Hugo Portisch / Wie man die Welt erklärt

Hugo Portisch_Wie man die Welt erklärt_Ö1 Hör-CD_Scan oepb.at„Scheitert der Euro, dann scheitert auch Europa!“, so ein Zitat der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel aus dem Jahre 2011, nach dem Jahr der größten Weltwirtschaftskrise seit Ende des Zweiten Weltkriegs 1945.

Ausgelöst in den USA durch spekulative Börsenzertifikate, stand auch bald die europäische Währungsunion und mit ihr die Währung selbst, der Euro, in der Krise. Das war die Gelegenheit für die Europaskeptiker, für populistische Medien und Politiker, um die Europäische Union als Fehlkonstruktion und den Euro als gefährdet zu bezeichnen.

Da schrieb ich ein kleines Buch mit dem Titel „Was jetzt?“ Darin versuchte ich, die Leser daran zu erinnern, mit welchen klugen Überlegungen und mutigen Anstrengungen diese europäische Gemeinschaft zustande gekommen ist und wie großartig sie bis dahin auch funktionierte.

Zwei ganz wesentliche Ideen waren dafür ausschlaggebend: der Entschluss der USA, dem weitgehend kriegszerstörten und verarmten Europa mit dem Marshallplan zu Hilfe zu kommen, und der Entschluss der französischen Regierung, dem besiegten Deutschland die Hand zu reichen. Gemeinsam, Deutschland und Frankreich, gründeten sie die Montanunion und danach mit Italien und den Benelux-Ländern (Belgien, Niederlande, Luxemburg) die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, die sich zu einer großen europäischen Friedens- und Wohlstandunion entwickelte. Als Motto für dieses Buch zitierte ich einen Ausspruch von Johann Wolfgang von Goethe: „Alles auf der Welt kommt auf einen gescheiten Einfall und auf einen festen Entschluss an.“ Genau das war es ja! Der gescheite Einfall der Amerikaner: Wer Amerika retten will, muss Europa retten. Denn ein weiterhin zerstörtes und ohnmächtiges Europa hätte sich vermutlich bald dem Kommunismus zugewendet. Es war ein gescheiter Einfall und ein fester Entschluss, das zu verhindern.

Zwei Faktoren also waren es, die unser heutiges Europa geschaffen haben: die Starthilfe aus Amerika und der Entschluss der Europäer, ihre politische und wirtschaftliche Zukunft gemeinschaftlich zu gestalten. Und das führte zu erstaunlichen Erfolgen. Nicht nur gelang der Wiederaufbau, den man zu Recht zumindest in Deutschland und Österreich als Wirtschaftswunder bezeichnete. Wohlstand und zunehmend sozialen Aufstieg gab es auch in allen anderen Mitgliedsstaaten dieser Gemeinschaft.

Die nächste Runde: der überraschende Zusammenbruch des Sowjetimperiums, die Wiedergewinnung der Freiheit in allen bisher von der Sowjetunion beherrschten Ländern und der Beschluss der Europäischen Union, ihnen sofort Schutz und Hilfe zu gewähren. Eine Entwicklung, die man noch vor einigen Jahren kaum für möglich gehalten hätte. Das wollte ich in meinem Buch „Was jetzt?“ in Erinnerung rufen. Wobei ich es nicht an Kritik fehlen ließ: die Neigung der EU-Kommissare, sich mit schlecht durchdachten Weisungen in Dinge einzumischen, die gemäß der Unionsverträge selbst regional und nicht gesamteuropäisch zu regeln sind. Doch in der Bekämpfung der Wirtschafts- und Finanzkrise war die Europäische Union wieder zur Stelle: Als Irland, Portugal, Spanien und vor allem Griechenland mit ihren Finanzen nicht mehr zurechtkommen konnten, kam ihnen die Union zu Hilfe. Zum Teil auch mit gutem Erfolg, etwa in Irland und Portugal. Sogenannte Rettungsschirme wurden aufgespannt, getragen vor allem von dem weiterhin wirtschaftlich sehr erfolgreichen Deutschland, aber auch den kleineren Staaten wie Österreich, die Niederlande und Finnland. Trotzdem: Ein großer Wurf war das nicht. Endlos die Verhandlungen um die Umsetzung der von der EU und dem Internationalen Währungsfonds gestellten Bedingungen, durch rigorose Einsparungen besonders im sozialen Bereich die eigenen Haushalte zu sanieren. Eine Bedingung, wie sie die Banken stellen, wenn sie Kredite gewähren.

