Zum 3. Todestag / Joe Cocker´s Soul für immer verstummt

Joe Cocker anlässlich eines Konzertes in Sotschi 2011. Foto: Ivanaivanova

Joe Cocker anlässlich eines Konzertes in Sotschi 2011. Foto: Ivanaivanova

Der Schrei ist verstummt, der britische Rockstar Joe Cocker ist tot! Der Musiker mit der rauchig klingend und absolut markanten Reibeisenstimme verstarb am Montag-Morgen, 22. Dezember 2014, im Alter von 70 Jahren in Colorado / USA an Lungenkrebs.

Dieser markerschütternde Schrei, der ihn „in the summer of Sixty-Nine“ im Sommer 1969 beim legendären Woodstock-Festival quasi über Nacht mit dem Beatles-Song „With a Little Help from My Friends“ berühmt werden ließ, verstummte nun für alle Zeit.

Joe Cocker wurde am 20. Mai 1944 in der nordenglischen Stahlstadt-Metropole Sheffield geboren. Der gelernte Klempner war über 40 Jahre im Musikgeschäft aktiv. Er startete seine Karriere in den Clubs und Pubs von Sheffield der 1960er Jahre.

Der absolute Durchbruch gelang ihm beim Woodstock-Festival 1969 mit einer legendären Interpretation des Beatles-Hits „With a Little Help from My Friends“. Mit Songs wie „Unchain My Heart“, „You Are So Beautiful“, „Up Where We Belong“ gemeinsam mit Jennifer Warnes oder aber „Summer in the City“ gewann er Fans in der ganzen Welt. Joe Cocker gab unter anderem auch im Götz George alias Horst Schimanski-Kino-Streifen „ZABOU“ des Jahres 1987 den Film-Titel „Now that you´re gone“ zum Allerbesten.

Anhand des Albums "Definite" von 1986 erlebte man den Musiker im schwungvollen Wandel der Zeit. Foto: oepb.at/2014

Anhand des Albums “Definite” von 1986 erlebte man den Musiker im schwungvollen Wandel der Zeit. Foto: oepb.at/2014

Bei seinem Comeback in den 1980er Jahren gelangen ihm Hits wie „When the Night comes“, „N’Oubliez jamais“ und das Duett „Up where we belong“ mit Jennifer Warnes, für das er 1983 einen Grammy Award bekam.

Es gab bisher wohl keinen Rockstar, dessen Leben ähnliche Höhen und Tiefen vorweisen konnte, wie eben jenes von Joe Cocker. Obwohl er unzählige Male völlig am Boden lag, rappelte er sich eines „Stehaufmännchens“ gleich immer wieder aufs Neue auf. Vor allem während der 1970er Jahre durchlebte er Drogen- und Alkoholexzesse. „Drogen gab es überall und ich stürzte mich darauf. Und wenn du erst mal in dieser Abwärtsspirale bist, dann ist es sehr schwierig, da wieder herauszukommen. Ich brauchte Jahre, um das zu schaffen.“, plauderte er einst anhand eines Interviews quasi aus seinem Lebens-Nähkästchen. Dies ging damals leider sogar soweit, dass eine bumvoll gefüllt und ausverkaufte Wiener Stadthalle umsonst auf ihr Stimm-Idol wartete, da sich der Künstler in seinem Wiener Hotel mit Whiskey dermaßen voll-laufen ließ, sodass die Stimme schlichtweg versagte. Erst seine Frau, die amerikanische Erzieherin Pam Baker, die er am 11. Oktober 1987 ehelichte, habe ihm geholfen, sein Leben zu ändern. „Sie machte mir klar, dass die Leute mich immer noch singen hören wollten.“, meinte er dann.

Gemeinsam mit Klaus Lage nahm Joe Cocker 1987 die Film-Musik zu ZABOU mit der Wienerin Claudia Messner und Götz George in den Hauptrollen auf. Foto: oepb.at/2014

Gemeinsam mit Klaus Lage nahm Joe Cocker 1987 die Film-Musik zu ZABOU mit der Wienerin Claudia Messner und Götz George in den Hauptrollen auf. Foto:
oepb.at/2014

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Ebenso 1987 kam es zur Kooperation mit Klaus Lage. Es entstand der bereits erwähnte Titel „Now that you´re gone“, oder aber „Nie wieder Kind“ für den Film-Klassiker ZABOU. 1988 begeisterte Joe Cocker als einer der wenigen westlichen Musiker die Bevölkerung von Ost-Deutschland / DDR und sang in Ost-Berlin und Dresden auf der nach ihm im Volksmund benannten Cocker-Wiese vor über 170.000 Menschen.

 

Die letzten Lebensjahre verbrachte Joe Cocker gemeinsam mit Gattin auf seiner abgelegenen „Mad Dog“-Ranch in Crawford, Colorado in Nord-Amerika. Er züchtete dort sehr ausgefallene Tomaten, besaß ein Haus-Schwein und unternahm mit dem Hund lange und ausgedehnte Spaziergänge in den Bergen. Gattin Pam führte seine Eisdiele in unmittelbarer Umgebung. Im Jahre 2007 ernannte ihn Königin Elisabeth II. zum „Officer of the Order of the British Empire“. 2013 erhielt er die Goldene Kamera für sein Lebenswerk. Und erst kürzlich kündigte Joe Cocker ein neues Album für das kommende Jahr 2015 an. Zuletzt stand er 2013 noch in Berlin und Wien auf der Bühne.

Auch im Münchner Rock-Museum, untergebracht im Olympia-Turm, ist Joe Cocker eine Ecke gewidmet. Foto: oepb.at/2014

Auch im Münchner Rock-Museum, untergebracht im Olympia-Turm, ist Joe Cocker eine Ecke gewidmet. Foto: oepb.at/2014

Joe Cockers Markenzeichen waren seine rauchige Stimme und die eigenwilligen Armbewegungen anhand seiner Auftritte. Es ist schier unmöglich, diesen leeren Platz nun auszufüllen, den er in den Herzen hinterlassen habe. Er war ohne Zweifel die größte Rock- und Soulstimme, die Großbritannien je hervorbrachte.

Ringo Starr schrieb auf Twitter: „Goodbye und Gottes Segen für Joe Cocker von einem seiner Freunde. Friede und Liebe.“ Auch Ringos ehemaliger Band-Kollege Paul McCartney meldete sich bei „iTV“ zu Wort: „Er war ein toller und großartiger Kerl, der der Welt so viel gebracht hat. Wir werden ihn alle vermissen.Steven Tyler schloss sich dem an und postete via Twitter: „Wir haben Dich ewig geliebt, wir werden Dich immer vermissen.“ „Ich habe Joe Cocker geliebt“, schrieb auch Sängerin Bette Midler. Sie habe ihn oft auf der Bühne erlebt, jedes Mal sei sie von seiner Stimme und seiner Seele erstaunt gewesen.

www.cocker.com
www.facebook.com/joecockerofficial

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