Impfen hilft dem Gesundheitssystem

³Ein in Impfungen investierter Euro erspart der Gesellschaft bis zu 27 Euro!², so die ausgebildete Klinische- und Gesundheitspsychologin, sowie ÖVIH-Präsidentin Mag.a Renée Gallo-Daniel, die seit 1988 in der pharmazeutischen Industrie in unterschiedlichen Marketing- und Salespositionen tätig ist ­ nach Stationen bei GSK und Baxter nun bei der Pfizer Corporation Austria als Business Lead Vaccines. 2011 hat Mag.a Renée Gallo-Daniel den ÖVIH mitbegründet. Foto: ÖVIH / Maupi

“Ein in Impfungen investierter Euro erspart der Gesellschaft bis zu 27
Euro!”, so die ausgebildete Klinische- und Gesundheitspsychologin, sowie
ÖVIH-Präsidentin Mag.a Renée Gallo-Daniel, die seit 1988 in der pharmazeutischen Industrie in unterschiedlichen Marketing- und
Salespositionen tätig ist ­ nach Stationen bei GSK und Baxter nun bei der Pfizer Corporation Austria als Business Lead Vaccines. 2011 hat Mag.a Renée Gallo-Daniel den ÖVIH mitbegründet. Foto: ÖVIH / Maupi

Nun ist auch für Österreich belegt, was Daten aus anderen Ländern schon länger vermuten lassen: Impfen erspart nicht nur den Betroffenen viel Leid, sondern auch dem Gesundheitssystem und der Gesellschaft viel Geld. Das zeigt eine vom Österreichischen Verband der Impfstoffhersteller (ÖIVH) in Auftrag gegebene Analyse, in der die ökonomischen Auswirkungen der Influenza-, HPV- und Pneumokokkenimpfung evaluiert wurden. Fazit: Bereits eine Steigerung der Durchimpfungsraten bei allen drei Impfungen um nur 5 Prozent verhindert pro Krankheit hunderte bis tausende Krankheitsfälle im Jahr. Gemeinsam mit den Inhalten der kürzlich veröffentlichten Daten zur Impfeinstellung der Bevölkerung unterstreicht diese Evaluierung die Notwendigkeit und Dringlichkeit der Maßnahmen, die der ÖVIH erst vor kurzem im Rahmen seines Nationalen Aktionsplans vorgestellt hat.

Influenza: Hunderttausende Krankheitsfälle könnten verhindert werden
Besonders häufig über die Sinnhaftigkeit diskutiert wird bei der Influenza-Impfung. Gerade hier zeigt sich aber, dass durch eine Erhöhung der Durchimpfungsrate ganz besonders viele Krankheitsfälle und Kosten verhindert werden könnten. Denn: Jedes Jahr erkranken 720.000 Personen an Influenza, von denen 76.900 Komplikationen erleiden. Im Mittel versterben jährlich 2.500 Menschen an den Folgen der Erkrankung. Das bedeutet auch, dass dem Gesundheitswesen 41 Millionen Euro an Kosten entstehen und die Wirtschaft 496 Millionen Euro durch Krankenstände verliert. Die Influenza-Impfung wird dennoch von der Bevölkerung schlecht angenommen. Die Durchimpfungsrate liegt in Österreich nach wie vor im einstelligen Bereich. Die Kosten von rund 20 Euro für den Impfstoff werden, abzüglich diverser Zuschüsse von den unterschiedlichen Krankenkassen, von der Bevölkerung selbst getragen. Doch diese profitiert auch davon: Jeder private in die Impfung investierte Euro erspart dem Gesundheitswesen drei Euro und der Gesellschaft – aufgrund von geringeren Arbeitsausfällen mit allen Folgekosten – sogar 27 Euro. Angesichts des eindeutigen finanziellen Benefits wäre eine Kostenübernahme durch die öffentliche Hand aus Sicht des ÖVIH aber durchaus anzudenken.

