LINZ / Regionale Wirtschaftsinitiativen – Schrittmacherpulsierender Stadtteile

Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier (links) und WKO-Bezirksstellenobmann KommR Mag. Klaus Schobesberger setzen sich für regionale Linzer Wirtschaftsinitiativen ein. Foto: WKO / Röbl

Vizebürgermeister Mag. Bernhard Baier (links) und WKO-Bezirksstellenobmann KommR Mag. Klaus Schobesberger setzen sich für regionale Linzer Wirtschaftsinitiativen ein. Foto: WKO / Röbl

„Beim gemütlichen Bummel durch die Stadtteile zeigt sich, welche Bedeutungdie Betriebe für die Stadtteilbewohner haben: die Nahversorgung ums Eck ist ein echter Mehrwert und wichtig für die Identifikationmit „seiner“ Wohnumgebung. Im Wettbewerb mit Online-Handel undden Einkaufszentren wird gleichzeitig bewusst, dass ein solch persönliches Einkaufserlebnis das urbane Lebensgefühl entscheidend prägt und kleine, feine unternehmergeführte Betriebe nicht ersetzt werden können. Stadtbild und Image der Stadt Linz profitieren davon ganz wesentlich!“, ist sich Wirtschaftsreferent Vizebürgermeister Bernhard Baier sicher.

„Eine funktionierende Einkaufsstraße prägt das Image und die Lebensqualitätim Stadtteil. Aktive Kaufmannschaften und Wirte sorgen für Lebenund stärken die Stadtteilverbundenheit. Lebt der Handel, das Gewerbeund die Gastronomie, lebt der Stadtteil. Kooperation statt Einzelkämpfertum ist dabei der Erfolgsschlüssel.“, ergänzt dazu Klaus Schobesberger, Obmann der WKO Linz-Stadt.

Einkaufsstraßen als Nahversorger und Schrittmacher pulsierender Stadtteile
Nationale und internationale Handelsketten in fast allen Handelsbranchen können die KonsumentInnen mittlerweile in jeder Klein- und Großstadt vorfinden. Das Plus und der Mehrwert der Einkaufsstraßen in den Stadtteilenliegt in den vielen kleinen, gewachsenen, eigentümergeführten, unverwechselbaren Geschäften. Dieser Vorteil ist gleichzeitig ein Nachteil: Es ist schwieriger, die vielen Einzelinteressen unter einen Hut zu bringen und gemeinsame Marketing-Aktionen und -projekte durchzuführen. Die gemeinsam
organisierte Einkaufsstraßenbetreuung sorgt auch im elften Jahr für die personelle und fachliche Unterstützung der ehrenamtlichen Interessengemeinschaften. Gemeinschaftsaktivitäten der Kaufmannschaft und der Gastronomie werden dann von Stadt und Land mit insgesamt 50 Prozent finanziell gefördert. „Die Einkaufsstraßen in den Stadtteilen werden für ihre Fachgeschäfte und vor allem für ihre Nahversorgungsfunktion geschätzt.“, weiß Wirtschaftsreferent Vizebgm. Bernhard Baier aus der Praxis zu berichen. Waren des täglichen Bedarfs werden großteils vor Ort im Stadtteil eingekauft. Bei mittelfristigen Bedarfsgütern (Bekleidung, Schuhe, Sportartikel) wiederum kommen KundInnen aus anderen Stadtteilen und Nachbarbezirken oftmals weit her, um in Fachgeschäften in Stadtteilen einzukaufen. Hier gibt es häufig noch Beratung und Service vom Chef oder der Chefin höchstpersönlich.

Integration von stationärem Handel und Onlinehandel auch in den Stadtteilen
Die Zukunft liegt in Multi-Channel-Strategien, d.h. der Integration von stationärem und Onlinehandel. Auch der Handel in den Stadtteilen muss die KundInnen dort abholen, wo sie gerade shoppen wollen: beim Einkaufsbummel, mit dem Tablet-PC im Webshop oder per App auf dem Smartphone. Eine gute Homepage ist heute ein Muss für jeden Handels-, Gewerbe- und Gastronomiebetrieb und so wie ein einladendes Schaufenster und eine attraktive Ladengestaltung die erste Visitenkarte aus Sicht der KundInnen, denn diese informieren sich und gustieren im Netz, holen dann ab und lassen sich gleichzeitig fachberaten im Shop – das ist für viele kleine Handelsbetriebe auch in den Stadtteilen eine kostengünstige Möglichkeit in beiden Shoppingwelten präsent zu sein.

Mit Social Media direkt zur Kundschaft
„Ein neuer Schwerpunkt der Einkaufsstraßenbetreuung ist die Unterstützung der Kaufmannschaften in den Stadtteilen bei Social Media Aktivitäten geworden“, so Klaus Schobesberger. Diese ermöglichen eine einfache und kostengünstige Bewerbung von Straßenfesten oder eine Vorstellung von Betrieben etwa auf Facebook. Auch bei den neu gestarteten Business-Frühstücken auf Stadtteilebene widmet man sich dem Thema „Mit Facebook und Google einfach mehr Kunden erreichen.“ Anhand von Praxis-Beispielen wird unter anderem erklärt, wie man in zwei Minuten seine eigene Facebookseite erstellt, wie Postings funktionieren, oder was Werbung bei Facebook und Google eigentlich
kostet.

Facebook und Co sollten aber immer als Ergänzung zu anderen Marketingmaßnahmen genutzt werden und können persönliche Kontakte und Beratung nicht ersetzen. Der Zusatznutzen: „Beim gemeinsamen Frühstücken und der Vorstellrunde kann man gleichzeitig Geschäftskontakte knüpfen und andere Firmen aus dem Stadtteil kennenlernen“ betont Klaus Schobesberger.

