LINZ / Stadtbauern mit Markt-Potenzial

Schülerinnen und Schüler machen ab sofort regionale Produkt-Palette der Linzer Ab-Hof-Nahversorger digital sichtbar. Im Bild von links: Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger, Michaela Hartl, Direktorin HBLA Elmberg, Stadtbäuerin Michaela Sommer und Vizebürgermeister Bernhard Baier. Foto: Stadt Linz

Schülerinnen und Schüler machen ab sofort regionale Produkt-Palette der Linzer Ab-Hof-Nahversorger digital sichtbar. Im Bild von links: Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger, Michaela Hartl, Direktorin HBLA Elmberg, Stadtbäuerin Michaela Sommer und Vizebürgermeister Bernhard Baier. Foto: Stadt Linz

In der Anonymität der Stadt den urbanen Ab-Hof-Nahversorger zu finden, war bis dato nicht immer ein leichtes Unterfangen. Mit der neuen Website www.linzerlandwirte.at hat die mühselige Suche nach den „Lieblings“-Direktvermarktern in Linz ein Ende.

„Mit nur einem Klick werden auf der online gegangenen Website nun die Stadtbauern mit mehr als 200 verschiedenen Produkten von der Alpakawolle über die traditionelle Brettljause bis hin zum Fisch sichtbar. Künftig kann man sich hier über die umfangreiche Palette an bäuerlichen Erzeugnissen aus Linz informieren. Mit einem Klick kann nun der Schweinefleischbetrieb, der Gemüsebauer oder der Ab-Hof-Milchverkauf des Vertrauens in Linz gefunden werden. Direkt in der Wohnumgebung ohne weite Wege zurücklegen zu müssen. Frisch, regional und nachhaltig!“, freut sich der für Wirtschaft und Märkte zuständige Vizebürgermeister Bernhard Baier über die gelungene Regionalitäts- und Nachhaltigkeits-Initiative des Wirtschaftsressorts der Stadt Linz, der Schülerinnen und Schüler der HBLA Elmberg für Landwirtschaft und Ernährung und der Linzer Landwirte.

Ab-Hof-Nahversorger auf einen Klick und Blick

Insgesamt 28 Stadtbauern mit Ab-Hof-Vermarktung samt Koordinaten und Produktinfos sind auf der Website zu finden. „Dieses Service soll ein digitaler Kompass für die Konsumentinnen und Konsumenten durch unseren regionalen Stadt-Bauernladen sein.“, so Baier weiter. Für ihn ist klar, die Linzer Stadtbauern haben Markt-Potenzial. Schon bisher haben sie eine Vielzahl an verschiedensten hochqualitativen, regionalen Produkten angeboten.

Weil aber im urbanen Raum oftmals die Landwirtschaft und ihre Erzeugnisse unsichtbar sind, wurde die Idee für die Initiative geboren, die nun im vergangenen Unterrichtsjahr von 61 Schülerinnen und Schülern der 4. Klassen der HBLA Elmberg mit umgesetzt wurde, lobt Baier dieses Engagement. Da in der Gesellschaft regionale, frische hochqualitative

Lebensmittel, der Trend zum Bodenständigen, Geerdeten in der immer mehr an Tempo gewinnenden Gesellschaft, besonders im städtischen Bereich, eine immer höhere Bedeutung bekommen, soll in weiterer Folge die Zusammenarbeit zwischen der Linzer HBL Elmberg und der Stadt ausgebaut werden. Insbesondere auch wenn es um den Bereich der Linzer Märkte und damit verbundener gesunder Ernährung geht.

Auftakt der Initiative

7. Juni Pop-up-Markt am Linzer Hauptplatz

Am 7. Juni findet mit dem 1. Pop-up-Markt der Stadtbauern gemeinsam mit den Schülerinnnen und Schülern der HBLA Elmberg am freitäglichen Stadtmarkt am Hauptplatz der analoge Auftakt statt. Dort wird von 9 bis 12 Uhr die reichhaltige Produktpalette analog angeboten werden. „Es freut mich, dass die Schülerinnen und Schüler der Höheren Bundeslehranstalt für Landwirtschaft und Ernährung Elmberg mit der Initiative linzerlandwirte.at den Unterrichtgegenstand Projektmanagement und Marketing gleich für ein konkretes Projekt genutzt haben!“, sagt Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger. Zudem sei die Initiative ein wichtiger Beitrag dazu, die direktvermarktenden landwirtschaftlichen Betriebe in der Stadt vor den Vorhang zu holen.

„Mit der Homepage und dem Pop-up-Markt am Linzer Hauptplatz wird der Kontakt zu den Konsumentinnen und Konsumenten gestärkt und die Wertschätzung für regionale Produkte erhöht. In Österreich ernährt ein landwirtschaftlicher Betrieb 110 Menschen, das soll auch in den Ballungszentren klar kommuniziert werden.“ Die Linzerinnen und Linzer aber auch jene Konsumenten, die im direkten Umland von Linz wohnen, erfahren durch linzerlandwirte.at, welcher Hof hinter ihrem Produkt steckt. Zudem wird die am Stadtrand von Linz angesiedelte HBLA für Landwirtschaft und Ernährung damit noch besser im urbanen Kontext verankert.

