Feierliche Abzeichenverleihung an Heeresunteroffiziersakademie

Bild 1Die Teilnehmer des 11. Lehrgangs „Militärische Führung 2“ haben den Namensgeber für ihre derzeit laufende Ausbildung zum Unteroffizier gewählt: Oberjäger Sepp Teufl vom Kaiserschützenregiment Innichen Nr.3 wurde im Ersten Weltkrieg dreimal mit der Großen Silbernen, zweimal mit der Kleinen Silbernen und einmal mit der Bronzenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet und dient den 121 angehenden Unteroffizieren nun als Vorbild.

Bildtext: Brigadier Nikolaus Egger (Bildmitte) mit der Enkelin, Urenkelin und Ur-Urenkelin von Oberjäger Sepp Teufl. Foto: Bundesheer / Simader

 

 

Traditionspflege
Seit 1995 werden sämtliche Grundausbildungslehrgänge zum Unteroffizier an der Heeresunteroffiziersakademie im oberösterreichischen Enns nach Tapferkeitsmedaillenträgern benannt. Die Soldaten versuchen, die Tugenden des Namensgebers zu leben. Das Abzeichen des Lehrgangs zeigt einen Kaiserschützen im Hochgebirge sowie den Namenszug „Teufl“.

Zugsführer Saskia Biel (links) überreicht das Abzeichen an die Enkelin des Namensgebers, Gertrud Magerl. Foto: Bundesheer / Simader

Zugsführer Saskia Biel (links) überreicht das Abzeichen an die Enkelin des Namensgebers, Gertrud Magerl. Foto: Bundesheer / Simader

Der Namensgeber
Oberjäger Sepp Teufl wurde 1889 in Braunau am Inn geboren. Von 1910 bis 1913 diente er bereits beim damaligen Standschützenregiment Innichen Nr.3. Nachdem er bei der Mobilmachung am 24. Juli 1914 wieder eingezogen wurde, brachte er es nach nur neunmonatiger Dienstzeit zum Oberjäger, also zum Unteroffizier.

Außergewöhnliche Leistungen und Vorbildwirkung
Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs kämpfte er an der russischen Front als Hornist. Beim Angriff auf die Festung Przemysl wurde seine Kompanie bis auf 17 Mann aufgerieben. Sepp Teufl war unter den Überlebenden und konnte mit seiner Patrouille 73 Russen gefangen nehmen wofür ihm die erste Große Silberne Tapferkeitsmedaille verliehen wurde. Im weiteren Verlauf des Krieges geriet er in russische Gefangenschaft, konnte sich aber befreien und zu den Eigenen durchschlagen. Bis zum Kriegsende erhielt Teufl für seine hervorragenden Leistungen noch mehrere Auszeichnungen. Obwohl er mehrfach schwerst verwundet wurde, kehrte er immer wieder an die Front zu seinen Kameraden zurück.

Brigadier Nikolaus Egger (rechts) verleiht das Lehrgangsabzeichen an die Klassenvertreter. Foto: Bundesheer / Simader

Brigadier Nikolaus Egger (rechts) verleiht das Lehrgangsabzeichen an die Klassenvertreter. Foto: Bundesheer / Simader

Höhepunkt des Festaktes mit Würdigung des Lehrgangsnamensgebers
In der Laudatio hob der Kommandant der Heeresunteroffiziersakademie, Brigadier Nikolaus Egger, besonders die Dienstauffassung aber auch den Humor des Namensgebers hervor. Sein Soldatenethos machte für ihn die ständige Rückkehr zu seinen Kameraden an die Front trotz mehrmaliger schwerster Verwundungen immer wieder notwendig. Diese zeitlosen, soldatischen Eigenschaften sollten sich die angehenden Unteroffiziere als Beispiel nehmen und vorleben, so der Brigadier. Nach der Verleihung an die Lehrgangsteilnehmer verlieh der Lehrgangssprecher Wachtmeister Patrick Fröwis das neue Abzeichen auch an Akademiekommandant Nikolaus Egger.

Stolze Angehörige
Besonders stolz war die anwesende Enkelin Teufls, die sich in ihrer Rede bei den Lehrgangsteilnehmern dafür bedankte, dass die Unteroffiziersanwärter ihren Großvater als Vorbild gewählt hätten und er damit nicht in Vergessenheit gerate. Als Zeichen der Wertschätzung erhielt sie das Lehrgangsabzeichen von Wachtmeister Fröwis und von Zugsführer Saskia Biel überreicht. Zugsführer Biel ist Absolventin dieses Lehrganges und die Ur-Urenkelin des Namensgebers.

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