Ganz klar wird der Nutzen der Impfung, wenn man errechnet, was höhere Durchimpfungsraten bewirken könnten.“, erläutert Dr. Evelyn Walter vom Institut für Pharmaökonomische Forschung (IPF) und Autorin der Analyse. „Würde die Durchimpfungsrate um nur 5 Prozent steigen, könnten jährlich 31.240 weitere Erkrankungsfälle verhindert werden. Bei einer Durchimpfungsrate von 20 Prozent könnten pro Jahr insgesamt mehr als 150.000 Fälle abgewendet werden, bei 50 Prozent sogar etwa 380.000 Fälle. Auch die Anzahl der Arbeitsausfälle würde sich bei einer 50-prozentigen Durchimpfungsrate um das Vier- bis Fünffache reduzieren.“

HPV: Die unterschätzte Impfung
Mit Impfungen verhindern könnte man auch viele Infektionen mit dem Humanen Papilloma-Virus (HPV). Diese kommen häufiger vor als manche denken: Bis zu 25 Prozent aller Frauen unter 30 Jahren infizieren sich mit dem Virus, bei den über 30-jährigen Frauen sind es noch acht Prozent. Genitalwarzen, aber auch diverse Krebsarten von Gebärmutterhalskrebs bis zu Kopf- und Halstumoren sind mögliche Folgeerscheinungen. Auch Männer können sich infizieren und zum Beispiel ein Peniskarzinom entwickeln. Jährlich werden 83.790 Krankheitsfälle, davon 19.420 Karzinome, aufgrund einer HPV Infektion festgestellt. 270 Personen versterben daran. Derzeit wird die Impfung allen neun- bis elfjährigen Kindern gratis angeboten, bis zum 15. Lebensjahr kann zu einem vergünstigten Preis nachgeimpft werden. „Auch in diesem Fall nützen die privaten Aufwendungen für die Impfungen nicht nur den einzelnen Personen, sondern auch der Gesellschaft.“, erläutert Walter. „Ein für die HPV-Impfung ausgegebener Euro erspart dem Gesundheitswesen zwei Euro und der Gesellschaft 10 Euro. Würde die Durchimpfungsrate um 5 Prozent gesteigert, könnten über einen Zeitraum von fünf Jahren 950 Krankheitsfälle verhindert werden.“

Gefährliche Pneumokokken
Ebenfalls häufig unterschätzt werden Infektionen mit Pneumokokken. Etwa 32.000 Menschen in Österreich erkranken jährlich daran, etwa 2 Prozent davon entwickeln eine invasive Pneumokokken-Infektion (IPD). 835 Personen sterben. Ein großer Teil der auftretenden Virus-Subtypen könnte durch die verfügbaren Impfungen abgedeckt werden. Laut Österreichischem Impfplan sollten sich deshalb 4,5 Millionen erwachsene Österreicher gegen Pneumokokken impfen lassen: Das sind alle Personen über 50, sowie Menschen mit erhöhtem Risiko aufgrund chronischer Erkrankungen. Die Kosten der Impfung müssten nach aktuellem Stand allerdings von den Patienten selbst übernommen werden. Nur ein Bruchteil jener, die sich impfen lassen sollten, (derzeit geschätzte 6 Prozent) dürften allerdings auch tatsächlich geimpft sein. „Das führt dazu, dass jährlich 27 Millionen Euro für die Behandlung von Pneumokokken-Erkrankungen aufgewendet werden müssen. Durch die entstehenden Krankenstände verliert die Wirtschaft außerdem rund 10 Millionen Euro“, erläutert die Expertin. „Würde die Durchimpfungsrate in der gefährdeten Personengruppe auf 20 Prozent steigen, könnten jährlich etwa 3.670 Pneumonien (Lungenentzündungen), davon 27 IPD-Fälle, vermieden sowie 152 Todesfälle verhindert werden.“

Fazit
Für die Gesundheitsökonomin ist klar: „Dass Impfungen den Menschen viel Leid ersparen können, ist aus Studien hinlänglich bekannt. Jetzt können wir aber erstmals für Österreich zeigen, dass bereits geringe Steigerungen der Durchimpfungsraten dazu führen würden, dass viele Millionen Euro eingespart werden könnten, die im Gesundheitssystem und in der Gesellschaft an anderer Stelle sinnvoll eingesetzt werden könnten.“ Aufgrund der klaren ökonomischen Datenlage zugunsten der Impfungen, plädiert der ÖVIH dafür, über weitere Kostenübernahmen von Impfungen über das Kinderimpfprogramm hinaus nachzudenken.

Über die Studie
Für die Analyse wurden die Kosten für die analysierten Impfungen quantifiziert und ihre Auswirkungen beziffert.  Dies erfolgte mithilfe einer Budget-Impact Analyse (BIA), die die finanziellen Konsequenzen der Impfungen aus der Perspektive des österreichischen Gesundheitswesens sowie der Gesellschaft ermittelt hat. Dabei wurde immer eine „Welt mit Impfung“ mit einer „Welt ohne Impfung“ verglichen.

Quelle: Fine Facts Health Communication

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