Da stimmte etwas nicht, da verzettelte sich die EU, da folgte sie den rigorosen Kriterien des Bankwesens. Da fehlte es an der gescheiten Idee und dem festen Entschluss, und beides, die Idee und die Tat, können nicht finanztechnisch, sondern nur von der Politik umgesetzt werden. Immer noch ein Grundfehler der Union, kein Instrument geschaffen zu haben, das einen einheitlichen politischen Willen dieser Gemeinschaft ermöglicht.

Aber ich hatte keine Zweifel, dass die Europäische Union letztlich den Weg aus der Finanzkrise finden würde. Was sich im Schatten dieser Krise inzwischen entwickelte, wurde zwar mit Besorgnis zur Kenntnis genommen, hat aber keine der drohenden Gefahr entsprechende Reaktion der EU hervorgerufen: der immer größer werdende Strom von Migranten aus Afrika, die ihre einzige Rettung in Europa sehen. Sie kommen zu Tausenden, und sie ertrinken zu Hunderten im Mittelmeer. Die Überlebenden werden in Italien und Griechenland an Land gebracht. Dort sind sie kaum noch unterzubringen. Viele schaffen es weiterzuziehen. Sie tauchen an den Grenzen Ungarns, Österreichs, Deutschlands, Belgiens und Frankreichs auf. Was sich die Europäische Kommission dazu einfallen ließ, ist fast eine Entsprechung ihres Vorgehens in der Finanzkrise. Man versucht, die Last zu verteilen. Alle Mitgliedsstaaten der Union sollen verpflichtet werden, gemäß ihrer wirtschaftlichen Stärke, Migranten aus Afrika und Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten im Nahen Osten aufzunehmen.

Doch wie kläglich ist dieser Versuch zunächst gescheitert: Viele Staaten wollen sie nicht aufnehmen, die Flüchtlinge und die Migranten. Denn schon sind ja wieder die Populisten am Werk, populistische Medien, populistische Politiker. In Deutschland kommt es in einigen Landesstellen zu organisierten Protesten gegen die Aufnahme von Flüchtlingen und Migranten. Vorgesehene Flüchtlingsheime werden „vorsorglich“ in Brand gesetzt. Noch bedenklicher die politischen Folgen. Die populistischen Rechtsparteien erhalten bei jeder Wahl immer mehr Zuspruch. Das bringt die liberalen Parteien in immer größere Bedrängnis. Einige versuchen die Flucht nach vorne, indem sie sich der fremdenfeindlichen Abwehrfront in manchen Punkten nähern.

Die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten – in Syrien, im Irak, entlang der Grenze der Türkei und der lange noch nicht beigelegte Konflikt mit den Taliban in Afghanistan – losgetreten wurde dies alles vom amerikanischen Präsidenten George W. Bush. Nach dem Anschlag auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 entsprach er dem Ruf der amerikanischen Öffentlichkeit nach Rache und Vergeltung. Weil Afghanistan den dort befindlichen Anführer der für die Anschläge verantwortlich gemachten Al Qaida, Osama bin Laden, nicht ausliefern wollte, zog Bush in den Krieg gegen Afghanistan, und in Bündnistreue folgten ihm dabei die europäischen Nato-Mitglieder. Aber Osama bin Laden konnten sie nicht finden. Wo blieb da die Rache, wo blieb da die Vergeltung? So zog Bush in einen weiteren Krieg, gegen den Irak, gegen den dortigen Diktator Saddam Hussein. Und scheute nicht davor zurück, dabei das amerikanische Volk und die gesamte Welt zu belügen: Im Irak, so behauptete er und so erklärte es auch sein Außenminister Colin Powell im Sicherheitsrat der UNO, würden Massenvernichtungswaffen erzeugt und seien dort angriffsbereit gelagert. Nicht eine wurde gefunden, aber Bush hatte für den Moment, was er wollte: ein Opfer. Saddam Hussein wurde hingerichtet, anstelle Osama bin Ladens.

