HERA LIND / Die Frau, die frei sein wollte / Tatsachen-Roman

HERA LIND_Die Frau, die frei sein wollte_diana-verlag.deSelma kommt Anfang der 1960er Jahre als Gastarbeiterkind mit ihren Eltern und Geschwistern aus der Türkei nach Köln. Sie schwebt im siebten Himmel, als sie sich mit 17 Jahren mit ihrer großen Liebe Ismet verloben darf. Doch ein zufälliges Zusammentreffen mit Orhan wird ihr zum Verhängnis. Arglos steigt Selma in das Auto des ihr fast unbekannten Mannes. Was dann passiert, ist ein einziger Albtraum. Sie verliert ihre Ehre und ihre Freiheit, und das Glück mit Ismet zerplatzt für immer. Sie gehört nun Orhan. Doch Selma gibt nicht auf!

oepb-Rezension:
Hera Lind erzählt hier – einmal mehr – auf sehr eindringliche und einfühlsame Art und Weise das schlimme Schicksal von Selma, einer jungen Türkin, die mit 17 Jahren zwangsverheiratet wird.Selma ist intelligent und fleißig und will im nächsten Schuljahr die Matura machen. Gleichzeitig ist sie mit ihrer großen Liebe, dem Medizinstudenten Ismet, verlobt und die Hochzeit soll in den nächsten Wochen stattfinden.Da steigt sie zu dem flüchtigen Bekannten Orhan ins Auto, der anbietet, sie nach Hause zu fahren als sie den Bus verpasst hat. Weil der nächste erst eine Stunde später fährt und sie einen Anpfiff ihres Vaters wegen einer einstündigen Verspätung fürchtet, nimmt sie Orhans Angebot an.

Ein großer Fehler, wie sie kurz darauf bemerkt, denn er fährt in die entgegen gesetzte Richtung und bringt sie zu seiner Familie, die in einer beengten, heruntergekommenen Wohnung lebt. Dort wird sie, halb bewusstlos geschlagen, in ein Zimmer gesperrt und muss am nächsten Tag ihre Familie anrufen und mit vorgehaltener Pistole lügen, in Wahrheit sei Orhan ihre große Liebe und sie wolle ihn heiraten.

Von Anfang an schlägt und vergewaltigt Orhan sie brutal, dennoch willigt Selma schließlich in die Heirat ein, zum Einen, weil er androht, andernfalls sie und ihre Familie zu erschießen, und zum Anderen, weil es in ihrer Kultur als große Schande gilt, wenn ein unverheiratetes Mädchen die Nacht bei einem Mann verbringt (selbst wenn da noch nichts „passiert“ sein sollte), durch die ihre gesamte Familie entehrt würde, und natürlich würde kein anderer Mann sie noch zur Frau haben wollen, auch nicht ihre große Liebe Ismet.

Die wahre Begebenheit wird sehr einfühlsam dargestellt, warum Selma so lange braucht, bis sie endlich gegen Orhan, der sie wiederholt krankenhausreif prügelt, und seine Familie aufbegehrt, und es ist ein wahres Wunder, dass sie als so starke Frau aus ihrem jahrelangen Martyrium hervorgegangen ist, die sich endlich wehrt, selbst als der Alptraum nach der Trennung noch weitergeht.

Bei der Lektüre dieses Buches lernt man die türkische Mentalität so richtig kennen – und auch verstehen. So wie es hier Selma erging, geht es dem Vernehmen nach sehr vielen türkischen Mädchen und Frauen. In dieser Geschichte ist wirklich alles drinnen: eine glaubwürdige und sehr starke Frau, eine fesselnde Familiengeschichte, eine unerfüllte Liebesgeschichte und sehr aufschlussreiche Informationen über die Traditionen türkischer Familien. Ein wahrer Krimi über Entführung und Zwangsheirat, Verrat missbrauchtes Vertrauen … aber zum Schluss doch noch ein wunderbares Happy End.

Wenn man sich über die Eigenschaften Ehre und Stolz, ein guter Ruf sowie Pflichterfüllung angesprochen fühlt, ist man mit der Hauptdarstellerin dieses Romans sehr verbunden und versteht auch, was und warum sie dermaßen viel mitgemacht hat.

Lesen, mitfiebern, leiden, lieben und hoffen – und nicht den Kopf zu schütteln, denn das wäre hier bei diesem Roman fehl am Platz.

Meine Geschichte soll alle Frauen ermutigen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich keine Gewalttätigkeiten gefallen zu lassen. Sich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren und an sich selbst zu glauben. Auf gar keinen Fall möchte ich, dass der Eindruck erweckt wird, dies sei ein rein türkisches Thema. Umfragen zufolge hat beispielsweise jede vierte Frau in Deutschland Gewalt durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt. Die Betroffenen trauen sich meist nicht, sich zu wehren, geschweige denn an die Öffentlichkeit zu gehen. Ich habe es getan! Dank Hera Lind und dem Diana Verlag gelangt meine Geschichte nun an die breite Öffentlichkeit. Es wird ein langer Weg sein, kulturell zusammenzufinden, aber es sollte immer klar sein, dass sich Gewalt durch nicht rechtfertigen lässt – DURCH REIN GAR NICHTS!“ – so Selma Sander.

Die Frau, die frei sein wollte
Roman nach einer wahren Geschichte von Hera Lind
416 Seiten, Taschenbuch, Broschur
ISBN: 978-3-453-35928-4
Zum Preis von: € 10,30 (Österreich), € 9,99 (Deutschland), CHF 13,90
 
Direkt zu bestellen bitte hier:
 
www.heralind.com
 
www.diana-verlag.de

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