Fritz Eckhardt

fritz1Ein Großer des österreichischen Schauspiels und des Deutschsprachigen Fernsehens wäre heuer 100 Jahre alt geworden Fritz Eckhardt. Am 31. Dezember 1995 hörte sein Herz zu schlagen auf, Fritz Eckhardt erlag einem Krebsleiden. Am 30. November 1907 in Linz als Sohn eines Schauspielers und Theaterdirektors zur Welt gekommen, verschlug es ihn sehr bald nach Wien. 1924 begann am Wiener Volkstheater seine Berufslaufbahn. Weitere Engagements in Reichenberg, Aussig und Bielitz folgten, ehe er Anfang der 30iger Jahre nach Auftritten im Mellini-Theater in Hannover, sowie in Den Haag an die Rotter-Bühnen nach Berlin kam. Bis 1938, dem Zeitpunkt, an dem es ihm als Halb-Jude nicht mehr möglich war, unter angenommenem Namen als Autor zu wirken, trat er in Wien auf, wo er unmittelbar nach 1945 Kabarett- und Theaterdirektor wurde und somit bald seine große Karriere beginnen konnte. Fritz Eckhardt leitete viele Jahre das Apollo-Theater (heutiges Apollo-Kino) und schrieb für viele Wiener Kleinkunstbühnen.

fritz2Nach dem Krieg wurde der Schauspieler fürs Fernsehen entdeckt, das in den 50iger Jahren förmlich einen wahren Boom erlebte. Das Fernsehen sei sein Metier, so sagte er später einmal über seine Rollen als ,Portier im Hotel Sacher´, oder als Inspektor Marek beim ,Tatort´ aus Wien, wo er 14 Einsätze in der Zeit von 1971 bis 1987 hatte. Darüber hinaus spielte er aber auch im ,Der alte Richter´, oder ,Wenn der Vater mit dem Sohne´. Der Deutsche Film war am Ende, so Fritz Eckhardt, und das sei sein Glück gewesen, denn nur so konnte er Größen wie Johannes Heesters oder Paul Hörbiger für seine Serien begeistern und engagieren, denn Fritz Eckhardt schrieb auch Drehbücher. Von Kritiker-Schelte blieb er jedoch oft nicht verschont, dennoch liebte ihn das TV-Publikum. 30 Millionen Deutsche und 3 Millionen Österreichische Fernseh-Zuschauer saßen am Sonntag Abend vor der Flimmerkiste, wenn ein ,Eckhardt-Tatort´ aus Wien ausgestrahlt wurde. Eine wahrhaft gigantische Zahl.

Fritz Eckhardt war aber auch ein Spieler, und das nicht nur vor der Kamera, sondern auch am Spieltisch. Er verzockte oft seine gesamte Gage und dankte in einem Interview einmal seiner Gattin Hilde, die ihn von der Spielsucht heilen konnte. ,Ich lasse mich scheiden´, polterte sie ihn an, als er wieder einmal blank nach Hause kam. Dieses Spiel entschied Fritz Eckhardt jedoch zu seinen Gunsten und betrat nie mehr wieder ein Casino. Seine geliebte Hilde verstarb 1987, Fritz Eckhardt folgte ihr 1995 nach. Zuvor adoptierte er die deutsche Schauspielerin Irmgard Rießen, die als Universalerbin auftrat. Die in Klosterneuburg gelegene Villa hat sie zwischenzeitlich aber bereits verkauft.

In seinem Buch ,Ein Schauspieler muß alles können´, 1989 im F.A. Herbig-Verlag in München erschienen, lässt der beliebte Schauspiel-Star sein Leben sehr lebhaft Revue passieren. Anhand der Lektüre dieses Buches kommt einem die menschliche Seite von Fritz Eckhardt sehr nahe, der seine Beliebtheit und Popularität immer damit erklärte, dass er weder den Portier Huber im ,Hotel Sacher´ – den doch tatsächlich viele Leute und Touristen im Hotel Sacher wahrhaftig gesucht hatten – noch den Inspektor Viktor Marek im ,Tatort´ gespielt hatte, sondern eigentlich immer nur den Eckhardt Fritzl. Er verfaßte über 30 Theaterstücke und 200 Drehbücher für Film und Fernsehen.

Der ,Hallo, Hotel Sacher, Portier!´-Sager mit Maxi Böhm und Elfriede Ott an seiner Seite, oder aber aber auch der ein wenig grantelnde Kommissar Marek des Wiener Sicherheitsbüros mit Kurt Jaggberg gemeinsam vor der Kamera wird somit unvergessen bleiben.

Das Ehepaar Eckhardt fand am Klosterneuburger Friedhof die letzte Ruhestätte.

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