Unterstützung durch Einkaufsstraßenbetreuung
Alle Werbe- und Interessengemeinschaften in den verschiedensten Linzer Stadtteilen haben als Folge der ehrenamtlichen Tätigkeit Herausforderungen wie Zeitmangel, Personalressourcen, Kommunikation zu den Mitgliedern, eben aufgrund der Doppelbelastung Unternehmen-Vereinstätigkeit zu bewältigen. Mit der professionellen Unterstützung durch die Einkaufsstraßenbetreuerin Brigitte Adam können Marketingmaßnahmen und Veranstaltungen für Einkaufsstraßen besser geplant und umgesetzt werden. Adam plant gemeinsam mit dem jeweiligen Vorstand regelmäßige Aktivitäten nach außen wie etwa Straßen- oder Weinfeste, Gutscheinhefte und sorgt durch persönlichen Kontakt für eine hohe Mitarbeitsquote bei diesen Aktivitäten. Sie unterstützt bei der Finanzierung (Förderungen, Naturalsubventionen, Sponsoring) und der professionellen Medienarbeit. Ohne die Unterstützungder Einkaufsstraßenbetreuung gäbe es die eine oder andere IG nicht oder nicht mehr und wären viele wirtschaftsbelebende und frequenzbringende Aktivitätenin den Stadtteilen schon eingeschlafen.

Gemeinsames Projekt von Stadt, Land und Wirtschaftskammer
Die erfolgreiche Arbeit der Einkaufsstraßenbetreuung wird gemeinsam durch die Stadt Linz, das Wirtschaftsressort des Landes Oberösterreich und der Wirtschaftskammer unterstützt. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass sich Arbeitsgemeinschaften von Unternehmen im Stadtgebiet Linz, die eine einschlägige Gewerbeberechtigung oder sonstige notwendige behördliche Befugnisse besitzen, zusammenschließen, um Maßnahmen in Form von Marketing, Werbung und Kooperationgemeinsam durchzuführen. Die förderbaren Mindestausgaben müssen dabei mindestens 1.000 Euro betragen. Die Höhe der städtischen Förderung beträgt im Regelfall maximal 33,3 Prozent (= ein Drittel) der anrechenbaren Kosten, 16,7 Prozent werden seitensdes Landes Oberösterreich beigesteuert, womit sich eine mögliche Förderungvon 50 Prozent der Kosten ergibt.

„Damit werden gezielt stadtteil- oder themenbezogene Maßnahmen gefördert. Im Budgetjahr 2016 wurden bei 52 Fördereinreichungen insgesamt 161.214 Euro unter dem Titel der regionalen Wirtschaftsinitiativen seitens der Stadt Linz ausgeschüttet. Auch für 2017 sind 160.000 Euro im städtischen Voranschlag eingestellt.“, so Wirtschaftsreferent Bernhard Baier.

Umfassende Begleitung
Besonders hilfreich ist die Behördenunterstützung und -korrespondenz wie etwa bei der Veranstaltungsanmeldung, der Förderungsabwicklung und-beratung, der Ideenfindung für neue Projekte, sowie bei Medienaussendungenund -kontakten. Auch die Veranstaltungsorganisation, die Gestaltung von Plakaten und anderen Werbemitteln, Pressefotos, Kontakt zu Infrastrukturbetriebenwie der LINZ AG und zum Magistrat, redaktionelle Interviewssowie Beiträge für Stadtteilzeitung und die Motivation der Partner sind Teil des umfangreichen Leistungsportfolios.

„Gute Resonanz bei Werbemaßnahmen in den Stadtteilen wird vor allem mitStraßenfesten, Stadtteilzeitungen, Gutscheinheften oder Webauftritten erzielt“, berichtet Einkaufsstraßenbetreuerin Brigitte Adam. Aber auch eigene„Währungen“, wie der 2010 eingeführte „KLIKKs Taler“ im Linzer Stadtteil Kleinmünchen oder der 2011 geschaffene „Südi“ am Südbahnhofmarkt wurdenrealisiert.

10 Jahre KLIKK und Veranstaltungshighlights
Besonders stolz ist die Einkaufsstraßenbetreuung auf das 10-jährige Jubiläumder Interessengemeinschaft in Kleinmünchen KLIKK. Ihrer Initiative ist es zu verdanken, dass sich 2006 zum ersten Mal die UnternehmerInnen an einen Tisch setzten. Wenige Monate später, im März 2007 folgte die Gründung. Heute ist KLIKK mit mehr als 60 Mitgliedern eine der aktivsten Interessengemeinschaftenmit zahlreichen beliebten Veranstaltungen, dem Magazin „KLIKK-Blick“, der Gutscheinmünze „KLIKKs Taler“ und einem wöchentlichen
KLIKK Grünmarkt. Brigitte Adam wirkt auch maßgeblich an der Konzeption und Organisation von Veranstaltungen in den Stadtteilen mit, wie etwa beim Donau-Strand-Festes UFERN, das sich im 6. Veranstaltungsjahr mit 40.000 BesucherInnen zu einem der beliebtesten Linzer Feste entwickelt hat. Ein Fixpunkt bei den Kleinmünchnern ist die Kleinmünchner Oktoberroas, die heuer ihr 10-jähriges Jubiläum feiert. Nicht minder beliebt ist der Tag der offenen Tür in der Linzer Altstadt, der alljährlich an einem Aprilsonntag unter dem Titel „Das Dorf in der Stadt“ die Linzerinnen und Linzer begeistert.

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