Ostregion auch 2018 noch attraktiver werden und soll noch mehr Menschen zum Umstieg auf die Bahn bewegen.

Ein Schwerpunkt der Investitionen fließt in Streckenservice und -sicherheit sowie Lärmschutz oder Park&Ride-Anlagen, welche insbesondere in der stark frequentierten Umgebung der Ballungsräume ausschlaggebend sind, wenn es darum geht, den Umstieg von der Straße auf die Schiene voranzutreiben.

Bundesminister Norbert Hofer zu den Investitionsprojekten der ÖBB: „Eine leistungsfähige Schieneninfrastruktur ist die Basis für klimafreundliche Mobilität. Durch die geplanten Investitionen werden wir das Mobilitätsverhalten der Österreicherinnen und Österreicher wesentlich gestalten und das Angebot entscheidend verbessern.“ Schließlich sei die Bahn das umweltfreundlichste Verkehrsmittel Österreichs. Die ÖBB fahren mit 92 Prozent erneuerbarer Energie und sparen durch ihre Transportleistung im österreichischen Schienennetz insgesamt rund drei Millionen Tonnen pro Jahr an CO2-Emissionen.

Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä zu den Vorhaben in der Ostregion: „Das Bekenntnis zu einem attraktiven sowie günstigen öffentlichen Verkehrsangebot und leistungsfähigem Güterverkehr auf der Schiene sind die Grundlage zur Lösung von Verkehrsproblemen und für nachhaltigen Klimaschutz. Mit den Investitionen von rund 670 Millionen Euro in neue Schieneninfrastruktur, moderne Bahnhöfe, Park&Ride-Anlagen und dem Ausbau des Mobilfunknetzes in der Ostregion werden wir noch mehr Menschen für die Bahn begeistern.“

Projektübersicht:
Beim Semmering-Basistunnel nehmen 2018 die beiden Tunnelbohrmaschinen ihre Arbeit vom Fröschnitzgraben – der Mitte des Tunnels – in Richtung Gloggnitz auf. Rund ein Drittel des 27 km langen Tunnels wird im maschinellen Vortrieb gebaut. Nach der Fertigstellung des Tunnels zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag 2026 können Fahrgäste in 1:50 h von Wien nach Graz reisen.

Bei der Pottendorfer Linie wird beim im Bau befindlichen Abschnitt Hennersdorf-Münchendorf weiter gearbeitet. Der Bahnhof Hennersdorf wird eröffnet. Beim Abschnitt Ebreichsdorf ist das Trassenauswahlverfahren abgeschlossen. Die Gesamtfertigstellung ist für 2023 geplant. Das Projekt schafft die Voraussetzungen für ein besseres Angebot im Fern- und Nahverkehr für tausende Pendlerinnen und Pendler zwischen Wien Hauptbahnhof und Wiener Neustadt.

Beim Streckenausbau Wien-Bratislava (Abschnittsweise zweigleisiger Ausbau und die Elektrifizierung der bestehenden ÖBB-Strecke vom Bahnhof Stadlau bis zur Staatsgrenze nahe Marchegg) wird 2018 der Ausbau der S 80 bis Aspern Nord (Wr. Modul) fertiggestellt. Es starten die Arbeiten im niederösterreichischen Abschnitt mit einem Spatenstich am Bahnhof Raasdorf.

Bei der Nordbahn – ebenfalls ein Schlüsselprojekt entlang der neuen Südstrecke – laufen die Planungen weiter. Das Projekt ermöglicht eine Fahrzeitverkürzung durch Ausbau der Strecke von Süßenbrunn bis zur Staatsgrenze und schafft die Voraussetzungen für den 15-Minuten-Schnellbahntakt zwischen Wien und Gänserndorf.

Der Nahverkehrsausbau als Ost-West-Verbindung im Großraum Wien wird ebenfalls weiter geplant: Bei der Verbindungsbahn zwischen Meidling und Hütteldorf schreiten die Planungen voran.

Die Bahnhofsoffensive auch 2018 weiterführen
Während die großen Bahnhöfe seit 2010 bereits sukzessive modernisiert wurden, steht 2018 vor allem der Umbau des Bahnhofs Tulln im Fokus – einer der meist frequentierten Bahnhöfe in der Ostregion. Der Spatenstich ist bereits im Jänner 2017 erfolgt. Bis 2018 wird der Bahnhof moderner, freundlicher und barrierefrei. Gesamtfertigstellung ist 2019.

Die Haltestelle Wien Hetzendorf wurde bereits Anfang 2018 fertig gestellt (Einbau von Liften), ebenso wie demnächst der Bahnhof Kritzendorf. Beim Bahnhof Parndorf Ort starteten die Maßnahmen zur Herstellung der Barrierefreiheit Anfang Februar 2018.
Das Mobilitätsverhalten der Kundinnen und Kunden wird immer vielfältiger

Die Kombinationen „Bahn und Auto“ oder „Bahn und Fahrrad“ sind so beliebt wie nie zuvor. Auch der VCÖ-Bahntest 2017 hat gezeigt, dass sich die ÖBB-Fahrgäste Bahnhöfe als multimodale Schnittstellen wünschen. Daher investieren die ÖBB auch in den Ausbau der Park&Ride- und Bike&Ride-Plätze, um die Knotenpunkte zwischen Individual- und öffentlichem Verkehr anbieten zu können. Dazu zählen zum Beispiel in der Ostregion P&R Tullnerfeld, P&R Kittsee, P&R Platt/Zellerndorf oder B&R St. Pölten.

