Jetzt Influenza-Impfung planen

“Die Influenza-Impfstoffe sind bereits in den nächsten Tagen in den Apotheken verfügbar.”, so Mag. Renée Gallo-Daniel ­ Präsidentin des Österreichischen Verbandes der Impfstoffhersteller. Foto: Franz Pflügl

“Die Influenza-Impfstoffe sind bereits in den nächsten Tagen in den Apotheken verfügbar.”, so Mag. Renée Gallo-Daniel ­ Präsidentin des Österreichischen Verbandes der Impfstoffhersteller. Foto: Franz Pflügl

Niemand weiß, wie die Influenza-Saison 2019/20 verlaufen wird. Der Rückblick auf die letzten Jahre zeigt, dass nicht nur Beginn und Ende völlig unterschiedlich waren, sondern auch der vorherrschende Subtyp. Wie unvorhersehbar Influenza-Epidemien sind, zeigt auch die Situation in Australien. Die ersten Fälle traten heuer früher als in der Vergangenheit auf, dafür war die Influenza-Aktivität im August bereits wieder unter dem Durchschnitt der vorangegangenen Jahre. Sicher ist: Auch heuer ist wieder mit einer Influenza-Epidemie und vielen Erkrankungen zu rechnen.

Wer sich regelmäßig gegen Influenza impfen lässt, ist auch vor den Spätfolgen deutlich besser geschützt als Ungeimpfte. In den nächsten Tagen sollten die diesjährigen 4-fach-Impfstoffe in den Apotheken erhältlich sein. Der Impfstoff für Personen ab 65+ wird heuer noch als 3-fach-Impfstoff verfügbar sein. Aufgrund der verspäteten Empfehlung des vierten Stammes durch die WHO kann es zu Verzögerungen in der Auslieferung kommen.

Dominante A-Stämme

Kaum ein halbes Jahr ist es her, dass die letzte Influenza-Saison in Österreich für beendet erklärt wurde. Begonnen hat sie Ende Jänner, gedauert hat sie bis Anfang April. Im Unterschied zur Saison davor waren diesmal zwei verschiedene A-Stämme dominant. In 68 Prozent der untersuchten Fälle handelte es sich um den Stamm A(H1N1), der im Impfstoff enthalten war und entsprechend gut geschützt hat. Zu 32 Prozent wurde der A(H3N2)-Stamm gefunden, der sich im Verlauf der Saison veränderte und somit nur teilweise mit dem Impfstoff zusammengepasst hat. Erkrankungen, denen Influenza-B-Viren zugrunde lagen, gab es nur wenige.

Durchimpfungsraten immer noch zu niedrig

Glücklicherweise war die vergangene Influenza-Saison vergleichsweise mild, dennoch hat es 140.000 bis 150.000 Erkrankungen gegeben. 2017/18 waren es über 400.000. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei den Todesfällen. Letzte Saison wurden vom Nationalen Referenzzentrum für Influenzaepidemiologie der AGES in Kooperation mit dem Nationalen Referenzlaboratorium für Influenza am Zentrum für Virologie der Medizinischen Universität Wien 600 Influenza-bedingte Todesfälle errechnet. 2017/18 waren es 2.800.

„In den meisten Saisonen gibt es über 1.000 Influenza-bedingte Todesfälle“, erklärt Univ. Prof.in Dr.in Ursula Kunze vom Zentrum für Public Health der Medizinischen Universität Wien. „Hauptgrund ist die im internationalen Vergleich extrem niedrige Durchimpfungsrate. Erfreulicherweise ist sie zwar letztes Jahr aufgrund intensiver Aufklärungsmaßnahmen leicht gestiegen, dennoch ist sie Lichtjahre von jenen Werten entfernt, die notwendig wären, um Epidemien zu verhindern.“, so die Expertin. WHO und EU empfehlen eine Durchimpfungsrate von 75 Prozent bei Risikogruppen wie Senioren, Schwangeren, Kindern oder Menschen mit chronischen Erkrankungen. „Das Gesundheitspersonal sollte überhaupt vollständig durchgeimpft sein.“, betont Kunze. „Nicht nur aus Selbstschutz, sondern auch, um die eigenen Patienten vor Ansteckung zu schützen. Das gilt übrigens auch ganz besonders für Personen, die chronisch kranke Menschen, Schwangere oder Neugeborene im engeren Umfeld haben. Die Impfung ist generell für alle Menschen sinnvoll, die sich oder Andere schützen wollen. “

Blick auf die südliche Hemisphäre kaum aufschlussreich

Jeden Herbst richten sich die Blicke von Europa und den USA aus in die südliche Hemisphäre, um aus deren Saisonverlauf Hinweise für die nördliche Hemisphäre zu generieren. Dort zeigte sich dieses Jahr ein recht früher Beginn der Influenza-Saison, aber nach einem schnellen Peak ein eher milder Verlauf. Dominant waren Influenza-A-Viren, vor allem des Typs A(H3N2). „Wirklich ableiten kann man daraus aber nichts.“, warnt Expertin Kunze. „Es wäre unseriös anzunehmen, dass wir nun auch mit einer milden Influenza-Saison rechnen können. Wir wissen es einfach nicht und sollten uns lieber auf alle Eventualitäten vorbereiten.“ Wichtig sei auch, sich rechtzeitig – also im Oktober oder November – impfen zu lassen, da es bis zu zwei Wochen dauert, bis ausreichend Schutz aufgebaut ist und vereinzelte Influenza-Fälle oft schon vor Weihnachten auftreten.

Impfstoffzusammensetzung folgt bei allen Herstellern immer der WHO Empfehlung

Wie jedes Jahr hat auch heuer die WHO die Zusammensetzung des Impfstoffes vorgegeben. Die 4-fach-Impfstoffe enthalten somit zwei A- und zwei B-Stämme jener Influenza-Viren, die laut WHO am wahrscheinlichsten auftreten werden. Um eine genauere Vorhersage machen zu können, hat die WHO die Beobachtungsperiode dieses Jahr um einen Monat verlängert. Dies hat in Folge zu einer späteren Zusammensetzungsempfehlung und einem verkürzten Produktionszeitraum geführt. Insgesamt sind die Impfstoffe daher heuer etwas später verfügbar als in früheren Saisonen.

Die Listenpreise der Impfstoffe betragen in der Apotheke zwischen 21,60 und 24,80 Euro. Für BVA-Versicherte gibt es einen Kostenzuschuss von 17 Euro, der in der Apotheke vom Kaufpreis abgezogen wird. Für VAEB-Versicherte sind es 10 Euro. Des Weiteren gibt es verschiedene Impfaktionen mit unterschiedlichen Modellen und Preisen. Viele magistratische Gesundheitsämter, Bezirkshauptmannschaften oder Gemeinden bieten regionale Impfangebote an. Häufig auch mit regionalen Zuschüssen und anderen Vergünstigungen für Impfwillige. Dennoch wird dieses vielfältige Angebot in Österreich zu wenig genutzt, die Eigenverantwortung des Patienten braucht weiterhin die massive Unterstützung durch Arzt und Apotheker.

Quelle: Fine Facts Health Communication

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