Drösing in NÖ / Wildbienen-Vielfalt im Osten Österreichs

Auch jetzt bietet der Standort schon einigen besonderen Wildbienen-Arten einen Lebensraum, wie beispielsweise dem Dünen-Steppenbienchen Nomioides minutissimus, das mit etwa 3mm Körpergröße die kleinste Bienen-Art Österreichs ist. Foto: © Sylvia Wanzenböck

Auch jetzt bietet der Standort schon einigen besonderen Wildbienen-Arten einen Lebensraum, wie beispielsweise dem Dünen-Steppenbienchen Nomioides minutissimus, das mit etwa 3mm Körpergröße die kleinste Bienen-Art Österreichs ist. Foto: © Sylvia Wanzenböck

Die Gemeinde Drösing überlässt seltenen Wildbienenarten eine Gemeindefläche als Lebensraum: in Zusammenarbeit mit dem Naturhistorischen Museum Wien wird die Fläche so umgestaltet, dass sie den Bedürfnissen der Arten entspricht und ihre Ansiedlung begünstigt.

Viele Wildbienenarten bevorzugen trocken-warme Standorte. Der Osten Österreichs beherbergt daher mit seinen pannonischen Elementen eine ausgesprochen hohe Vielfalt an Arten. So wurden auch im Zuge eines 2019 abgeschlossenen Forschungsprojekts des NHM Wien im Naturschutzgebiet „In den Sandbergen“ in Drösing, gleich zwei außergewöhnliche Arten entdeckt: die seit Jahrzehnten als verschollen gegoltene Kleine Filzfurchenbiene (Halictus tectus), sowie die Steppen-Harzbiene (Icteranthidium laterale), die davor nur von einem einzigen Fund in Österreich bekannt war. Die interessanten Funde weckten auch das Interesse von Josef Kohl, Bürgermeister der Gemeinde Drösing. „Es freut mich sehr, dass unsere Gemeinde das Zuhause spezieller Wildbienen-Arten ist.“, schwärmt der Bürgermeister. Er nahm kurzer Hand Kontakt auf und erklärte sich bereit, eine Gemeindefläche zur Verfügung zu stellen, um diesen Arten eine Ausweitung des Areals zu ermöglichen.

Ich finde es großartig, dass auf diese Weise Insekten Lebensraum zurückgegeben wird.“, freut sich Dr. Dominique Zimmermann vom NHM Wien. Gemeinsam mit Projektmitarbeiterin Sabine Schoder, MSc wird sie in den kommenden zwei Jahren eine Fläche für die Bedürfnisse von seltenen Wildbienenarten optimieren. In einem ersten Schritt wurde bereits ein geeigneter Standort am Liliensee bei Drösing ausgewählt.

Eine erste gemeinsame Begehung der Fläche am Liliensee bei Drösing, die im Zuge eines Projekts für die Bedürfnisse seltener Wildbienen-Arten optimiert werden soll. Von links: Vize-Bgm. Johann Becher, Bgm. Josef Kohl, Sabine Schoder, sowie Dominique Zimmermann. Foto: © Sylvia Wanzenböck

Eine erste gemeinsame Begehung der Fläche am Liliensee bei Drösing, die im Zuge eines Projekts für die Bedürfnisse seltener Wildbienen-Arten optimiert werden soll. Von links: Vize-Bgm. Johann Becher, Bgm. Josef Kohl, Sabine Schoder, sowie Dominique Zimmermann. Foto: © Sylvia Wanzenböck

Dort werden nun im Zuge des Projekts zusätzliche Nistplätze in Form einer Lehmwand, freigelegte Sandbereiche und eine Totholz-Stelle geschaffen, sowie regionale Pflanzensamen ausgebracht, um das Blütenangebot an die Bedürfnisse von Wildbienen anzupassen. Ein besonderes Anliegen des Projekts ist auch die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger, die durch Informationstafeln über die Besonderheit des Standorts und der vorkommenden Wildbienen-Fauna informiert und zur naturnahen Gestaltung des eigenen Gartens angeregt werden.

Dieses Projekt stellt auch ein Gegenstück zum weltweit voranschreitenden Verlust von Lebensraum dar. Tag für Tag gehen auch in Österreich Flächen durch Versiegelung und Intensivierung der Landnutzung für die Natur verloren!

Finanziell unterstützt wird das Projekt durch die Initiative „Give Bees A Chance“ der ARCOTEL Hotels. Verzichten Hotelgäste, die mehr als eine Nacht bleiben, auf die Reinigung ihrer Zimmer, fließt ein Beitrag in den Spendentopf der Hotels zur Unterstützung lokaler Initiativen, die sich für den Schutz und die Erhaltung von Bienen engagieren.

Quelle: NHM / Naturhistorisches Museum Wien

Lesen Sie noch mehr Interessantes über das Naturhistorische Museum bei uns bitte hier;

www.nhm-wien.ac.at

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