Vom Ausbau der E-Ladeinfrastruktur bei Bahnhöfen profitieren die Fahrgäste ebenfalls sehr stark, da sie stressfrei und bequem mit dem Zug reisen können, während ihr E-Auto auflädt. Bis Ende 2018 werden rund 50 P&R-Standorte mit mehreren Ladepunkten ausgerüstet.

Mit rund 25.000 Liegenschaften und einer Gesamtgrundfläche von ca. 197 Millionen m2 sind die ÖBB einer der größten Immobilieneigentümer Österreichs. Auch in der Ostregion schreitet die Immobilienentwicklung rund um die Bahnhöfe voran, zum Beispiel am:

-      Wien Nordwestbahnhof
–      Wien „Neues Landgut“
–      Amstetten
–      Zentrallehrwerkstätte Wien
–      Florasdorf
–      Wien Hütteldorf/Deutschordenstraße
–      Bildungscampus St.Pölten

Die ÖBB und das BMVIT haben sich gemeinsam mit den heimischen Mobilfunkbetreibern zum Ziel gesetzt, das Mobilfunknetz entlang von priorisierten Bahnstrecken in Österreich deutlich auszubauen. 100 Millionen Euro sollen in den Mobilfunkausbau investiert werden, wovon 66 Millionen Euro auf die ÖBB entfallen. Weitere 3,5 Millionen Euro wurden bereits in WLAN-Ausbaumaßnahmen an 33 Bahnhöfen investiert, weitere Maßnahmen sind in Planung. In den nächsten Jahren sollen rund 1.500 Kilometer des heimischen Eisenbahnnetzes besseren Mobilfunkempfang erhalten.

Die ÖBB überprüfen auch die Strecken regelmäßig und unterziehen sie bei Bedarf einer Rundumerneuerung. So sorgt man im Sinne der Kunden für sicheres, pünktliches und komfortables Reisen. In diese Reinvestitionsprojekte fließen in der Ostregion im Jahr 2018 alleine mehr als 180 Millionen Euro.

Beispiel Semmering-Bestandsstrecke: Mit ihren 14 Tunneln, 16 Viadukten und über 100 Brücken und Durchlässen ist die Semmering-Bergstrecke Wahrzeichen einer gesamten Region. Die ÖBB übernimmt Verantwortung für die denkmalgeschützte Strecke und saniert 2018/2019 drei weitere Viadukte. So bleibt nicht nur der Komfort für die Bahnkunden aufrecht, auch der kulturelle Wert der Strecke wird gepflegt und erhalten. Der Semmering-Basistunnel wird ab 2026 die Strecke weiter entlasten und ergänzen.

2017 in der Ostregion erreicht
Im Vorjahr konnte man den viergleisigen Ausbau der Weststrecke zwischen Wien und Linz Kleinmünchen fertigstellen. Der Lückenschluss St. Pölten–Loosdorf wurde im Dezember 2017 in Betrieb genommen und schafft die Voraussetzung für ein attraktives Angebot im Personenverkehr entlang der neuen Weststrecke. Der viergleisige Ausbau zwischen Ybbs und Amstetten wurde 2017 komplett finalisiert.

Der Streckenausbau Wien–Bratislava (Abschnittsweise zweigleisiger Ausbau und die Elektrifizierung der bestehenden ÖBB-Strecke vom Bahnhof Stadlau bis zur Staatsgrenze nähe Marchegg) wurde auch 2017 erfolgreich weitergeführt. Ab 2023 profitieren Reisende sowie Pendlerinnen und Pendler dann von den Vorteilen: um 25 Minuten kürzere Fahrzeiten im Fernverkehr, mögliche Taktverdichtung im Nahverkehr, barrierefreie Bahnhöfe. sowie im Wiener Bereich eine direkte Umsteigemöglichkeit auf die U2.
 
Der Ausbau der Südstrecke wurde 2017 weiter vorangetrieben:
So sind etwa alle Tunnel-Abschnitte des Semmering-Basistunnels seit Juni 2017 voll in Bau. Gleichzeitig starteten die Tunnelarbeiten beim dritten und letzten Abschnitt Grautschenhof.

Für die Bahn-Kunden schafft man so nicht nur die Voraussetzungen für attraktivere Zugverbindungen: Mit der Modernisierung der Bahnhöfe kommt man auch den Wünschen der Reisenden nach barrierefreien, freundlichen und modernen Bahnhöfen nach. Im Jahr 2017 konnte daher auf die Fertigstellung folgender Bahnhofsmodernisierungen und P&R-Anlagen in der Ostregion hingewiesen werden:

-      Bahnhof Laa an der Thaya
–      Spillern
–      Gmünd
–      Sarasdorf
–      Wilfleinsdorf
–      Moosbierbaum-Heiligeneich
–      Bahnhof Hütteldorf
–      P&R Haag
–      P&R Kritzendorf
–      P&R Bf. Tullnerfeld

www.oebb.at

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