Fußball-Weltmeister Frankreich zu Gast in Wien

Hannes Reinmayr (Bildmitte, Nr. 10) bot wie die gesamte ÖFB-Auswahl eine überdurchschnittlich gute Leistung an diesem Tag. Links: Frank Leboeuf (Nr. 18), rechts Alain Boghossian (Nr. 14) Im Hintergrund steht Youri Djorkaeff (Nr. 6). Halbverdeckt läuft Roman Mählich, ganz recht erkennt man den ÖFB-Teamkapitän Peter Schöttel (Nr. 3). Foto: oepb

Hannes Reinmayr (Bildmitte, Nr. 10) bot wie die gesamte ÖFB-Auswahl eine überdurchschnittlich gute Leistung an diesem Tag. Links: Frank Leboeuf (Nr. 18), rechts Alain Boghossian (Nr. 14) Im Hintergrund steht Youri Djorkaeff (Nr. 6). Halbverdeckt läuft Roman Mählich, ganz recht erkennt man den ÖFB-Teamkapitän Peter Schöttel (Nr. 3). Foto: oepb

So lautete am 14. Juli 1998 die Schlagzeile! Dem damaligen ÖFB-Generalsekretär Alfred „Gigi“ Ludwig war bereits vor der Fußball-Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich – der letzten übrigens, an der eine Österreichische Fußball-Nationalmannschaft teilgenommen hatte – ein genialer Schachzug geglückt. Schon im Frühjahr, also noch weit vor dem Anpfiff zur Fußball-WM 1998, hatte er in Paris mit Frankreichs Generalsekretär Gerard Enault nach einigen erfolglosen Versuchen diesen Termin fixiert. Es handelte sich dabei um eine Rückspielverpflichtung aus dem Jahre 1984, als die ÖFB-Auswahl als Testspielgegner Frankreichs vor deren EM-Triumph 1984 in Bordeaux mit 0 : 1 verlor.

So gewann vor 20 Jahren eben nicht nur Frankreich, sondern auch Österreich, denn der ÖFB bekam das erste Spiel des neuen Champions quasi zum Nulltarif frei Haus serviert und musste außer der Hotel-Rechnung keine Weltmeister-Gage bezahlen. Alfred Ludwig damals dazu: „Glück muss man haben. Dieses ist nun Millionen (1998 noch in Schillingen gerechnet) wert!“

Cover vom offiziellen ÖFB-Matchprogramm an diesem Tag. Sammlung: oepb

Cover vom offiziellen ÖFB-Matchprogramm an diesem Tag. Sammlung: oepb

Demnach stieg am 19. August 1998 für Neo-Weltmeister Frankreich um 20.45 Uhr in Wien gegen Österreich das einzige Match vor der beginnenden EM-Qualifikation am 5. September in Island. Unter dem neuen Teamchef Roger Lemerre übrigens, denn der erfolgreiche und zum Ritter der Ehrenlegion ernannte Weltmeister-Coach Aimé Jacquet zog sich nach dem WM-Triumph auf den Posten des Technischen Direktors zurück.

Und so stand dieses Freundschaftsspiel auch unter den Vorzeichen von Abschieden. Anton „Toni“ Polster, Österreichs Rekord-Torschütze mit 44 Volltreffern im Nationalteam, wurde für die Nationalmannschaft nicht mehr berücksichtigt und Michael Konsel erklärte seinen Rücktritt vom Team. Nach 21 Minuten im Spiel beim Stand von 0 : 1 wurde der „Panther“ nach 43 absolvierten Länderspielen gegen Franz Wohlfahrt ausgetauscht.

44.000 Zuschauer sahen im Ernst Happel-Stadion im Wiener Prater ein Klassespiel. Österreich führte gegen den Weltmeister nach 84 Minuten mit 2 : 1. Das erwähnte 0 : 1 in der 16. Minute durch Lilian Laslandes glich Mario Haas noch vor der Pause in der 42. Spielminute zum 1 : 1 aus. Ivica Vastic scorte in der 76. Minute aus einem Elfmeter das 2 :  1 für Österreich, ehe Alain Boghossian nach 85 Minuten noch der Ausgleich zum beiderseits verdienten 2 : 2-Remis gelungen war. Österreich lieferte gegen den Weltmeister ein sehenswertes Spiel, kassierte jedoch zwei Kopfballtore. Die sicher geglaubte Sensation wurde vertan.

Unter seiner Ägide wurde der ÖFB auf finanziell gesunde Beine gestellt. Alfred "Gigi" Ludwig, 35 Jahre lang beim und für den Österreichischen Fußballbund erfolgreich aktiv. Foto: oepb

Unter seiner Ägide wurde der ÖFB auf finanziell gesunde Beine gestellt.
Alfred “Gigi” Ludwig, 35 Jahre lang beim und für den Österreichischen
Fußballbund erfolgreich aktiv. Foto: oepb

 

Alfred „Gigi“ Ludwig, seit Ende Juli 2016 ÖFB-Generaldirektor a.D. und sprichwörtlicher „Hansdampf in allen Gassen“, bewies in seiner Funktionärs-Laufbahn oftmals Weitblick garniert mit sehr viel Geschick. Für den ÖFB und „seine“ Nationalmannschaft war ihm nie ein Weg zu weit. Dafür setzte er sich ein, dafür kämpfte er – stets mit Erfolg und dem „Glück des Tüchtigen“.

 

 

 

 

 

 

 

 

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