SK VÖEST / Der letzte Fußball-Meister aus Linz

Der letzte Meister der Staatsliga A zieht in das Abenteuer 1. Division ein. Der SK VÖEST zu Beginn der Saison 1974/75.

Der letzte Meister der Staatsliga A zieht in das Abenteuer 1. Division ein. Der SK VÖEST zu Beginn der Saison 1974/75.

… oder aber, wie der SK VÖEST Linz just auf den Tag genau vor 40 Jahren die Österreichische Fußballmeisterschaft gewann …

40 Jahre ist es nun her, als am Samstag, 1. Juni 1974 „Blau-Weiß“ zur absoluten Modefarbe in der Stahlstadt an der Donau auserkoren wurde. Die Linzer Werksportler, die bereits 1971/72 sehr vehement am Meister-Thron gerüttelt hatten und nur aufgrund dummer oder vielmehr naiver Eigenfehler in den letzten Spieltagen den absoluten Triumph noch vergeigten, schafften nach 1964/65 und dem Linzer ASK als zweites Linzer Team der drittgrößten Stadt Österreichs den höchsten fußballerischen Lorbeer zu bescheren.

In den besagten zwei Jahren zuvor schien die Zeit dafür noch nicht reif gewesen zu sein. Die entscheidenden Punkte wurden großzügig verschenkt und so zog man im Sommer 1972 als Dritter in der Liga zwar erstmals in der Vereinsgeschichte in den UEFA-Pokal ein – dort wartete SG Dynamo Dresden in der 1. Runde – Meister wurde jedoch Wacker Innsbruck. Die Spielzeit darauf verlief durchwachsen und am Ende war der SK VÖEST Fünfter. Jedoch die Spielzeit 1973/74 sollte ein blau-weißes Freudenjahr werden. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten wurde der LASK vor 16.000 Besuchern in der dritten Runde mit 2 : 0 bezwungen und man blieb zwölf Runden lang ungeschlagen, ehe man am Tivoli gegen den damaligen ewigen Rivalen Wacker Innsbruck mit 0 : 4 die sportlichen Segel streichen musste.

Dieses Team unter Trainer Alfred Günthner (Zweiter sitzend von rechts) zog anno 1969 los, um in Summe 24 Jahre der höchsten österreichischen Spielklasse anzugehören.Foto: © oepb

Dieses Team unter Trainer Alfred Günthner (Zweiter sitzend von rechts) zog anno 1969 los, um in Summe 24 Jahre der höchsten österreichischen Spielklasse anzugehören. Foto: © oepb

Der weitere Saisonverlauf verlief ein wenig holprig und das Stadtderby-Rückspiel gegen den LASK wurde vor 15.000 Zuschauern mit 0 : 3 vergeigt. Jedoch verlor man hernach bis zum Ende der Saison kein Spiel mehr und blieb 14 Runden hindurch unbesiegt. Und als man in der drittletzten Runde Wacker Innsbruck in Linz mit 3 : 0 in die Knie zwang (13.000 Gugl-Pilger waren Zeuge der Feierlichkeiten des Jubiläums „25 Jahre SK VÖEST“), war klar, dass man noch aus eigener Kraft Meister werden konnte. Und der SK VÖEST wollte schier nach den Sternen greifen …

Keine Entscheidung in Eisenstadt

Eine blau-weiße Karawane setzte sich zum vorletzten Spiel nach Eisenstadt zum heute auch nicht mehr existenten SCE in Bewegung, unter den 10.000 Zuschauern im Lindenstadion waren gut und gerne 2.000 Schlachtenbummler aus dem Lande ob der Enns gewesen. Doch das Tor der Burgenländer war wie vernagelt, die VÖEST’ler wollten zwar, konnten aber nicht. Deshalb blieb es beim 0 : 0. Innsbruck bezwang den Wiener Sportclub mit 2 : 0 und hatte plötzlich wieder die besseren Karten vor dem letzten Spieltag bei Punktegleichheit von 45 Zählern, jedoch der besseren Tordifferenz.

