Green Deal als Allianz mit der Landwirtschaft nutzen

“Die Lebensmittelimporte müssen den EU-Standards genügen. An unserer Forderung nach einer klaren Herkunftskennzeichnung halten wir fest. Der Green Deal muss realistisch sein.”, so Simone Schmiedtbauer und Alexander Bernhuber, die den Green Deal als Allianz mit der Landwirtschaft und nicht zu Lasten der Bäuerinnen und Bauern sehen. Foto: © Bauernbund

“Die Lebensmittelimporte müssen den EU-Standards genügen. An unserer Forderung nach einer klaren Herkunftskennzeichnung halten wir fest. Der Green Deal muss realistisch sein.”, so Simone Schmiedtbauer und Alexander Bernhuber, die den Green Deal als Allianz mit der Landwirtschaft und nicht zu Lasten der Bäuerinnen und Bauern sehen. Foto: © Bauernbund

“Die Hauptlast des Klimaschutzes darf nicht von der Landwirtschaft getragen werden!“, fordern Alexander Bernhuber, Umweltsprecher der ÖVP im Europaparlament und Simone Schmiedtbauer, Agrarsprecherin der ÖVP im Europaparlament unisono, anlässlich der heutigen Präsentation der Biodiversitäts- und der „Farm to Fork“-Strategie durch die EU-Kommission. „Es ist seit jeher im Eigeninteresse der Bäuerinnen und Bauern, die Umwelt und das Klima zu schützen und die Artenvielfalt zu bewahren. Wenn der Green Deal neue Maßnahmen für die Landwirtschaft erlässt, so müssen diese realistisch sein und finanziell abgegolten werden.“

Die EU-Kommission skizziert in den beiden Strategien Maßnahmen zu Lasten der Landwirtschaft. So soll der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel deutlich verringert, 10 Prozent der Landwirtschaftsfläche stillgelegt werden und ein Viertel der EU-Agrarfläche soll biologisch bewirtschaftet werden. Ein Lichtblick: Die verpflichtende Lebensmittelkennzeichnung soll kommen.

Der Green Deal braucht ein neues Ziel, das uns in der Krise klar gezeigt wurde: Versorgungssicherheit. Es kann nicht sein, dass Millionen Tonnen Eiweiß nach Europa importiert werden und die EU-Kommission zugleich verlangt, dass wir 10 Prozent der Anbaufläche in Europa außer Produktion stellen. Wo bleibt da der Hausverstand?“, fragt Bernhuber in Richtung EU-Kommission. „Außerdem müssen alle importierten Produkte den Umwelt- und Produktionsstandards der Europäischen Union genügen. So hat es Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen versprochen und das muss eingehalten werden. Ich begrüße die Thematisierung, aber erwarte hier konkrete Vorschläge. Das ist gut für das Klima und die Umwelt, schützt die Artenvielfalt und ist den europäischen Bäuerinnen und Bauern gegenüber fair!“, so Bernhuber, der außerdem einen allumfassenden Ansatz fordert.

„Eine EU-weite Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel ist für mich die Basis eines nachhaltigen Europas und muss rasch umgesetzt werden.“, begrüßt Schmiedtbauer die Ankündigung von Herkunftsangaben für Milch, sowie Milch und Fleisch in verarbeiteten Produkten als ausbaufähige Basis und ergänzt: „Das Wissen um regionale und saisonale Lebensmittel muss aber grundlegend neu vermittelt werden. Was für uns Landwirte eine Selbstverständlichkeit ist, weiß ein Großteil der Gesellschaft nicht: Regionalität ist Klima- und Umweltschutz. Wir müssen alle an einem Strang ziehen und die Hauptlast nicht auf einen Sektor alleine abwälzen.“, sagt Schmiedtbauer. Jeder einzelne EU-Bürger müsse Verantwortung übernehmen und bewusste Entscheidungen treffen. „Zudem sind die vorgesehenen unrealistischen Reduktionsziele bei Pflanzenschutz- und Düngemittel – ohne Alternativen und Folgenabschätzung – keinesfalls im Sinne der Versorgungssicherheit und der Unabhängigkeit Europas.“

Quelle: Bauernbund

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