FK Austria Wien gg. SK Sturm Graz 2 : 0 (0 : 0)

Zum dritten Mal in Folge in der Meisterschaft zu Null gespielt und zum vierten Mal in Serie gewonnen. Die Wiener Austria ist drauf und dran, weiter nach oben zu klettern. Foto: oepb

Zum dritten Mal in Folge in der Meisterschaft zu Null gespielt und zum vierten Mal in Serie gewonnen. Die Wiener Austria ist drauf und dran, weiter nach oben zu klettern. Foto: oepb

Der FK Austria Wien als Serien-Killer! In der Vorwoche fügte man anlässlich des 319. Wiener Stadt-Derbys dem SK RAPID mit 0 : 2 die erste Heimniederlage in der neuen Arena zu, gestern Nachmittag fand die stolze Serie von 11 ungeschlagen überstandenen Meisterschaftsspielen des SK Sturm Graz im Wiener Prater ihr jähes Ende. Es war daher nicht allzu verwunderlich, dass große Teile der über 11.000 Besucher freudestrahlend und lautstark skandierten: „DIE AUSTRIA WIEN IST WIEDER DA!“

Wenn Sturm Graz über den Semmering gen Wien gondelt, ist meist etwas los, in der guten alten Wiener-Stadt. Die einen erfreuen sich seit dem unrühmlichen Abgang des Grazer AK von 1902 einem sagenhaften Fan-Zustrom, die anderen wiederum, die ihrer Austria seit Urzeiten her die Treue halten und gehalten hatten, sind guter Dinge, dass da heuer vielleicht wieder etwas ganz Großes entstehen könnte, im Hause Violett. Die Kulisse von 11.128 Besuchern war auch endlich einmal dazu angetan, zufriedener ins stimmungsvolle weite Rund zu blicken. Es war ein Spitzen-Spiel und es war ein gutes Spiel, gestern Nachmittag im herbstlich bunten Prater.

Ehrungen und Feierlichkeiten verdienstvollen Spielern, Trainern und Funktionären zuteil werden zu lassen, sind ein unumstößliches Procedere beim FAK. Gestern wurde dem jahrzehntelangen Aktiven, späteren Erfolgs-Trainer, und Sportdirektor Thomas Parits (links) zu dessen 70. Geburtstag gratuliert. Rechts Austria-Museums-Kurator Gerhard Kaltenbeck. Foto: oepb

Ehrungen und Feierlichkeiten verdienstvollen Spielern, Trainern und Funktionären zuteil werden zu lassen, sind ein unumstößliches Procedere beim FAK. Gestern wurde dem jahrzehntelangen Aktiven, späteren Erfolgs-Trainer,
und Sportdirektor Thomas Parits (links) zu dessen 70. Geburtstag gratuliert. Rechts Austria-Museums-Kurator Gerhard Kaltenbeck. Foto: oepb

13. Spieltag tipico-Bundesliga / Sonntag, 30. Oktober 2016, 16.30 Uhr / Wiener Prater – Ernst Happel-Stadion, 11.128 Besucher, Schiedsrichter Dominik Ouschan (aus Vorarlberg)

Der Nimbus der Unbezwingbarkeit der Grazer bröckelte. Am Mittwoch gab es beim SKN St. Pölten im Rahmen des ÖFB-Cups eine Niederlage im Elfmeterschießen, gestern wurde die Serie von 11 ungeschlagenen Partien in der Bundesliga abrupt beendet. Jenes fußballerische Hoch, welches die Grazer seit Wochen inne hatten, hat sich nun anderen Vereinen zugewandt, der Wiener Austria zum Beispiel. FAK-Coach Torsten Fink ward nie müde zu betonen, dass nach jedem Tief ein Hoch kommt, das man sich zwar hart erarbeiten muss, es manchmal aber auch erzwingen kann. Nach der letzten Meisterschafts-Niederlage gegen Admira/Wacker am 24. September mit 1 : 2 verwies er stets auf die Stärke des eigenen Teams und wusste zu berichten, dass die Saison ohnehin lange ist, jeder jeden schlagen kann und seine Mannschaft noch kommen würde.

