Faivovich & Goldberg / Auf der Suche nach Mesón de Fierro

Installationsansicht / Installation view Mesón de Fierro. Foto: NHM Wien, Alice Schumacher

Installationsansicht / Installation view Mesón de Fierro. Foto: NHM Wien, Alice Schumacher

Auf der Suche nach Mesón de Fierro“ – so der Titel einer Ausstellung des argentinischen Künstlerduos Faivovich & Goldberg, die im der Erdentstehungsgeschichte gewidmeten Saal 6 des Naturhistorischen Museums Wien / NHM gezeigt wird.

Das NHM Wien beherbergt nicht nur eine der größten Meteoritensammlungen der Welt, sondern weist zudem eine der weltweit längsten Sammlungsgeschichten auf, die bis ins Jahr 1751 zurückreicht.

In den letzten 12 Jahren haben die in Buenos Aires (Argentinien) ansässigen Künstler (Guillermo Faivovich, geb. 1977 und Nicolás Goldberg, geb. 1978) an einem Forschungsvorhaben gearbeitet, das sich mit den kulturellen Auswirkungen der Campo del Cielo-Eisenmeteoriten befasst, die vor etwa 4.000 Jahren im Norden Argentiniens einschlugen.

Guillermo Faivovich (links) und Nicolás Goldberg. Foto: NHM Wien, Kurt Kracher

Guillermo Faivovich (links) und Nicolás Goldberg. Foto: NHM Wien, Kurt Kracher

Eine dieser Eisenmassen, bekannt als Mesón de Fierro – der erste Meteorit, über den aus Amerika berichtet wurde – wurde 1576 von spanischen Konquistadoren erwähnt, die von Angehörigen indigener Stämme zum Einschlagsort geführt worden waren. Die ungefähr 15 bis 20 Tonnen schwere Masse wurde in den folgenden 200 Jahren noch zwei weitere Male aufgesucht. Im Verlauf dieser Expeditionen wurden genaue Berichte und Zeichnungen angefertigt sowie Proben abgeschlagen, um sie in weiterer Folge an europäische Museen zu versenden. Im Anschluss an diese Aufzeichnungen verschwand der Mesón de Fierro auf ungeklärte Weise und wurde nie wieder gesichtet. Das Gebiet ist seit jener Zeit Forschungsgegenstand zahlloser Entdeckerinnen und Entdecker, Wissenschafterinnen und Wissenschafter sowie begeisterter Amateurinnen und Amateure, die versuchten, den Meteoriten wiederzufinden – mit gemischten Ergebnissen, aber ohne einen physischen Hinweis auf seine Existenz zu erbringen.

 Installationsansicht / Installation view. Foto: NHM Wien, Alice Schumacher

Installationsansicht / Installation view. Foto: NHM Wien, Alice Schumacher

Seit ihrer ersten Exkursion nach Campo del Cielo im Jahr 2006 widmeten sich Faivovich & Goldberg der Suche nach dieser vermissten Masse. Als die Künstler erkannten, dass sie am Einschlagsort nicht unbedingt fündig werden würden, stellten sie Nachforschungen auf der ganzen Welt an, auf der Suche nach Hinweisen des mythischen Meteoriten.

2017 entdeckten sie schließlich gemeinsam mit den Kuratoren in der Meteoritensammlung des NHM Wien ein 19-Gramm-Fragment, mit Inventarnummer A18, das sie nach seiner Beschaffenheit und geschichtlichen Überlieferung mit Mesón de Fierro in Verbindung bringen konnten. Im Kontext dieser Entdeckung wird die von Daniela Zyman kuratierte Intervention als Plattform für das rätselhafte erdgebundene Leben des Mesón de Fierro dienen.

Die Ausstellung findet mit freundlicher Unterstützung der „Botschaft der Argentinischen Republik in  Österreich“ statt.

Quelle: NHM Wien

Was: „Faivovich & Goldberg. Auf der Suche nach Mesón de Fierro“

Wann: seit 21. November 2018 bis 11. März 2019

Wo: Naturhistorisches Museum Wien, Saal 6, Burgring 7, 1010 Wien

 
www.nhm-wien.ac.at

Lesen Sie noch mehr über das Naturhistorische Museum Wien / NHM bei uns bitte hier;

 

comments are closed.