Neonicotinoide-Verbot schreit nach Rübenbauern-Lösung

Gedankenverloren lassen wir uns die herrlichen Palatschinken - "hauchdünn" um beim letzten "70er - leben lassen-Programm" von Lukas Resetarits zu bleiben - schmecken. Wo der Zucker dafür allerdings herkommt, interessiert uns dabei weniger. Nun, aus Österreich sollte er schon sein, oder? Foto: oepb

Gedankenverloren lassen wir uns die herrlichen Palatschinken – “hauchdünn” um beim letzten “70er – leben lassen-Programm” von Lukas Resetarits zu bleiben – schmecken. Wo der Zucker dafür allerdings herkommt, interessiert uns dabei weniger. Nun, aus Österreich sollte er schon sein, oder? Foto: oepb

Bedeutet das jetzt das Aus für den beliebten Wiener Zucker? Am Freitag, 27. April 2018 wurde auf europäischer Ebene ein Verbot von drei Neonicotinoide beschlossen. Diese sind in Österreich ein unverzichtbarer Bestandteil für einen effektiven Pflanzenschutz im Zuckerrübenanbau. Geringe Mengen des Wirkstoffes werden in das pillierte Saatgut eingearbeitet, das mit einer Schutzschicht überzogen und in den Boden eingearbeitet wird. Ab 2019 ist nun auch diese Anwendungsform verboten. Für die heimischen Zuckerrübenbauern eine Katastrophe. Denn derzeit gibt es keine Alternative für die drei Neonicotinoide, die in Österreich eingesetzt werden.

Ich habe mit zahlreichen betroffenen Bauern gesprochen. Sie sind verzweifelt und wissen nicht mehr weiter. Derzeit haben viele Rübenbauern mit extremen Schädlingsbefällen zu kämpfen, sogar mit den zugelassenen Pflanzenschutzmitteln kann man nur schwer gegen den Erdfloh oder den Rüsselkäfer ankämpfen. Wie sie das ohne Hilfsmittel bewerkstelligen sollen, ist völlig unklar.“, sagt Bauernbund-Präsident Abg. z. NR DI Georg Strasser.

Wiener Zucker oder Importe aus Brasilien?
Eines ist für Bauernbund-Präsident Georg Strasser klar: „Wir brauchen nach dem Verbot der Neonicotinoide eine ordentliche Lösung für unsere 6.000 Rübenbauern in Österreich. Da es derzeit keine alternative Möglichkeit zur Schädlingsbekämpfung gibt, müssen wir über Leistungsabgeltungen sprechen.“ Durch das Verbot der Neonicotinoide in der EU ist nicht nur die Zuckerproduktion in Österreich, sondern auch in Europa gefährdet. Dadurch machen wir uns von Importen abhängig. „Wollen wir in Zukunft noch den Wiener Zucker im Supermarkt-Regal haben oder lieber Importe aus Brasilien? Wenn wir Neonicotinoide in Europa verbieten, müssen wir auch bei Importen aus Drittländern strenger auf die Produktionsbedingungen sowie auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln schauen. Es kann nicht sein, dass wir in Europa gewisse Pflanzenschutzmittel verbieten und dann holen wir sie uns durch die Hintertüre wieder auf den Teller. Wenn wir Zucker ohne Neonicotinoide wollen, heißt das auch, dass wir den Import von Zuckerüben aus Drittstaaten, welche diese Mittel verwenden, eindämmen oder sogar ganz verbieten müssen. Das sind wir unseren Rübenbauern schuldig!“, betont Strasser.

In diesem Zusammenhang erinnert Georg Strasser noch einmal an die Gefahren des Freihandelsabkommens Mercosur für die heimische Landwirtschaft: „In den Mercosur-Staaten herrschen völlig andere Produktionsbedingungen als in Europa. Egal ob es um soziale Standards, Tierwohl oder den Einsatz von Gentechnik und Pflanzenschutzmitteln geht. In Europa verbieten wir gewisse Wirkstoffe, doch in diesen Ländern werden sie ohne Bedenken weiterverwendet. Wenn man nicht gewünschte Produktionsbedingungen in andere Länder auslagert, wird dadurch kein Problem gelöst, es verschwindet nur aus unserem Blickfeld.“, so der Bauernbund-Präsident Georg Strasser abschließend.

Lesen Sie mehr über den Österreichischen Bauernbund bitte hier;

www.bauernbund.at

 

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