Nun, sie kam und zwar gewaltig. Vor der gestrigen Begegnung drei Meisterschafts-Siege in Serie, dazu in Italien ein beachtliches 3 : 3-Remis gegen AS Roma nach vorherigem 1 : 3-Rückstand im Europa-Pokal, die Mannschaft ist gefestigt und verfügt auch über einen Kader, der etwaige Sperren und Verletzungen von Leistungs-Trägern gut kompensieren kann. Und auch die Abwehr rührt langsam aber sicher Beton an. Osman Hadzikic, der den verletzten Robert Almer als Torhüter derzeit mehr als nur ersetzt, wird im Gehäuse der Austria immer sicherer und auch seine Vorderleute stehen dicht an den Angriffs-Reihen der jeweiligen Gegner dran. Was auch gestern dabei herausgekommen war, war das dritte Match in Serie ohne Gegentor des FAK.

Es wird wieder voller, im Heim-Block der Wiener Veilchen. Und auch die Stimmung wird von Mal zu Mal besser im weiten Prater-Rund. Foto: oepb

Es wird wieder voller, im Heim-Block der Wiener Veilchen. Und auch die Stimmung wird von Mal zu Mal besser im weiten Prater-Rund. Foto: oepb

Der SK Sturm Graz reiste zwar nicht unbedingt als Favorit gestern nach Wien, dennoch waren die bisher erbeuteten 29 Punkte aus 12 Spielen eine doch mehr als nur beachtliche Bilanz. Unangefochten lachen sie herab, nicht nur vom Grazer Uhrturm, sondern auch von der Tabellenspitze. Franco Foda, Chef-Trainer und zwischenzeitlich alleiniger Rekordhalter von 310 Bundesliga-Spielen in Sachen Trainer-Stuhl in Graz, hatte im Gleichklang mit Neo-Sportdirektor Günter Kreissl ein Team geformt, das in der „Grünen Mark“ wieder Freude am Fußball gefunden hatte und diesen auch erfolgreich praktiziert. Die Zuschauer honorieren dies und strömen wieder in Scharen zu den Schwarz-Weißen.

 

Zum Spiel:

Die Austria begann ohne große Überraschungen mit der bekannten Stammformation, also auch mit Raphael Holzhauer (Bänderriss im Sprunggelenk), sowie Petar Filipovic (Kniegelenk-Probleme). Beide waren fit und liefen auf. Sturm musste auf den angeschlagenen Kapitän Christian Schulz verzichten, Christian Schoissengeyr kam dafür in der Abwehr zum Einsatz. Die Wiener Violetten starteten mit spielerischen Vorteilen und tiefen Pässen auf den wieselflinken Larry Kayode, der auch gleich nach sieben Minuten alleine vor Sturm-Torhüter Christian Gratzei vergab.

Die Exekution eines Strafstosses im Zeitraffer. Foto: oepb

Die Exekution eines Strafstosses im Zeitraffer. Foto: oepb

Thorsten Fink´s-Veilchen attackierten früh und hatten auch vermehrten Ballbesitz. Gefährlich war die Austria aus Standard-Situationen: In der 24. Minute wehrte Gratzei einen von Holzhauser-Freistoß ab, in Minute 31 konnten weder Lukas Rotpuller noch Petar Filipovic nach einer Holzhauser-Freistoßflanke aus kürzester Distanz den Ball über die Linie bugsieren. Gratzei war zur Stelle. Die beste Grazer Möglichkeit verbuchte Charalampos Lykogiannis mit einem Freistoß von der Strafraumgrenze in der 15. Minute, der hauchdünn über das Lattenkreuz strich. Die Steirer kamen im Laufe der Begegnung besser ins Spiel, spätestens jedoch im Strafraum der Wiener war „Endstation! Alles aussteigen!“ angesagt.