Im Namen einer von Bush verkündeten neuen Weltordnung: Wer nicht mit uns ist, ist gegen und. Und überhaupt: Diktatoren gehören beseitigt. Eine gute Idee, aber doch nur dann, wenn man weiß, wie es weitergehen soll. Bush wusste es nicht. Manche seiner europäischen Verbündeten hatten da schon eine Vorstellung und als sich die Völker in Tunesien und Libyen gegen ihre Diktatoren erhoben, verfolgte man das mit Sympathie und unterstütze das mit Waffenhilfe.

Arabischer Frühling! Aber in Syrien und im Irak gefolgt von den mörderischen Heerscharen des „Islamischen Staats“. Wo blieb da Europa? Weggetreten. Angsterfüllt, denn Terroristen schlugen auch in Europa zu, in Frankreich, in Dänemark, in Deutschland und überall sonst schienen und scheinen sie eine potenzielle Gefahr zu sein. Vor dieser Gefahr versucht sich Europa mit viel Polizei und Geheimdiensten zu schützen. Aber wo bleiben der gescheite Einfall und der feste Entschluss? Sind nur die Amerikaner in der Lage, bewaffnet zu intervenieren, wenn Gefahr droht? Wo bleibt die seit Jahren angemahnte und beschworene gemeinsame europäische Außen- und Sicherheitspolitik? Die besteht offensichtlich nur in Form einer Person: zuerst der von Catherine Ashton, danach der von Federica Mogherini, den beiden Außenbeauftragten der EU. Irgendwo gibt es ein gemeinsames deutsch-französisches Regiment. Und es gibt auch die Idee, eine schnelle europäische Einsatztruppe zu schaffen, aber die meisten und stärksten Mitglieder der EU haben lange schon Berufsarmeen, Soldaten, die diesen Beruf gewählt haben, um auch eingesetzt zu werden. Doch niemand ruft zu einer gemeinsamen, von den Mitgliedern der EU beschlossenen und durchzuführenden Mission auf, dem „Islamischen Staat“ ein Ende zu bereiten. Da nimmt man lieber Tausende, ja Zehntausende Menschen auf, die vor diesen islamischen Schlächtern fliehen. Und steht damit auch schon vor einer neuen Gefahr: dem rasche Erstarken der rechtspopulistischen Kräfte im eigenen Land.

Die haben es noch leichter mit ihren Angstparolen, wenn zu den Kriegsflüchtlingen nun auch noch die schwarzen Migranten aus Afrika kommen. Wer will sie zum Nachbarn haben? Wer will ihre Kinder in die Kindergärten und Schulen aufnehmen? Wer will seinen Arbeitsplatz mit ihnen teilen? Mit so einfachen Fragen lassen sich schon Ängste schüren.

Jämmerlich auch das Verhalten einiger Mitglieder der Europäischen Union: Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Rumänien und Estland lehnten den Plan, Italien und Griechenland durch die Aufnahme von Migranten und Flüchtlingen zu entlasten, rundweg ab, und der stärkste Widerstand in Deutschland kommt aus den Ländern der früheren DDR. Diese Haltung empfinde ich als besonders unmoralisch, sind es doch durchwegs Länder, aus denen früher Zehntausend ihrer Bürger in den Westen flohen und wohl die meisten geflohen wären, wenn sie nicht durch Stacheldraht und Mauern daran gehindert worden wären. Österreich nahm im Jahre 1956 über 180.000 Flüchtlinge aus Ungarn auf, ohne nach Pass oder Visum zu fragen. 1968 auch viele Tschechen und Slowaken. Und ausgerechnet die Politiker dieser Länder verweigern jede Hilfe für heutige Flüchtlinge und Migranten.

Warum mich das so aufregt? Weil das alles Teil meines eigenen Lebens ist, und weil es nicht nur meine Hoffnungen, sondern wohl auch sehr vieler anderer Europäer zu zerstören droht, die wir in die Europäische Union gesetzt haben.