Der Tag der Tage, Samstag, 1. Juni 1974, 16.30 Uhr

Europacup-Premiere der Linzer Werksportler im September 1972. Ticket vom Erstrunden-Hinspiel gegen SG Dynamo Dresden.

Europacup-Premiere der Linzer Werksportler im September 1972. Ticket vom Erstrunden-Hinspiel gegen SG Dynamo Dresden.

Innsbruck war noch der regierende Meister und wollte naturgemäß den Titel verteidigen. Dazu hätte es eines Sieges gegen den SK Sturm in Graz bedurft. Der Herausforderer aus Linz empfing den First Vienna FC, musste seinerseits gewinnen, hoffen und bangen. Regnerisches, nasskaltes Wetter herrschte über der Linzer Gugl und 6.000 „VÖEST´ler” waren guter Dinge, dass da heute etwas passieren könnte. Der Deutsche Legionär Michael Lorenz machte mit seinen beiden Treffern in der 4., als auch 31. Minute sehr bald alles klar für den SK VÖEST. Doch was geschieht in Graz? Wenn Innsbruck gewinnt ist alles aus, da die Tordifferenz eindeutig für die Tiroler spricht. 13.000 Steirer sehen ein mühsames Spiel in Liebenau bei dem es am Ende keinen Sieger gibt. Mit 0 : 0 verabschieden sich beide Teams in die Sommerpause. Szenenwechsel von der Mur an die Donau: hier brechen vier Minuten vor Spielschluss alle Dämme. „0 : 0 in Graz ertönt es über die Stadion-Lautsprecher!“ Die Zuschauer strömen Fahnen schwingend auf das Feld. Das Linzer Stadion verfügte damals noch über einen Schutz-Zaun und zahlreiche Jugendliche ließen ihrem Jubel freien Lauf. Erst nach einer dreiminütigen Unterbrechung ging es wieder weiter.

Walzhofer walzte VÖEST zum Titel

Als sich hunderte jugendliche VÖEST-Anhänger über die Balustrade der Stehterrasse schwangen, um im Sieges- und Meistertaumel am Spielfeldrand Stellung zu beziehen, während die Partie noch lief, wollten einige Döblinger Fußballer abtreten. Das Spiel stand zu jenem Zeitpunkt 0 : 2 aus Wiener Sicht und die Vienna war so oder so abgestiegen und in der neu etablierten 10er Bundesliga nicht mehr dabei. Da stauchte Vienna-Coach Otto Walzhofer, in aktiver Zeit gefürchteter Sturmtank aus Wien XIX, seine Schützlinge zusammen und trieb sie zurück auf den Rasen, Schiedsrichter Günter Holzer forderte er jedoch auch lautstark auf, die Partie dann doch pünktlich zu beenden. In diesem ganzen Tohuwabohu erlitt ein VÖEST-Ordner einen Herzinfarkt und musste ins Spital transportiert werden.

Und so war es um 18.15 Uhr endlich amtlich: Meister der Nationalliga 1973/74: SK VÖEST Linz

