FK Austria Wien gg. AEL Limassol FC 0 : 0

Die Austrianer (von links) Alexander Grünwald (verdeckt), Raphael Holzhauser, Heiko Westermann, Tarkan Serbest und Ismael Tajouri-Shradi haderten mit dem finnischen Referee Antti Munukka. Dieser blieb nach 80 Minuten dabei - das Grünwald-Tor war Abseits. Foto: GEPA

Die Austrianer (von links) Alexander Grünwald (verdeckt), Raphael Holzhauser, Heiko Westermann, Tarkan Serbest und Ismael Tajouri-Shradi haderten mit dem finnischen Referee Antti Munukka. Dieser blieb nach 80 Minuten dabei – das Grünwald-Tor war Abseits. Foto: GEPA

Ohne Tore kein Sieg und ohne durchschlagende Stürmer kein Erfolg! So einfach lautet die Formel beim Fußballsport. Und da die Wiener Austria gestern Abend leider auch im dritten Bewerbsspiel en suite in diesem Herbst ohne Torerfolg blieb – der Aufstieg im ÖFB-Cup gegen den ASK Ebreichsdorf gelang nach 120 torlosen Minuten erst im Elfmeterschießen – war das 0 : 0 gegen den zypriotischen Vertreter AEL Limassol FC nur eine logische Konsequenz.

UEFA Europa League 2017/18 – 3. Qualifikationsrunde / Hinspiel, Donnerstag, 27. Juli 2017, 21.05 Uhr, Wiener Prater / Ernst Happel-Stadion, 5.892 Besucher, Schiedsrichter Antti Munukka (Finnland)

Lautstark waren sie, und mit einer überdimensionalen Trommel ausgestattet, die ganz in gagerlgelb gewandeten Anhänger aus Limassol. Und zur Begrüßung ihres Teams brannten zahlreiche römische Lichter hoch oben am Juché im dritten Rang des Sektor F des Wiener Praterstadions, der ebenfalls mit gelben Sitzen ausgestattet ist. Ihr vis-á-vis und ihnen als Pendant zugewandt, die Anhänger der Austria, die stimmungsmäßig ebenso sehr gut positioniert auftraten und so war der Lärmpegel als Geräuschkulisse das ganze Match über durchaus Europa League würdig, gestern, an einem lauen Sommer-Abend in der guten, alten Wiener Leopoldstadt.

In den ersten gut 20 Minuten waren die Gäste durchaus gleichwertig. Ein Kevin Lafrance-Kopfball ging knapp über das Tor (11. Minute). Eine sehr gute Möglichkeit fand auch Ismail Sassi vor, der in der 19. Minute nach einem Lochpass an Veilchen-Torhüter Osman Hadzikic bereits vorbei war, den Ball aber ans Außennetz bugsierte. Und knapp vor dem Pausenpfiff knallte Mikel Arruabarrenas an die Latte.

Leider war das Spiel des vorjährigen österreichischen Vize-Meisters in der ersten Hälfte noch wie ein stotternder Ottomotor, denn so richtig in Schwung kamen die Heimischen nicht. Die Aktionen wurden zu langsam aufgebaut, der öffnende Pass in die Tiefe kam nicht und so standen sich zwei Reihen gegenüber, die sich mehr und mehr beschnupperten und gut gestaffelt positioniert waren, denn großartige entscheidende Akzente zu setzen.

Ein Schuss von Ismael Tajouri-Shradi – vorbei am langen Eck (18. Minute), ein Distanzversuch von Raphael Holzhauser – der von den Fans im übrigen zum „Austrianer der Saison 2016/17 gewählt und von Team-Manager Franz Wohlfahrt vor dem Spiel mit einem hübschen Zinnteller geehrt wurde – knapp über die Latte (21. Minute), sowie ein abgeblockter Schuss von Alexander Grünwald aus kurzer Distanz im Strafraum (36. Minute) waren die erwähnenswertesten Möglichkeiten der Austria.

Der Rest war ein bisserl einschläfernd, was da unten am satten Grün des Rasens absolviert wurde und so widmete der eine oder andere Zuseher seine Beobachtung den zahlreich anwesenden Fledermäusen, die ihre abendlichen Flugstunden unter dem Stadiondach absolvierten. Man hoffte auf die zweite Halbzeit.

Die verlief dann auch besser und die Austria wurde präsenter. Auch wurde das Spiel nicht mehr vermehrt in die Breite gezogen, sondern es wurde mit öffnenden Pässen operiert. Allen voran Holzhauer war es, der ein paar schöne Bälle schlug. Den besten davon verfehlte Kevin Friesenbichler denkbar knapp (70. Minute). Auch Petar Filipovic (Kopfball, Minute 72) und Alexander Grünwald (Weitschuss in der 73. Minute) brachten nichts ein. Als dann zu allem Überfluss auch noch Felipe Pires aus knapp vier Metern vor dem Tor stehend das Leder nicht in die Maschen brachte, grummelte verständlicherweise der violette Anhang.

Das vermeintliche 1 : 0 durch Kapitän Grünwald in der 79. Minute – die Torhymne im Stadion wurde bereits eingespielt – war Abseits. So brachte Austria-Trainer Thorsten Fink im Finish mit Dominik Prokop und Christoph Monschein noch zwei weitere Offensivleute, die Wirkung blieb jedoch aus.

Von Limassol, die sich vermehrt auf das Halten des Ergebnisses spezialisiert hatten, war in der zweiten Hälfte nicht mehr allzu viel zu sehen. Am ehesten noch vom Trainer, Bruno Baltazar, der wohl selbst gerne mitgespielt hätte, so enthusiastisch trieb er sein Team von der Coaching-Zone aus an.

Auch die 5 Minuten Nachspielzeit brachten nichts Zählbares ein. Die Entscheidung über Sein oder Nichtsein, sprich Aufstieg, fällt am kommenden Mittwoch, 2. August 2017, 18 Uhr (MEZ) in Zypern beim Rückspiel.

In der heimischen Meisterschaft geht es für die Austria am kommenden Sonntag, 30. Juli 2017, 16.00 Uhr weiter. Gast beim Heimspiel in Wien ist der SK Sturm Graz, die gestern Abend beim 1 : 2 zu Hause gegen Fenerbahce Istanbul den Kürzeren gezogen hatten.

Tickets bitte her:

www.austria.wien

 

www.bundesliga.at

 

 

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