Der Krieg in Syrien und im Irak wird eines Tages vorbei sein, viele der Flüchtlinge aus diesem Gebiet werden, so ist für sie zu hoffen, wieder heimkehren können. Aber Afrika und die Afrikaner bleiben, und sie werden immer mehr. Sie werden weiterhin versuchen, nach Europa zu kommen. Vermutlich auch immer mehr. Will man das verhindern, wird man etwas tun müssen. Eine Problematik, die von zwei der bedeutendsten Persönlichkeiten der österreichischen Wirtschaft, Christian Konrad und Christoph Leitl erkannt und deren Lösung gefordert wurde.

Ansatzweise gibt es diese Anregung schon: mehr Mittel für die Entwicklungshilfe, die den afrikanischen Staaten geleistet wird. Im Prinzip minimale Beträge, die sehr punktuell eingesetzt werden. Das bewegt kaum einen in Armut und Not lebenden Afrikaner, daran zu glauben, dass es ihm im eigenen Land je besser gehen werde. Aber für mich gut vorstellbar wäre es schon, wenn etwa die Europäische Union ihre Chance erkennen und in ihr eine neue europäische Mission sehen würde: einen großen, mit den afrikanischen Ländern gemeinsam durchzuführenden wirtschaftlichen Rettungsplan zu beschließen.

Der Unterschied zum Marshallplan ist mir bewusst. In Europa galt es, zerstörte oder veraltete Betriebe neu aufzubauen oder zu erneuern, die Infrastrukturen waren also vorhanden, auch die Fachkräfte, Planer und Organisatoren, die das zustande bringen konnten. Daran fehlt es in Afrika weitgehend. Was in den Ländern, aus denen die meisten Migranten kommen, an Wirtschaftsprojekten möglich ist, müsste vielfach erst erdacht, geplant und organisiert werden. Amerika brauchte den Europäern nur die Industrieeinrichtungen, Baumaschinen, Transportmittel zu liefern und der Wiederaufbau konnte schon beginnen. Ein großes Hilfswerk für Afrika müsste wahrscheinlich zunächst auch viel an „Software“, nämlich Fachleute, Planer, Organisatoren, Führungskräfte beistellen. Auch mithelfen bei der Schulung und Ausbildung der Menschen. Aber vermutlich käme es gar nicht so sehr darauf an, wie schnell und wie umfangreich diese Hilfe umzusetzen wäre, schon allein der Entschluss und die glaubhafte Verkündung eines wirklich großen wirtschaftlichen Hilfsplans würden der jetzigen Hoffnungslosigkeit der Menschen sofort entgegenwirken und viele bewegen, an eine Zukunft im eigenen Land zu glauben und ihre Fluchtpläne aufzugeben.

Und das wäre nicht der einzige Vorteil für Europa: Auch die USA halfen sich selbst mit ihrer Hilfe für Europa – die für die Marshallhilfe verwendeten  Steuergelder flossen in die eigene Wirtschaft, in die eigenen Fabriken, die die Maschinen und Hilfsgüter für die Europäer herstellten. Das Geld blieb also in Amerika und kurbelte die amerikanische Wirtschaft an, half ihr entscheidend dabei, von der Kriegs- auf Friedenswirtschaft umzuschalten. Europäische Steuergelder für ein großes Hilfswerk in Afrika würden ebenfalls weitgehend europäischen Unternehmern zugutekommen und zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Afrika ist kein so hoffnungsloser Kontinent, wie das viele Europäer glauben. In vielen afrikanischen Städten sah ich des Nachts junge Menschen unter Straßenlaternen sitzen, um zu lesen und zu studieren. Hunderte meldeten sich für die Aufnahme in der Journalistenschule an, die auch mithilfe Österreichs an der Universität Nairobi gegründet wurde und in der ich, wie berichtet, auch einige Wochen unterrichtete. Welch eine Begeisterung der einheimischen Bevölkerung erlebte ich, als in Südafrika die Apartheid aufgehoben wurde und die Menschen auf ihre eigenen Chancen zu hoffen wagten, die sie dann bald auch nutzten.

