Die Geschichte der Österreichischen Bundesgärten

Das große Blumenparterre vor dem Schloss Schönbrunn ist der repräsentative Teil barocker Gartenanlagen. Foto: Michalski

Das große Blumenparterre vor dem Schloss Schönbrunn ist der repräsentative Teil barocker Gartenanlagen. Foto: Michalski

Zu den Österreichischen Bundesgärten zählen der Schlosspark Schönbrunn, der Augarten, der Belvederegarten, der Burggarten und der Volksgarten in Wien, sowie der Hofgarten und der Schlosspark Ambras in Innsbruck. Demnach Grund genug, diese traditionellen österreichischen Einrichtungen einmal näher zu beleuchten:

Die Institution

Keuchengarten mit Renaissancebeet - die 20 ha große Schlossparkanlage von Ambras entstand zwischen 1566 und 1570. Foto: Michalski

Keuchengarten mit Renaissancebeet – die 20 ha große Schlossparkanlage von Ambras entstand zwischen 1566 und 1570. Foto: Michalski

Die Gärten der Bundesgärten sind sieben der wertvollsten historischen Gärten und Gartendenkmale Österreichs. Die Gärten stehen unter Denkmalschutz und sind bedeutende öffentliche Erholungsräume, sowie beliebte Tourismusziele. Die kaiserlich habsburgischen Hofgärten in Wien und Innsbruck sind mit den Jahren 1918 und 1919 und dem gleichbedeutenden Ende der Monarchie in das Eigentum der Republik Österreich übergegangen. Die Institution ist heute dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft zugeordnet.

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Weltkulturerbe

Schönbrunn ist als Gesamtanlage mit Schloss und Park Weltkulturerbe. Der Burggarten und der Volksgarten liegen im Weltkulturerbe Innenstadt, der Belvederegarten an diesem.

Das Palmenhaus Schönbrunn wurde von F. Segenschmid entworfen und 1882 von Kaiser Franz Joseph eröffnet. Es ist das größte des Kontinents und zählt baulich zu den schönsten seiner Art. Foto: BMLFUW

Das Palmenhaus Schönbrunn wurde von F. Segenschmid entworfen und 1882 von Kaiser Franz Joseph eröffnet. Es ist das größte des Kontinents und zählt baulich zu den schönsten seiner Art. Foto: BMLFUW

Die Gärten

Die Gärten in der Bundeshauptstadt Wien und in der Landeshauptstadt Innsbruck umfassen einen Bogen von über 400 Jahren österreichischer Gartengeschichte und Gartenkunst – beginnend mit der Renaissance, in der Hofgarten und Schlosspark Ambras in Innsbruck angelegt wurden, über das Barock mit den Umgestaltungen der beiden Innsbrucker Gärten und den Gestaltungen des Augartens, des Belvederegartens und des Schlossparks Schönbrunn in Wien, bis in das 19. und 20. Jahrhundert hinein, in denen diese fünf Anlagen partiell modifiziert und die beiden Wiener innerstädtischen Gärten Burggarten und Volksgarten gestaltet wurden.

 

Die Tätigkeiten

Die Aufgaben der Bundesgärten liegen im Management der historischen Gärten bezüglich ihrer Bewahrung und Revitalisierung, in der Pflege der historischen Pflanzensammlungen, im Artenschutz und der Erhaltung bedrohter Pflanzenarten, sowie im Betrieb der Palmenhäuser als Pflanzenschauhäuser.

Die Alleen und Hecken Schönbrunns sind weltweit für ihren exakten Schnitt bekannt. Diese Schnittqualität wird durch den jährlichen Schnitt (Juni - Oktober) gewährleistet. Foto: Michalski

Die Alleen und Hecken Schönbrunns sind weltweit für ihren exakten Schnitt bekannt. Diese Schnittqualität wird durch den jährlichen Schnitt (Juni -
Oktober) gewährleistet. Foto: Michalski

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Die Pflanzensammlungen

Die historisch und botanisch hochwertigen Pflanzensammlungen der Bundesgärten werden in den Glashäusern im Schlosspark Schönbrunn, im Belvederegarten und im Augarten kultiviert. Die Sammlungen haben eine jahrhundertealte Tradition. Sie gehen auf die Expeditionen und Forschungsreisen der Habsburger und deren Sammlungstätigkeiten im 18. und 19. Jahrhundert zurück. Diese dienten den wissenschaftlichen Interessen und Tätigkeiten des Kaiserhauses. Aufgaben und Ziele der Pflanzensammlungen heute sind die Erhaltung der historischen Pflanzen, der Kultivierung vom Aussterben bedrohter und/oder gefährdeter Wildarten und die Sicherung der genetischen Artenvielfalt.

