Austria Tabak-Obmann Erich Zauner

Ing. Erich Zauner. Foto: Tabakfabrik, Werk Linz

Ing. Erich Zauner. Foto: Tabakfabrik, Werk Linz

Ing. Erich Zauner war in Linz kein Unbekannter, widmete er doch sein Leben der Arbeit in der Tabakfabrik, der dortigen Betriebsfeuerwehr und dem Fußball-Sport. Er war ein Mensch, dessen Wort Gewicht hatte, auf den man sich verlassen konnte und der im wahrsten Sinne des Wortes als „Sir der alten Schule” galt.

Erich Zauner war aber auch ein Funktionär vom Scheitel bis zur Sohle. Viele Jahrzehnte hindurch leitete er die Geschicke des SV Tabakfabrik und der späteren SV Austria Tabak-Fußballmannschaft. Seine Aufgabe war es immer gewesen, den in der Blütezeit über 1.000 Mitarbeitern in der Tabakfabrik am Standort Linz einen gesunden Sportverein anheim zu stellen, anhand dessen man der sinnvollen Sport- und Freizeitausübung nachgehen konnte. Die Tabakfabrik war all die Jahre hindurch ein Verein im fußballerischen Unterhaus. Am 9. März 1934 gegründet, ruhte der Verein allerdings aufgrund der Kriegswirren von 1939 bis 1949. Mit dem Wiederaufbau der so genannten „Tschickbude„ jagte man auch der Lederwuchtel vermehrt wieder hinterher.

1955 der erste Titel, Meister der 3. Klasse A. Bei 22 Spielen gewann die Tschickbude 21mal mit einem Unentschieden in der gesamten Saison. Im Jahr darauf gelang der neuerliche Meistertitel in der 2. Klasse A, mit dem selben Husarenritt von 21 Siegen wie im Jahr zuvor. Das Team war somit zwei Jahre in Serie ungeschlagen geblieben. 1961 wurde man Meister in der 1. Klasse Ost und stieg somit erstmals in die höchste oberösterreichische Spielklasse auf.

Blick auf die Linzer Tabakfabrik des Jahres 1935. Foto: privat/oepb

Blick auf die Linzer Tabakfabrik des Jahres 1935. Foto: privat/oepb

Auf diesen imposanten Aufstieg folgte 1962 jedoch gleich wieder der Abstieg als Letzter in der Liga. Im Jahre 1969 dann die Umbenennung in SV Austria Tabak und anno 1985 wurde man erneut Meister und stieg in die 1. OÖ-Landesliga auf, aus der man aber bereits nach nur einer Spielzeit 1986 wieder hinunter musste. 1987 kehrte man allerdings wieder in die höchste Spielklasse Oberösterreichs zurück und kickte dort ununterbrochen bis zur Vereinsumstrukturierung per 1. August 1997 in FC Blau-Weiß Linz. Es gab aber noch zwei Highlights zu verbuchen – zum einen gewann man im Sommer 1993 im ÖFB-Cup gegen den SC Krems mit 2 : 0. Die Kremser waren 1988 immerhin Pokalsieger gewesen. Im gleichen Jahr schlug man auch den Linzer ASK im Rahmen einen Freundschaftsspieles an der Straßerau mit 2 : 1.

Spielszene aus SV Austria Tabak gegen UFC Eferding aus den späten 1970er Jahren. Foto: privat/oepb

Spielszene aus SV Austria Tabak gegen UFC Eferding aus den späten 1970er Jahren. Foto: privat/oepb

Anlässlich der 60 Jahr-Feierlichkeiten im Juli 1994 maß man die Kräfte mit dem großen Tschickbude-Bruder aus Wien, dem FK Austria Memphis. Gespielt wurde allerdings am Chemie-Platz. Und so brachte am 22. Juli 1994 Samir Hasanovic, der später noch viele Jahre für den FC Blau Weiss Linz aktiv sein sollte, den SV Austria Tabak vor lediglich 200 Besuchern mit 1 : 0 in Front, ehe die Wiener Violetten das Match noch in einen 3 : 1-Sieg verwandeln konnten. Die Veilchen kickten damals unter anderem mit Franz Wohlfahrt, Manfred Zsak, Manfred Schmid, Frenky Schinkels, Michael Wagner, Walter Kogler, Thomas Flögel, Christian Prosenik, Anton Pfeffer und dergleichen. Im Zuge der 60 Jahr-Feier weihte man die heute noch bekannte und allseits beliebte gedeckte Haupttribüne ein, die Erich Zauner´s- ganzer Stolz war.
Daran konnte auch eine unqualifizierte Aussage einiger honoriger Herren der Wiener Austria nichts ändern, die gemeint hatten, das Geld, das die „Tschickbude„ für diese Tribüne „verprasst„ hätte, wäre bei der Austria in Wien besser aufgehoben gewesen.

Panorama-Blick auf die seit 1994 bestehende Haupttribüne im Linzer Donaupark-Stadion - im Hintergrund die Eisenbahnbrücke und der Pöstlingberg. Foto: berndpeta.at

Panorama-Blick auf die seit 1994 bestehende Haupttribüne im Linzer Donaupark-Stadion – im Hintergrund die Eisenbahnbrücke und der Pöstlingberg. Foto: berndspeta.at

Und so endete die Obmanntätigkeit von Ing. Erich Zauner mit der Ins-Leben-Rufung des FC Blau-Weiß Linz im Jahre 1997. Als Ehren-Obmann war er aber stets gerne gesehen im Donaupark und es freute ihn immer ungemein, wenn er Richtung Donaupark-Stadion marschierte und er schon von weitem her die Schlachtgesänge und die vielen bunten Fans sah. Früher, so meinte er, hatte der Verein meist um die 150 Zuschauer. Doch über Nacht kamen plötzlich 1.000 Leute mehr in die Straßerau. Dies freute ihn, auch gerade deswegen, da „sein„ Verein nach dem Sponser-Ausstieg der Tabakregie nicht ganz vor die Hunde gegangen war.

Am 21. Dezember 2008 verstarb Erich Zauner 81jährig nach längerer, schwerer Krankheit im Kreise seiner Familie.

www.blauweiss-linz.at

www.tobaccoland.at/58

www.bundesliga.at

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