Der Meister-Macher Helmut “Seki” Senekowitsch in aufgeregter Pose. Foto: © oepb

Der Meister-Macher Helmut “Seki” Senekowitsch in aufgeregter Pose. Foto: © oepb

Senekowitsch über den Meisterklub: “Für den Spieler ist er ein Paradies“
Gleich im ersten Jahr als Trainer des SK VÖEST wurde Helmut Senekowitsch mit seiner Mannschaft Österreichischer Fußballmeister. „Das hätte ich mir im letzten Herbst niemals träumen lassen.“, konnte der Grazer unmittelbar nach Schluss der Begegnung gegen die Vienna sein Glück noch nicht fassen. Er habe zwar mit einem Platz unter den ersten dreien, nicht aber mit dem Titelgewinn selbst gerechnet. Er schreibt den Triumph allerdings auch nicht nur seinen Spielern und sich selbst zu. „Der Vereinsvorstand hat enormen Anteil an diesem Sieg.“, so lobte er die Funktionäre. Der Klub sei für einen Fußballer „das reinste Paradies“. „Er braucht sich um nichts zu kümmern, was der Verein verspricht, das hält er auch.“ Bei anderen Klubs müssen Spieler oft um ihr Recht kämpfen und zu Beginn des Monats um das Geld zittern. „Bei uns geht es wie ein einem ordentlich geführten Betrieb zu.“

Der VÖEST-Vorstand über Praschak und Günthner: “Auch sie sind am Meistertitel beteiligt“
Bei VÖEST vergaß man nach dem Gewinn des Meistertitels nicht auf die Vorgänger von Trainer Senekowitsch. „Auch Alfred Günthner und Günter Praschak haben großen Anteil an diesem Triumph.“, so der geschäftsführende Obmann Johann Rinner. „Günthner hat mit verhältnismäßig wenig Aufwand den Aufstieg in die höchste Spielklasse erreicht und Praschak hat unsere Mannschaft zu einem Spitzenteam geformt.“, nannte der Funktionär die Verdienste dieser beiden Trainer.

Der Münsteraner Michael Lorenz lässt sich nach Spielschluss von der jubelnden Menge gebührend feiern. Foto: © oepb

Der Münsteraner Michael Lorenz lässt sich nach Spielschluss von der jubelnden Menge gebührend feiern. Foto: © oepb

Und so avancierte BLAU-WEISS in Linz zur Modefarbe! Dank eines Leitsatzes von Trainer Helmut Senekowitsch: „Burschen, aufgeben könnts an Briaf, aber nie a Spiel und scho gar net die Meisterschaft!“ Als Titelverteidiger Wacker Innsbruck nach der 22. Runde mit vier Punkten Vorsprung (bei damaliger 2 Punkte-Regel für den Sieg) und einer besseren Tordifferenz vor den Werksportlern die Tabelle anführte, versprühte nur noch ein Mann im SK VÖEST-Lager Optimismus aus: Trainer „Seki“.

Die besseren Kameraden

Auf die Frage, worauf man den eher unerwarteten Triumph zurückführte, meldete sich als erster Teamtorhüter Herbert Rettensteiner zu Wort: „Als Ex-Innsbrucker kann ich es behaupten: den Ausschlag gab die Kameradschaft, wir sind durchwegs Freunde in der Mannschaft, das ist nicht bei jedem Verein so.“ Und er hatte Recht. Sosehr die Mannschaft von den Trainern Günthner, Praschak und Senekowitsch immer wieder umgestaltet wurde, aus der Regionalliga ist nur noch Fritz Ulmer, übrigens der einzige Oberösterreicher, übrig. Es wurde immer darauf geachtet, dass die Spieler harmonierten.

Unmittelbar nach Spielschluss gegen die Vienna halten die Akteure Fritz Ulmer (Bildmitte) und Ferdinand Milanovich (rechts) die druckfrische Sonder-Ausgabe der “OÖ-Nachrichten” in Händen. In feuerroter Schrift stand da zu lesen: “VÖEST ist Meister! Foto: © oepb

Unmittelbar nach Spielschluss gegen die Vienna halten die Akteure Fritz Ulmer (Bildmitte) und Ferdinand Milanovich (rechts) die druckfrische Sonder-Ausgabe der “OÖ-Nachrichten” in Händen. In feuerroter Schrift stand
da zu lesen: “VÖEST ist Meister! Foto: © oepb

