Erich Lessing verschenkt fotografisches Lebenswerk

Leopold Figl 1955_Foto onb.at _ LessingErich Lessing, einer der berühmtesten Fotografen Österreichs, hat der Österreichischen Nationalbibliothek / ÖNB 60.000 Bilder als großzügige Schenkung übergeben. Darunter befinden sich so bekannte Aufnahmen wie jene von der Unterzeichnung des Staatsvertrages 1955, oder vom Ungarnaufstand 1956. Rechtzeitig zum 90. Geburtstag Lessings ist damit eines der bedeutendsten privaten Fotoarchive des Landes für die Zukunft gesichert und der Öffentlichkeit zugänglich.

Bild: Außenminister Leopold Figl mit dem Staatsvertrag am Balkon des Wiener Belvedere am 15. Mai 1955. Foto: Erich Lessing / ÖNB

Die umfangreiche Sammlung, die im Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek verwahrt wird, ist eine beeindruckende Dokumentation des 20. Jahrhunderts in Bildern. Rund 20.000 Schwarzweiß-Negative aus der Zeit von 1950 bis 1970 dokumentieren Meilensteine der Zeitgeschichte ebenso, wie Szenen aus dem Alltagsleben der Nachkriegszeit. Einzigartig sind auch seine Portraitserien mit Aufnahmen prominenter politischer Persönlichkeiten wie Charles de Gaulle, Konrad Adenauer, Willy Brandt, Dwight D. Eisenhower, oder Nikita Chruschtschow mit der Axt. Wesentlicher Teil der Schenkung ist auch das „Erich Lessing Kunst- & Kulturarchiv“ mit rund 40.000 großformatigen Farbdias zu Themen der europäischen Kulturgeschichte, die Lessing seit Mitte der 1950er Jahre angefertigt hat.

www.onb.ac.at/sammlungen/bildarchiv.htm

Wiener Nachkriegsleben: Krankenschwestern auf einem Ringelspiel im Prater anno 1954. Foto: Erich Lessing / ÖNB

Wiener Nachkriegsleben: Krankenschwestern auf einem Ringelspiel im Prater anno 1954. Foto: Erich Lessing / ÖNB

„Ich freue mich“, so Erich Lessing bei der Übergabe, „dass mein fotografischer Nachlass als Schenkung in der Österreichischen Nationalbibliothek sachgemäß aufbewahrt und archiviert wird und damit in aller Zukunft einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich ist.“ Generaldirektorin Johanna Rachinger ergänzt: „Die Österreichische Nationalbibliothek verwahrt in ihrem Bildarchiv einmalige Schätze der österreichischen Fotografie vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Durch diese großzügige Schenkung Erich Lessings können wir unsere Bestände ganz wesentlich erweitern und ergänzen.“

Erich Lessing, am 13. Juli 1923 in Wien geboren, startete seine Karriere Ende der 1940er Jahre bei Associated Press als Fotoreporter. 1951 wurde er Mitglied der berühmten Pariser Fotoagentur „Magnum Photos“, für die auch Robert Capa und Henri Cartier-Bresson fotografierten. Lessing war für die wichtigsten europäischen Zeitungen und Magazine tätig wie „Life“, „Paris Match“, „Epoca“ und „Quick“. 2012, im Alter von 89 Jahren, eröffnete er seine eigene Fotogalerie in Wien.

Nikita Chruschtschow mit einer Axt beim Pariser Gipfel, 1960. Foto: Erich Lessing / ÖNB

Nikita Chruschtschow mit einer Axt beim Pariser Gipfel, 1960. Foto: Erich Lessing / ÖNB

 

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Die Sammlung Bildarchiv und Grafiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek verwahrt derzeit über 3,1 Millionen Werke, darunter rund 2,6 Millionen analoge und digitale Bilddokumente. Sie ist damit die größte Bilddokumentationsstelle Österreichs und archiviert unter anderem die Werke so bekannter Pressefotografen wie Leo Ernst, Albert Hilscher, Lothar Rübelt, Joe Heydecker oder Harry Weber.

www.onb.ac.at

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