Karl Valentin / Biografie

Mögen hätte ich schon wollen, aber dürfen habe ich mich nicht getraut. (Karl Valentin)

Mögen hätte ich schon wollen, aber dürfen habe ich mich nicht getraut. (Karl Valentin)

Karl Valentin (* 1882, † 1948) hat im tragikomischen Dialog mit Liesl Karlstadt seine subversive Sprachakrobatik zu einer Kunst entwickelt, die ihm die Herzen gewann, unter anderem von Kurt Tucholsky und Samuel Beckett. Für Bert Brecht war er der deutsche Charlie Chaplin. Ob er ein Optimist war, „ein Mensch, der die Dinge nicht so tragisch nimmt, wie sie sind“, darf freilich bezweifelt werden. Jedenfalls wusste er genau: „Ich bin auf Sie angewiesen, aber Sie nicht auf mich, merken Sie sich das!“

1911 lernte das lange und spindeldürre Humorgespenst seine Partnerin Liesl Karlstadt kennen, Ende der 1920er Jahre waren die beiden auf dem Höhepunkt ihrer Komikerlaufbahn angelangt. Auf der Bühne demontierten sie die Wirklichkeit nach sämtlichen Regeln der Kunst. Dies ließ sich Karl Valentin auch in der Nazizeit nicht nehmen. Ab 1942 gab es keine öffentlichen Auftritte mehr. Seine Wiederentdeckung durch die Wirtschaftswunder-Gesellschaft erlebte er leider nicht mehr. Arm, beinahe vergessen von der Welt und völlig abgemagert verstarb er am 9. Februar 1948, einem Rosenmontag …

Mit sehr viel Liebe zum Detail bringt die Autorin Monika Dimpfl dem geneigten Leser das Leben und Werk des komischen Genies auf sympathisch-amüsante Art und Weise näher. Das Buch zeigt nicht nur das Reich des Blödsinns, sondern stellt auch ein unwiederbringliches Stück Münchner Geschichte – aus einem ganz anderen Blickwinkel – dar.

Am Münchner Viktualienmarkt befindet sich der Karl Valentin Brunnen. Der Freistaat Bayern mit seiner Landeshauptstadt München gedachte so einem großen Sohn der Stadt. Foto: oepb

Am Münchner Viktualienmarkt befindet sich der Karl Valentin Brunnen. Der Freistaat Bayern mit seiner Landeshauptstadt München gedachte so einem großen Sohn der Stadt. Foto: oepb

oepb-Rezension:

Karl Valentin – der Name ist Begriff! Irgendwie glaubte man auch im Hinterstübchen zu wissen, wie er aussah. Und dass er komisch, sogar urkomisch auf gut wienerisch war, auch das ist bekannt. Und selbst die bayrische Weißwurstmetropole München assoziiert man mit ihm. Aber dann ist es schon vorbei, mit dem Wissen an den Könner (s)eines Faches und den Erinnerungen, an Ausschnitte aus dem Kino und TV. Dank Monika Dimpfl ist dem nun nicht mehr so! Die Autorin zeichnete mit Hingabe und Euphorie das komplette Leben von Karl Valentin auf und nach und anhand der Lektüre dieses Buches gelangt man einmal mehr – leider sei an dieser Stelle erwähnt – zu dem Schluss, dass es Talente, Unterhaltungskünstler und wahre Größen dieses Genres – wie eben ihn, den Karl Valentin – heutzutage nicht mehr gibt. Dass diese Genies jedoch nicht völlig in Vergessenheit geraten und in der Versenkung verschwinden, dafür gibt es immer wieder Autoren, die dafür sorgen. Dankeschön!

Bitte kaufen und lesen – Sie werden begeistert sein!

Über die Autorin:
Monika Dimpfl, in München geboren, promovierte Literaturwissenschaftlerin, war zunächst wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität München und ist heute als Buch- und vor allem als Hörfunkautorin, sowie als Herausgeberin und Ausstellungsmacherin tätig. Mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt befasst sie sich seit vielen Jahren.

Karl Valentin / Biografie
Von Monika Dimpfl
Taschenbuch, 320 Seiten, mit zahlreichen s/w Abbildungen
ISBN 978-3-423-34921-5
Erschienen bei dtv / Deutscher Taschenbuch Verlag
www.dtv.de

zum Preis von € 13,30 (Österreich), € 12,90 (Deutschland)

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