Ich zweifle daher keinen Moment daran, dass die Afrikaner mit einem derartigen Projekt zu motivieren und zu begeistern wären. Aber glaubhaft muss es ein! Die Europäische Union hätte ein großes wichtiges Projekt und eine Mission zu erfüllen, damit aber auch drohende Gefahren, für die Zukunft abzuwenden, das politische Erstarken rechtsextremer, fremdenfeindlicher, rassistischer Parteien. Wer Europa retten will, muss Afrika retten. Dass ich diese Überlegung an das Ende dieses Buches stelle, hat mit meinen Lebenserinnerungen zu tun. Ich habe das alles selbst erfahren: Diktatur und Krieg, Hunger, Not und Hoffnungslosigkeit, und was es bedeutet, unerwartet Hilfe und eine großartige Zukunftsperspektive zu erhalten. Und mit mir haben das auch alle Österreicherinnen und Österreicher in dieser Zeit erlebt. Mich erfüllt das mit großer Dankbarkeit und dem Wunsch, die damals mir gewährte Hilfe heute in irgendeiner Form zurückgeben zu können.

Dies war und ist ein Auszug aus den Lebenserinnerungen von Hugo Portisch unter dem Titel: Aufregend war es immer. Das Buch ist im Ecowin Verlag unter der ISBN 978-3-7110-0072-9 im Jahre 2015 erschienen.

oepb-Rezension:

Hugo Portisch gehört zu den bedeutendsten Journalisten Österreichs. Mit seinen Fernsehproduktionen „Österreich I“ und „Österreich II“ hat er das Geschichtsbewusstsein einer ganzen Nation geprägt. Die Dokumentation über den Zweiten Weltkrieg, die er gemeinsam mit Henry Kissinger erstellte, sorgte für weltweites Aufsehen. Das von ihm initiierte Rundfunkvolksbegehren für die Unabhängigkeit des ORF war das erste und erfolgreichste in der österreichischen Geschichte. Er war jahrelang Chefredakteur des KURIER, später Chefkommentator des ORF und weltpolitischer Kommentator beim Bayrischen Rundfunk. In Anerkennung seiner journalistischen Leistungen wurde er zweimal mit der Goldenen Kamera, dreimal mit der Romy, zweimal mit dem Fernsehpreis der Volksbildung, sowie mit dem Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels und dem Preis der Concordia ausgezeichnet. 

Und – Hugo Portisch war der erste Auslandskorrespondent des ORF. So etwas gab es nämlich beim Österreichischen Rundfunk seinerzeit – noch – nicht. Also kam dem damaligen ORF-Generalintendanten Gerd Bacher der Königsgedanke, ihn, Portisch, überall dorthin zu entsenden, wo Brennpunkte waren. Und die gab es, zuhauf. Also war Hugo Portisch für den ORF als sprichwörtlich „rasender Reporter“ unterwegs und berichtete für die Fernsehzuschauer in Österreich aus aller Welt. Später dann, in den 1980er Jahren, sah man ihn immer wieder in der allabendlichen „Zeit im Bild“-Sendung, wie er gestenreich die Geschehnisse der Weltpolitik, quasi ohne Pause erzählend, wunderbar aufbereitet dem interessierten Fernsehpublikum mitteilte. Man kannte und man schätzte ihn und sein Tun. Ja, Hugo Portisch ist zweifellos einer der größten Journalisten der Gegenwart. Ein großer Europäer, der stets darauf Wert legte, der Jugend die Geschichte unseres Landes näherzubringen.

Auf dieser Hör-CD schildert Hugo Portisch im Rahmen der Ö1-Sendereihe „Menschenbilder“ auf einer Gesamtspieldauer von 49:03 Minuten seine Eindrücke, die ihn heute noch bewegen, er plaudert aber auch über seine geliebte Gattin Traudi, die im Jänner 2018 nach 72 Ehejahren verstarb. Ein weiterer schwerer Schlag für ihn, denn auch der gemeinsame Sohn Edgar verstarb bereits im Jahre 2011 an einer Tropenkrankheit auf Madagaskar.

Hugo Portisch – Wie man die Welt erklärt – frei nach Karl Farkas: „Hören“ Sie sich das an!

ORF-CD 807
Artikel-Nr. 2017705
Zum Preis von € 18,10 + Versandkosten
ISBN: 9-004629-316000
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