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Kronprinzengarten mit Gartenbereich - Die Meidlinger Kammergärten sind ab 1750 dokumentiert. Foto: Michalski

Kronprinzengarten mit Gartenbereich – Die Meidlinger Kammergärten sind ab 1750 dokumentiert. Foto: Michalski

 

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Die Schauhäuser und Spezialgärten

Von den Bundesgärten werden, zum Teil gemeinsam mit anderen Institutionen, Spezialgärten und Schauhäuser betrieben:

der Garten Am Keller mit Kronprinzengarten, der Irrgarten, das Große Palmenhaus und das Wüstenhaus im Schlosspark Schönbrunn, der Alpengarten und der Kammergarten im Belvederegarten, sowie das Schmetterlinghaus im Burggarten..

Rasenbeete im oberen Belvedere-Garten, im Jahre 1997 wieder hergestellt. Foto: Ingrid Gregor

Rasenbeete im oberen Belvedere-Garten, im Jahre 1997 wieder hergestellt. Foto: Ingrid Gregor

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Großes Palmenhaus / Schlosspark Schönbrunn

Das in den Jahren 1880 bis 1882 errichtete größte Palmenhaus Europas präsentiert sich in imperialer Gestalt. Zu sehen sind Pflanzen aus den historischen botanischen Sammlungen Schönbrunn, sowie die vier Jahreszeiten in ihrer Blütenpracht.

 

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Blick vom Kammergarten auf das Obere Belvedere. Foto: Ingrid Gregor

Blick vom Kammergarten auf das Obere Belvedere.            Foto: Ingrid Gregor

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Wüstenhaus / Schlosspark Schönbrunn

Das Wüstenhaus und sein Garten laden ein, Pflanzen und Tiere aus den Wüsten der Welt kennen zu lernen. Geboten werden wunderbar stachelige Schätze aus der Kakteen- und Sukkulentensammlung der Bundesgärten. Vögel, Schildkröten, Rüsselspringer, Siedleragamen und Nacktmulle des Tiergartens Schönbrunn beleben das historische Glashaus.

Der Belvedere Alpengarten ist der älteste Alpengarten Europas und wurde 1803 durch Erzherzog Johann gegründet. Seit 1865 befindet er sich im Oberen Belvedere - Eingang vom Vorpark aus. Foto: Michalski

Der Belvedere Alpengarten ist der älteste Alpengarten Europas und wurde 1803 durch Erzherzog Johann gegründet. Seit 1865 befindet er sich im Oberen Belvedere – Eingang vom Vorpark aus. Foto: Michalski

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Öffnungszeiten:

Mai bis September täglich von 9 bis 18 Uhr, Oktober bis April täglich von 9 bis 17 Uhr.

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Kronprinzengarten / Garten am Keller

Im Kronprinzengarten seitlich des Schlosses Schönbrunn kann man von Mai bis September die historischen Zitrusbäume der Bundesgärten besuchen. Der Garten am Keller auf dem ehemaligen Hofküchenkeller zeigt die prunkvolle barocke Gestaltung der Jahre 1750 bis 1755 mit dem revitalisierten Broderieparterre um das Bassin und den historischen Treillage-Pavillons mit Lauengängen.

Öffnungszeiten:

23. März bis 30. Juni täglich von 9 bis 17 Uhr, 1. Juli bis 31. August täglich von 9 bis 18 Uhr, 1. September bis 26. Oktober täglich von 9 bis 17 Uhr und 27. Oktober bis 3. November von 9 bis 16 Uhr.

Der Augarten - Parterre-Blick mit Flakturm - ist Wiens ältester erhaltener Barockgarten. Durch Kaiser Ferdinand III. im Jahre 1650 errichtet, wurde er 1712 im Auftrag von Kaiser Karl VI. durch Jean Trehet in seiner heutigen Form auf 52,2 ha gestaltet. Foto: Michalski

Der Augarten – Parterre-Blick mit Flakturm – ist Wiens ältester erhaltener Barockgarten. Durch Kaiser Ferdinand III. im Jahre 1650 errichtet, wurde er 1712 im Auftrag von Kaiser Karl VI. durch Jean Trehet in seiner heutigen Form auf 52,2 ha gestaltet. Foto: Michalski

Irrgarten und Labyrinth / Schlosspark Schönbrunn

Im Irrgarten stoßen die Besucher auf Spiel und Spaß inmitten des barocken Schlossparks. Lustwandeln und Verirren in den Heckenlabyrinthen, Ausblicke über den Park von der Plattform an der historischen Platane, der Labyrinthikon-Spielplatz für Kinder und Erwachsene – all dies findet man dort.

