FK Austria Wien gg. Wolfsberger AC 0 : 0

Foto: oepb

Von 1968 bis 1975 in Diensten der Austria: Top-Stürmer Helmut Köglbger, 70 Jahre jung. Foto: oepb

Ein Königreich für einen Stürmer! „Mia hom kane Stürmer mehr, mit an Hosiner, Kienast oda Jun hätt ma des Match locka gwunna!“, so der einhellige Tenor zahlreicher Spielbesucher mit violetter Weltanschauung versehen gestern Abend kurz nach Beendigung dieser Bundesligabegegnung. Die Stimme des Volkes hatte gesprochen und „das Wort vom Stehplatz“ hat auch im 21. Jahrhundert noch Gewicht. Vorbei die Zeiten, als ein Toni Polster, ein Gerhard Steinkogler, ein Sigurd Rushfeldt, oder eben ein Tomas Jun und Philipp Hosiner die gegnerischen Torleute schier zur Verzweiflung gebracht hatten und dem jeweiligen Match-Gegner der Austria in Wien-Favoriten die Bälle nur so um die Ohren geflogen sind. Da half es freilich auch wenig, dass man vor Spielbeginn mit Helmut Köglberger einem Parade-Stürmer der 1960er und 1970er Jahre zu dessen runden Geburtstag gratulierte. Ein schöner Zug der Austria einen Top-Stürmer der Vereins-Historie nicht vergessen zu haben.

27. Spieltag tipico-Bundesliga / Samstag, 19. März 2016, 16 Uhr / Generali-Arena, 7.011 Besucher, Schiedsrichter Robert Schörgenhofer

Foto: oepb

Die Spatzen trällern es von den Dächern: Die Austria hat keine Top-Stürmer mehr. Foto: oepb

Der Wolfsberger AC / kurz WAC genannt, ist nicht gerade ein Lieblingsgegner des FK Austria Wien. Die Lavanttaler sind – gerade in Wien – stets schwer einzuschätzen und die bisherige Heimbilanz des FAK gegen den WAC ist mit 3 Siegen, 2 Remis und 2 Niederlagen nur sehr knapp positiv. „Wir fürchten uns vor dem WAC nicht, bringen ihnen aber – wie jedem anderen Gegner auch – den nötigen Respekt entgegen!“, so Austria´s Cheftrainer Thorsten Fink vor dem Spiel. Der Respekt war sehr groß, denn in Hälfte eins sah man aus violetter Sicht nicht sehr viel, was für einen vollen Erfolg in späterer Folge hätte sprechen können. Im Gegenteil, der WAC trat stark auf, stützte sich auf seine Bilanz der letzten Spiele von 3 Erfolgen und 3 Unentschieden und verlangte der Austria alles ab. „A gmahte Wiesn“ für den FAK war die Begegnung auf keinen Fall. Positiv zu beobachten war, dass ÖFB-Teamtorhüter Robert Almer nach seiner langwierigen Kreuzbandverletzung auch in Wien im Tor seine Sache überaus gut gemacht hatte. Sein Debüt letzten Sonntag beim 1 : 1 in Graz gegen Sturm verlief bereits ganz ordentlich. Auch Marko Kvasina, aufgeboten für den verletzten Kevin Friesenbichler, der wiederum für den gesperrten Larry Kayode auflaufen hätte sollen, war als überaus qurilig zu beobachten. Kvasina war stets bemüht und agierte als steter Unruheherd in den gegnerischen Reihen der Kärntner. Auch die obligatorischen Standard-Situation wie Eckbälle und Freistöße, aus denen heraus die Austria in dieser Saison am effektivsten ist, waren in der ersten Halbzeit nicht schlecht, aber eben auch nicht gewinnbringend. Die Partie verlief als Pattstellung zwischen beiden Teams.

In der zweiten Halbzeit verlagerte sich das Spielgeschehen vermehrt in die Spielhälfte des Gastes, umso mehr, als Fink mit dem Ex-Wolfsberger David de Paula und Roi Kehat frische Kräfte brachte. Diese beiden Offensiv-Geister wirbelten die Kärntner Verteidigung vor der Ost-Tribüne zwar gehörig durcheinander, jedoch der Stimmungs-Sog des Austria-Anhangs vermochte den Ball nicht in die Maschen des Gegners zu ziehen. Der baumlange Kärnten-Torhüter Alexander Kofler hielt mit seinen wahrhaften Polypenarmen emsig dagegen.

Foto: oepb

Teamaufstellung vor Spielbeginn. Foto: oepb

Die Schlussminuten wiederum gehörten dem WAC, die drei Eckbälle hintereinander vortrugen, ohne zählbaren Erfolg. Auf dieser Seite wiederum hielt Almer die Austria im Spiel. Summa summarum kann festgestellt werden, dass beide Torleute an diesem Nachmittag ihr Geld wert waren und ein jeder für sich das Unentschieden und somit den einen Punkt für den eigenen Verein ins trockene bringen konnte. Eine Punkteteilung, die dem WAC mehr, denn der Austria bringt.

Kurios sei auch noch zu erwähnen, dass sich heutzutage am Spieltag niemand mehr an der Kasse eine Karte kaufen dürfte, so, wie diese früher an sich gängig war. Die Austria verlautbarte am Freitag, dass für dieses Spiel 7.000 Karten im Vorverkauf abgesetzt wurden, Dauer- und Freikarten für Schulklassen miteinbezogen. Die offizielle Kulisse gestern Nachmittag: 7.011 Stadion-Besucher. Folglich gingen ganze 11 Eintrittskarten am Spieltag über den Ladentisch. Auch hier wurde bisher im 21. Jahrhundert alles anders.

Foto: oepb

“Der Mensch is a Sau!” So unaufgeräumt hinterließen eingeladene Schulklassen gestern Nachmittag ihre Sitzplätze auf der Westtribüne. Foto: oepb

Die Österreichische Fußball-Bundesliga geht nun in die Oster-Ferien und pausiert aufgrund der europäischen Länderspiele der einzelnen Fußball-Verbände vor der Europameisterschaft am kommenden Wochenende. Die nächste Runde steigt am 2./3. April 2016. Die Austria gastiert in Altach, der WAC empfängt die SV Ried.

Aus violetter Sicht hat man nun noch nur mehr viermal die Möglichkeit, das Flair des alten Horr-Stadions zu inhalieren. Ab Mai wird das Areal geschlossen , teilweise abgetragen und komplett umgebaut. Die Neueröffnung ist für Sommer 2018 vorgesehen. Das nächste Austria-Heimspiel findet am Samstag, 9. April 2016 um 18.30 Uhr in der Generali-Arena gegen SV Grödig statt. Tickets, wie wir nun wissen, vermehrt im Vorverkauf abgesetzt, bitte hier:

www.austria.wien
www.bundesliga.at
http://rzpelletswac.at

 

comments are closed.