Als der unauffällige Schiedsrichter Dominik Ouschan pünktlich und ohne Nachspielzeit nach 45 Minuten die erste Halbzeit beendete, ballte Thorsten Fink die Faust und jubelte kurz. Die „Halbe Miete“ war in trockenen Tüchern, keinen Gegentreffer kassiert und noch alles offen in diesem Spiel.

Nach Seitenwechsel tat sich vorerst nichts, dann die 51. Minute: Lykogiannis rempelte Kayode im Grazer Strafraum derart ungeschickt zu Boden, dass der unmittelbar daneben stehende Ouschan sofort und ohne Zögern auf Elfmeter entschied. Holzhauser übernahm die Verantwortung und erzielte, wie eine Woche zuvor detto aus einem Strafstoß, das 1 : 0 für seine Farben. Gratzei tauchte zwar in die richtige Ecke ab, musste jedoch den Ball passieren lassen.

Dargestellt von Raphael Holzhauser (rechts), sowie Christian Gratzei (links). Foto: oepb

Dargestellt von Raphael Holzhauser (rechts), sowie Christian Gratzei (links). Foto: oepb

In der 54. Minute rettete Lykogiannis gegen Felipe Pires, auf der Gegenseite wurde Deni Alar alleine vor Osman Hadzikic wegen Abseits zurückgepfiffen.

Sehenswert das 2 : 0: Holzhauser spielt in Minute 67 von rechter Position einen Freistoß-Ball halbhoch herein, Kayode spritze dazwischen und spitzelte den Ball vor der Grazer Abwehrreihe und am erstaunten Grazer Keeper Gratzei vorbei in die Maschen. Dann war es um die Grazer komplett geschehen und sie hatten in diesem Spiel nichts mehr entgegenzusetzen. Im Gegenteil, die Austria war dem dritten Tor näher, denn die Steirer einem etwaigen Anschluss-Treffer. Auch die Hereinnahme von Roman Kienast und Philipp Zulechner, beide mit violetter Vergangenheit, auf Seiten des SK Sturm brachte nichts zählbares ein. Wie erwähnt stand die Austria Abwehr felesenfest und in der 72. Minute hatte sogar Gratzei nocheinmal alle Hände voll zu tun, nach einer Schoissengeyr-Rettungstat ein Eigentor verhindern.

Kritischer Beobachter der Szenerie: Schiedsrichter Dominik Ouschan. Foto: oepb

Kritischer Beobachter der Szenerie: Schiedsrichter Dominik Ouschan. Foto: oepb

5 Minuten Nachspielzeit brachten ebenso nichts mehr ein, sodass die Austria diesen Meisterschafts-Erfolg verdient einfahren konnte. Bei Sturm hatte man stets den Eindruck, dass der Faden des Erfolgs reissen wird und man künftighin an einer neuen Serie wird basteln müssen. Die Austria betrieb optisch, spielerisch und punktemäßig erfolgreich die beste Werbung in eigener Sache, geht es doch am kommenden Donnerstag, 3. November 2016, 19 Uhr, in der UEFA Europa-League gleich knüppeldick weiter mit dem heimspiel gegen AS Rom.

Zahlreich, lautstark, stimmungsvoll - der üppige Grazer Anhang gestern Nachmittag in Wien. Foto: oepb

Zahlreich, lautstark, stimmungsvoll – der üppige Grazer Anhang gestern Nachmittag in Wien. Foto: oepb

Derzeit sind 25.000 Karten abgesetzt, ein doch einigermaßen gefülltes Wiener Prater-Stadion würde dem Team helfen, die stolzen Römer mehr als nur  ins Wanken zu bringen.

Tickets bitte h  i  e  r:

www.austria.wien

www.bundesliga.at

www.sksturm.at

 

 

 

 

 

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