Öffnungszeiten: 23. März bis 30. Juni täglich von 9 bis 18 Uhr, 1. Juli bis 31. August täglich von 9 bis 19 Uhr, 1. bis 30. September täglich von 9 bis 18 Uhr, 1. bis 26. Oktober täglich von 9 bis 17 Uhr und 27. Oktober bis 3. November von 9 bis 16 Uhr.

www.schoenbrunn.at

 

Alpengarten / Belvederegarten

Der älteste Alpengarten Europas präsentiert die Alpenpflanzen-Sammlung der Habsburger. Sie wurde 1803 von den Erzherzögen Johann, Rainer und Anton in Schönbrunn gegründet und 1865 in den Belvederegarten verlegt. Der Alpengarten ist heute zum Schutz der Alpenpflanzen international tätig. Die Sammlung ist in der Hauptblütezeit öffentlich zugänglich.

Der Volksgarten - Blick auf das Burgtheater - wurde nach der Sprengung der Burgbastei (1816-1819), im Auftrag von Kaiser Franz I, sowie Franz Joseph I. durch Ludwig von Remy, Antoine (d.J.) und Friedrich Ohmann gestaltet. Foto: Michalski

Der Volksgarten – Blick auf das Burgtheater – wurde nach der Sprengung der Burgbastei (1816-1819), im Auftrag von Kaiser Franz I, sowie Franz Joseph I. durch Ludwig von Remy, Antoine (d.J.) und Friedrich Ohmann gestaltet. Foto: Michalski

Öffnungszeiten: von 22. März bis 4. August täglich von 10 bis 18 Uhr.

 

Kammergarten / Belvederegarten

Prinz Eugen ließ den Kammergarten im frühen 18. Jahrhundert als seinen privaten Garten gestalten. Am Wohnschloss des Feldherrn und an der Orangerie gelegen, war die prunkvolle barocke Gestaltung ein Schmuckstück des Belvederes. Das Gartenkleinod zeugte von der Kunstliebe des Feldherrn. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert, bereits im Besitz der Habsburger, war der Kammergarten Obst- und Reservegarten. Die Revitalisierung der Bundesgärten und der Burghauptmannschaft Österreich der 1990er Jahre und 2000er Jahre lassen den Kammergarten in neuer Pracht erstrahlen. Botanische Raritäten der Bundesgärten in Pflanzkübeln schmücken im Sommer das Parterre.

Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 18 Uhr.

 

Im Burggarten steht ein Denkmal an Wolfgang Amadeus Mozart, am St. Marxer Friedhof in Wien III/Landstraße liegt er begraben. Foto: Michalski

Im Burggarten steht ein Denkmal an Wolfgang Amadeus Mozart, am St. Marxer Friedhof in Wien III/Landstraße liegt er begraben. Foto: Michalski

Schmetterlinghaus / Burggarten

Im Schmetterlinghaus erleben die Besucher im Jahreszyklus 50 Schmetterlingsarten und täglich über 300 Schmetterlinge. Im Auftrag Kaiser Franz Josephs gestaltete Friedrich Ohmann in den Jahren 1901 bis 1906 den so genannten „Neuen Wintergarten“ im ehemals kaiserlichen Privatgarten als prachtvolle Jugendstilarchitektur mit reichhaltigem Bildhauerschmuck.

Öffnungszeiten: April bis Oktober: Montag bis Freitag von 10 bis 16.45 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertag von 10 bis 18.15 Uhr. November bis März: täglich von 10 bis 15.45 Uhr.

www.schmetterlinghaus.at

 

Anstelle des abgerissenen klassizistischen Gewächshauses (Ludwig v. Remy, 1823 - 1826) errichtete ab 1901 Hofarchitekt Friedrich Ohmann das heutige Palmenhaus. Foto: Michalski

Anstelle des abgerissenen Gewächshauses (Ludwig v. Remy, 1823 – 1826) errichtete ab 1901 Hofarchitekt Friedrich Ohmann das heutige Palmenhaus. Foto: Michalski

Palmenhaus / Burggarten

Im stilvollen Ambiente feiern! Hochzeiten, Taufen, Geburtstagsfeste, Vernissagen und Ausstellungen – das Palmenhaus bietet in der Zeit von Mai bis September einen besonderen Rahmen für die jeweiligen Feiern. Zwei Jugendstiljuwel-Häuser stehen für Veranstaltungen für bis zu 450 Personen zur Verfügung..

Blick in den Hofgarten Innsbruck. Foto: Michalski

Blick in den Hofgarten Innsbruck. Foto: Michalski

 

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Kapazität:

Großer Saal (Abteilung 3) mit 300 m2 für 250 Personen, Kleiner Saal (Abteilung 4) mit 215 m2 für 200 Personen.

Bitte beachten Sie dazu auch diesen Artikel:

www.event-company.at

www.bundesgaerten.at

 

Quelle: oepb

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