FC Stadlau 1913 gg. SKU Amstetten 2 : 2 (1 : 1)

Der Sportplatz des FC Stadlau trägt noch altes Flair in sich. Neben Fußball kann man dort auch der Leichtathletik frönen. Foto: oepb

Der Sportplatz des FC Stadlau trägt noch altes Flair in sich. Neben Fußball kann man dort auch der Leichtathletik frönen. Foto: oepb

In der Regionalliga Ost stand am 5. Spieltag ein „Tabellen-Derby“ an, traf doch der Wiener Stadtliga-Aufsteiger der Vorsaison aus Wien-Floridsdorf, der FC Stadlau von 1913 (derzeit Fünftplatzierter) auf den SKU Amstetten (im Moment Viertplatzierter), der seinerseits wiederum als seriös geführte Top-Adresse im Amateurfußball gilt. Die „Mostviertler“, die vom langjährigen SK Sturm Graz- und Ex-Teamspieler Heinz Thonhofer betreut werden, spielen ohnehin jedes Jahr eine überaus gute Rolle in der dritthöchsten Österreichischen Spielklasse. Und die Stadlauer wiederum, die von 1954 bis 1957 immerhin drei Jahre in Österreichs höchster Staatsliga A-Spielklasse vertreten waren, firmieren seit gut 10 Jahren wieder als „FC“, da die jahrzehntelange Kooperation mit der ÖMV – spätere OMV – im Jahre 2005 beendet wurde.

5. Spieltag Regionalliga Ost / Samstag, 3. September 2016, 16 Uhr / Sportplatz Stadlau, 350 Besucher, Schiedsrichter Bernhard Luef

Spätsommerliche Temperaturen über die Großstadt. Ein gepflegte Rasenfläche, garniert mit dem Duft der in der Hitze warm gewordenen Tartanbahn, dazu zwei Tore in Silbergrau gehalten, die einem bei diesem Anblick den Max Hagmayr-Sager spontan in Erinnerung riefen, der sich Mitte der 1980er Jahre in Diensten des Linzer ASK darüber beklagte, im Trauner Stadion anhand des Intertoto-Sommerbewerbes nicht gerne auflaufen zu wollen, da er schlichtweg die Tore nicht sieht …

Der Gast aus dem Mostviertel in Rot, die Heimischen ganz in Blau angetreten. Foto: oepb

Der Gast aus dem Mostviertel in Rot, die Heimischen ganz in Blau angetreten. Foto: oepb

Wie dem auch sei, gestern gab es vier sehenswerte Treffer zu bestaunen, die einem einmal mehr die Lust auf den Fußballsport im „Unterhaus“ bescherten. Die Heimischen starteten aktiver und schnürten die Gäste in der ersten Viertelstunde in ihrer Hälfte regelrecht ein. In der 17. Spielminute gelang den ganz in Blau angetretenen Stadlauern das 1 : 0. Philip Wendl startete ein fulminantes Solo, überdribbelte drei Amstettner und verwertete trocken für sein Team. SKU-Torhüter David Affengruber blieb in diesem Duell chancenlos. Kurz darauf konnte sich Affengruber jedoch zweimal auszeichnen und verhinderte so einen höheren Rückstand.

Die Führung für Stadlau währte jedoch nur bis zur 22. Minute. Martin Teurezbacher trat einen Freistoßball gefühlvoll in den Strafraum, Stadlau-Keeper Benjamin Neckam blieb auf der Linie stehen und der 1,94 Meter große Milan Vukovic wuchtete das Leder mit dem Kopf in die Maschen, 1 : 1. Der ganz in Rot agierende SKU Amstetten war nun nicht nur der „Herr im Haus“ – zahlreiche mitgereiste Schlachtenbummler sorgten mit ihren Trommeln für gehörigen Wirbel – sondern auch am Platz aktiver. Stadlau hielt brav dagegen und beide Torhüter konnten sich bewähren.

Nach einigen Trink-Unterbrechungen für die Spieler ließ der souveräne und stets im Hintergrund agierende Referee Bernhard Luef, der sich von einigen Schimpftriaden des grantelnden Stadlau-Anhangs partout nicht beirren ließ, vier Minuten nachspielen, die nichts einbrachten. Dann war Halbzeit. Erwähnenswert war, dass beide Teams bereits wieder am Platz standen, ehe das Schiedsrichter-Trio zurückkehrte. Man war nach wie vor „heiß“ auf die Partie, beide Teams wollten nun den Sieg.

Das, was früher zahlreiche Sportplätze in Wien hatten, gibt es heute noch in Stadlau - eine abschüssige Wiese, die als Stehplatzrampe dient. Herrlich, frohlocken dazu die Nostalgiker. Foto: oepb

Das, was früher zahlreiche Sportplätze in Wien hatten, gibt es heute noch in Stadlau – eine abschüssige Wiese, die als Stehplatzrampe dient. Herrlich, frohlocken dazu die Nostalgiker. Foto: oepb

Amstetten kam zwingender in Halbzeit Zwei – Vukovic auf Lukas Deinhofer, doch dessen Knaller ging über das Tor. Osman Bozkurt, Fußball-Weltenbummler und seit Sommer 2016 in Stadlau unter Vertrag, hatte es gestern nicht leicht. Beinahe jede seiner Aktionen wurde mit Gesuder und Gejammer von einigen Stadlauer-Fußball-Verstehern begleitet. Umso sehenswerter dafür sein Führungs-Treffer: Bozkurt gewann einen Zweikampf, düste seinem Bewacher auf und davon und schlenzte das Leder mit dem Außenrist unhaltbar für Affengruber zum 2 : 1 in die Maschen – 64. Minute.

Doch dieses Tor beflügelte eher den Gast, denn die Heimischen. Stadlau war nun völlig weg vom Fenster und es agierte nur mehr Amstetten. Eine gute Kombination von Patrick Lachmayr und dem eingewechselten Denis Berisha auf Vukovic, der mit der Ferse David Peham schön freispielte, wurde im „kleinen Strafraum“ Futter für Neckham.

Eine Kopie zur Ersten Halbzeit war der Ausgleich in Hälfte Zwei: Teurezbacher schlenzt einen Freistoß direkt auf den Kopf von Vukovic, der in der 82. Minute das verdiente 2 : 2 erzielte. Das war´s dann. Trotz hoher Temperaturen einen „hitziges“ Spiel mit vier schönen Toren und teilweise sehenswerten Kombinationen. Ja, das war Werbung für den Fußball!

Der FC Stadlau empfängt nun am 10. September 2016 um 14 Uhr den Wiener Sportklub. Der Umstand des starken Anhangs der Dornbacher bringt mit sich, dass dann wenigstens ein paar Zuschauer mehr in der Erzherzog Karl-Straße 108 im 22. Wiener Gemeindebezirk zugegen sein werden. Der SKU Amstetten hat in der 6. Runde spielfrei und muss am 16. September 2016 erneut nach Wien – zum Wiener Sportklub.

www.fcstadlau.at

www.heisseliga.at

www.sku-amstetten.at

 

 

 

 

 

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