Melk / Tusch-Ehren für eine Brücke

80 Jahre und ein bisserl weise. Die Melker St. Leopold-Brücke verrichtet nach wie vor gute Dienste. Foto: oepb

80 Jahre und ein bisserl weise. Die Melker St. Leopold-Brücke verrichtet nach wie vor gute Dienste. Foto: oepb

Die St. Leopold-Brücke zu Melk an der Donau in Niederösterreich, direkt am Fuße des bombastischen Stiftes gelegen, feierte im heurigen Frühjahr ihren 80. Geburtstag! Diese Stahlbrücke, eine Nietkonstruktion über den Melkfluss, wurde wegen der steten Hochwassergefahr anstelle der vormaligen Pontonbrücke in den Jahren 1936/37 als sogenannte Hubbrücke gebaut. Hubbrücke deshalb, da sie mittels vier Hebevorrichtungen bis zu drei Meter über das Fahrbahnniveau angehoben werden kann. Damit ist sie hochwassersicher.

Die Brücke einerseits und das Stift Melk andererseits. Ein Duett, das bereits seit über 80 Jahren Bestand hat. Foto: oepb

Die Brücke einerseits und das Stift Melk andererseits. Ein Duett, das bereits seit über 80 Jahren Bestand hat. Foto: oepb

Die in Österreich einzigartige Stahlfachwerkhubbrücke überspannt auf einer Länge von 50 Metern den Melkfluss und hat ein Eigengewicht von 123 Tonnen. Dabei kommt sie ohne Pfeiler und Träger aus. Die feierliche Eröffnung und Einweihung der Brücke, die damals 190.000 Schilling (etwa € 13.800,-) gekostet hatte, erfolgte am 23. Mai 1937 durch Landeshauptmann ÖkR. Josef Reither unter Beisein des Melker Bürgermeisters Julius Herbst, sowie Abt Amand John. Zur Erinnerung an den dem Vernehmen nach in Melk geborenen niederösterreichischen Landespatron erhielt sie den Namen Sankt Leopold Brücke.

Am 7. Mai 1945, unmittelbar und einen Tag vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges, konnten einige beherzte Melker unter dem Einsatz ihres Lebens die bereits angebrachten Sprengladungen an der Brücke beseitigen und somit deren Fortbestand – bis in die heutige Zeit – sichern. Im Jänner 1973 wurde die Melker Donaubrücke für den Verkehr freigegeben.

Blick auf die Bundesheer-Behelfsbrücke, errichtet von den Melker Pionieren, über den Melkfluss. Foto: oepb

Blick auf die Bundesheer-Behelfsbrücke, errichtet von den Melker Pionieren, über den Melkfluss. Foto: oepb

Bis dahin war die Rollfährestraße mit der Hubbrücke St. Leopold die wichtigste Zufahrtsmöglichkeit zum und ins Waldviertel. Seit 2009 ist die Brücke nur mehr für Fußgänger und Radfahrer passierbar. Die PKWs und Busse können 300 Meter weiter über eine Bundesheer-Behelfsbrücke fahren, um durch die Donau-Auen durch direkt zu den Schiffsanlegestellen am Donau-Strom zu gelangen.

Einige Meter weiter, auf Höhe der Tankstelle, soll bis 2019 eine neue Brücke die alte Behelfsbrücke ersetzen. Foto: oepb

Einige Meter weiter, auf Höhe der Tankstelle, soll bis 2019 eine neue Brücke die alte Behelfsbrücke ersetzen. Foto: oepb

 

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Nicht so berühmt, aber älter

Die heute denkmalgeschützte St. Leopold-Brücke zu Melk hat bis dato bei weitem nicht jenen Bekanntheitsgrad erreicht, wie beispielsweise die Golden Gate Bridge zu San Francisco in Kaliforniern in den USA, aber sie ist älter. Genau genommen um ganze 4 Tage hat die Melker Brücke der damals längsten Hängebrücke der Welt die Nase voraus.

www.stadt-melk.at

 

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