ÖBB / Großer Bahnhof für Wechselkröte & Zauneidechse

Am Areal des Wiener Nordbahnhof entsteht ein neues Wohnviertel. Foto: MA21Christian Fürthner

Am Areal des Wiener Nordbahnhof entsteht ein neues Wohnviertel. Foto: MA21Christian Fürthner

Am Nordbahnhof in Wien entsteht ein neues Wohnviertel. Doch bevor der Baustart für die künftigen Bewohner fällt, übersiedeln die „alten Bewohner“, zwei schützenswerte Tierarten, innerhalb des Areals.

Die Wechselkröte und Zauneidechse freuen sich über ihre neue Heimat. So wurde am Nordbahnhof, in der „Freien Mitte“ des noch nicht bebauten Areals, ein neues Platzerl für die beiden Tierarten geschaffen. Am 5. Mai 2017 haben die ÖBB gemeinsam mit der Bezirksvertretung die Übersiedlung vorgenommen.

Gemäß des „Naturschutzrechtlichen Bescheids der MA 22“, haben sich die Experten seit Mitte Februar um die Ersatzlebensräume für die Wechselkröte und die Zauneidechse gekümmert: Als erstes wurden die Biotope für diese beiden schützenswerten Tierarten gebaut. Zeitgleich wurde eine amphibiensichere Einzäunung auf dem Baufeld aufgestellt, auf dem künftig die Wohnbauten und die Schule stehen. So konnten bereits erste kleine Vorarbeiten durchgeführt werden. Und nun wurden die Wechselkröten und Zauneidechsen eingesammelt und in das Ersatzbiotop gebracht.

Zu diesem Zweck werden die "alten Bewohner" abgesiedelt. Wechselkröten-Foto: C. Hill

Zu diesem Zweck werden die “alten Bewohner” abgesiedelt. Wechselkröten-Foto: C. Hill

Nachdem die beiden Tiere ihr neues Quartier bezogen haben, beginnen jetzt der Abtrag der alten Bahndämme und die Herstellung einer ebenen Baufläche.

Übersiedlung im Detail
Alle Wechselkröten und Zauneidechsen werden seit April  2017 auf den Baufeldern des Projektes „Wohnallee mit Bildungscampus“ von Experten eingesammelt und in das neu geschaffene Biotop in der Stadtwildnis, also in die sogenannte „Freie Mitte“, übersiedelt. Sie liegt gegenüber des Robert-Uhlir-Hof/Vorgartenstraße. Die Baufelder befinden sich im Anschluss an den Austria Campus und reichen bis zur Höhe Taborstraße und zukünftiger Bruno-Marek-Allee.

Das neue Quartier besteht aus:

  • 2 Laichgewässern mit je ca. 150m2 Größe und einer Wassertiefe von max. 40cm.
  • 3 Habitaten für die Zauneidechse mit je ca. 50m2 bestehend aus Holzstrukturen, Wurzelstöcken, Grobschotter, Steinblöcken sowie Sand. Das Gelände wurde etwa 40cm tief abgetragen und dann mit den Materialien auf eine Höhe von ca. 50cm aufgebaut

Weiters weisen Schilder neben den Biotopen darauf hin, dass es sich hier um Lebensräume für Tiere handelt. Das Aussetzen von Fischen ist zu unterlassen, da diese den Laich der Kröten fressen. Natürlich sollen auch die Habitate für die Zauneidechsen nicht mit zusätzlichen Unrat und Müll von Passanten beschädigt werden.Um die Tiere auch während der Bauphase zu schützen, werden die Baufelder aktuell mit einem amphibiensicheren Zaun eingegrenzt.

Stadtentwicklung Wien Nordbahnhof:

Wechselkröte sowie Zauneidechse erhalten neue Lebensraum-Biotope. Foto: C. Hill

Wechselkröte sowie Zauneidechse erhalten neue Lebensraum-Biotope. Foto: C. Hill

Bis Herbst 2020 werden auf der rund 3,5 Hektar großen Fläche rd. 750 Wohnungen und der Bildungscampus Nordbahnhof (Baustart: Sommer 2018) gebaut.

www.oebb.at

Bitte beachten Sie auch diese ÖBB-Artikel bei uns:

comments are closed.