„Die Idee der Schülerinnen und Schüler, der Bevölkerung rund um und in Linz bewusst zu machen, welche Lebensmittel von Landwirten in Linz produziert werden, haben die Schülerinnen und Schüler mit großer Begeisterung umgesetzt“, beschreibt Michaela Hartl, Direktorin der HBLA Elmberg den Projektablauf der HBLA Elmberg, der in enger Abstimmung mit dem Wirtschaftsressort der Stadt und den Linzer Landwirten erfolgte. Die HBL Elmberg am Stadtrand von Linz ist selbst einer jener 28 landwirtschaftlichen Betriebe, die auf der Website zu finden sind. Der Großteil der erzeugten Bioprodukte des landwirtschaftlichen Lehrbetriebes geht an die schuleigene Betriebsküche für die Verpflegung der Schülerinnen und Schüler. Die Schule bietet zudem Führungen am Schulgelände für Kindergärten und Volksschulen an, um den Kindern die Natur näher zu bringen. „Wir wollen vermitteln, woher unsere Lebensmittel kommen.“, so Hartl.

Während der Umsetzung des Projektes besuchten die Jugendlichen zahlreiche Bäuerinnen und Bauern in Linz, um Informationen zu sammeln und sich ein eigenes Bild von den Betrieben zu machen. Diese Informationen wurden für den Inhalt der Website, sowie für eine Broschüre und eine Abschlusspräsentation verarbeitet. „Unser Ziel ist es, dass die Menschen wieder mehr regionale und saisonale Produkte einkaufen und auf die Herkunft der Lebensmittel achten. Auf der Website sowie in der Broschüre sind sämtliche Informationen über die Betriebe und die erzeugten Lebensmittel nachzulesen. Zusätzlich sind hier auf der Website auch Betriebsbeschreibungen, Rezepte sowie ein Imagevideo abrufbar.“

„Die Initiative ist für die direktvermarktenden landwirtschaftlichen Betriebe sowie für die Konsumenten eine Win-Win-Situation. Denn selbst wir Linzer Landwirte waren überrascht, wie viele verschiedene Familienbetriebe unterschiedlichste Produkte und Dienstleistungen anbieten“, freut sich Michaela Sommer, die als Stadtbäuerin mit landwirtschaftlichem Betrieb im Linzer Süden, die Schule bei der Erarbeitung des Projektes begleitet hat.

Warum Stadtbauern schneller auf Wünsche und Trends reagieren können

Die Vorteile der Bauern und Bäuerinnen in der Stadt sieht Sommer in der Nähe zum Konsumenten. „Das gibt die Möglichkeit zum Gespräch, Fragen können sofort beantwortet werden. Der Kunde oder Nachbar erlebt die Produktion aus nächster Nähe. Ein Vertrauensverhältnis lässt sich leichter aufbauen, wenn man den Produzenten kennt und sieht wie er arbeitet“, erklärt Stadtbäuerin Sommer. So könne man auch schneller auf Wünsche und Trends reagieren. Einen Riesenvorteil für den Konsumenten sieht sie in der Produkt-Frische aufgrund der kurzen Wege!

Produktionsschwerpunkte der Linzer Bauern

Die Linzer Bauern sind in vier Ortsbauernschaften aufgeteilt, zwei davon befinden sich in Urfahr. Während dort der Produktionsschwerpunkt auf Tierhaltung liegt, ist der Fokus im restlichen Linz auf Ackerbau gerichtet. In Urfahr werden unter anderem Bio-Jungrind ab Hof, Kuhmilchprodukte, Schweinefleisch und Produkte daraus, Schaf- und Ziegenkäse und Lammfleisch angeboten. Weitere Leistungen der Landwirte sind die Grassamenvermehrung,

Pferdehaltung für Freizeitsport, Feldgemüsebau, Uhudlerproduktion und die Produktion von Kachelofenholz. Zudem gibt es bäuerliche betriebene Mostschänken und Einstellplätze für Pferde. In Linz Mitte sowie im Linzer Süden erhält der Konsument ab Hof Eier aus Bodenhaltung, Schweinefleisch und verarbeitete Produkte aus Schweinefleisch, Wildfleisch, Most und Saft ab Hof, Erdbeeren, Himbeeren, Spargel, Gemüse und Kartoffel. Es findet Saatgutproduktion statt sowie der Anbau von Gerste, Weizen, Mais, Zuckerrübe, Sojabohne, Kümmel, Mohn. Zudem gibt es bäuerliche Mostschänken, Einstellplätze für Pferde und Kachelofenholz.

Urlaub am Bauernhof in der Stadt

Urlaub am Bauernhof mitten im der Stadt? Ja, auch das ist in Linz möglich. Im Linzer Süden in Ebelsberg bieten gleich zwei landwirtschaftliche Betriebe dieses Angebot.

Die bäuerlichen Betriebe in Linz gliedern sich in:

In Linz gibt es insgesamt rund 130 bäuerliche Betriebe, davon weisen rund 80 Betriebe eine Marktleistung auf, der Rest sind Kleinstbetriebe.

Von den aktiven Landwirtschaften sind:

* 19 Rinderbauern

* 5 Milchkuhbauern

* 9 Schweinebauern

* 9 Pferdelandwirte

* 22 Geflügelhalter

* 10 Ziegen- und Schafe-Halter

* 5 Betriebe mit Milchanlieferung

* Rest: reine Ackerbauern

* Natürlich gibt es auch viele Mischformen der landwirtschaftlichen Betriebszweige in Linz.

www.linz.at

www.linztermine.at

Lesen Sie noch mehr über die oberösterreichische Landeshauptstadt LINZ bei uns bitte hier;

 

 

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