Stellungnahmen von Zeitzeugen

Wir von den „OÖ-Nachrichten“ druckten damals eine Sonderausgabe mit dem Titel „VÖEST ist Meister“. Obwohl wir gar nicht wussten, dass es die VÖEST noch schaffen kann, bereiteten wir alles vor, weil wir insgeheim doch irgendwie damit gerechnet hatten. Siehe da, eine Stunde nach Spielschluss hielten die Spieler des frischgebackenen neuen österreichischen Fußballmeisters die Sonderausgabe der „OÖ-Nachrichten“ druckfrisch in Händen. Der SK VÖEST hatte damals eine Bomben-Mannschaft, die zivilisierten Fußball bot. Das Verhältnis zwischen Obmann Hans Rinner und meiner Person war ein sehr gutes und herzliches. Ein Spieler wie Fritz Ulmer, der bei einem Cup-Derby gegen den LASK ein Tor vom Sechzehner-Eck aus mit der Ferse ins Kreuzeck erzielte, ist mir in besonderer Erinnerung aus dieser Zeit. Der SK VÖEST brachte damals Spielkultur in den österreichischen Liga-Fussball. Unvergessen ist mir das 0 : 0 im Hinspiel im Europapokal der Landesmeister gegen das Staraufgebot des CF Barcelona im September 1974 vor 26.000 Besuchern auf der Gugl.
Leo Strasser, Ressortleiter und Sportchef der „OÖ-Nachrichten“ im Mai 2004.

Der SK VÖEST war immer ein Teil von mir. Von Anbeginn, im Jahre 1946 bis zu meinem Abschied im Frühling 1981 – und natürlich auch darüber hinaus – war ich mit diesen Verein eng verbunden. Neben der Fussball-Sektion legte ich auch noch besonderen Wert auf die anderen Sektionen. Immerhin hatten wir im Werk beim Sportklub 19 Sektionen aufzuweisen. Aber die Fußballer waren auch immer das Aushängeschild. Als es gegen Ende der 1960iger Jahre steil bergauf ging, erfreuten wir uns alle maßlos am Aufstieg in die damalige höchste Spielklasse, die Staatsliga, im Sommer 1969. Wenngleich das zweite Spiel – gegen den LASK – mit 0 : 5 verloren ging, konnten wir uns in der Liga behaupten und Jahr für Jahr in der Tabelle nach oben klettern. 1971/72 gelang uns beinahe schon die Meisterschaft, aber in den letzten drei Runden verloren wir die wichtigen Spiele und am Ende sprang der dritte Platz dabei heraus. Aber 1973/74 war es dann endlich soweit und wir wurden Meister. Ein herrlicher Tag war das gewesen, für den gesamten Verein schien damals die Sonne. Kurze Aufregung gab es, als unsere jugendlichen Anhänger den Platz stürmten, um die Mannschaft zu feiern. Das Linzer Stadion hatte damals noch keine Zäune und das Spiel gegen die Vienna war erst 85 Minuten alt. Da aber unser Rivale um den Titel, Wacker Innsbruck, in Graz bei Sturm mit einem 0 : 0 die Saison beendete, wir jedoch gewinnen konnten, stand unserem Jubel nichts mehr im Wege. Gefeiert hatte die Mannschaft mit dem Vorstand damals im Gasthof Seimayr. Eine Episode ist mir auch noch in besonders guter Erinnerung – unser damaliger Trainer, Helmut Senekowitsch, wollte den Deutschen Michael Lorenz gar nicht verpflichten. Dieser war über die Einstellung des Trainers zu seiner Person derart erbost, sodass er sich gehörig ins Zeug legte und somit in der Meistersaison mit 17 Volltreffern großen Anteil am Gewinn der Meisterschaft hatte. Der verstorbene Karl Schatz vom „OÖ-Tagblatt“, als auch Leo Strasser von den „OÖ Nachrichten“ sind mir in guter Erinnerung von Seite der Medienvertreter. Mit Gunther Dressnandt von der „OÖ-Krone“ gab es öfters Unstimmigkeiten, wir fanden aber dennoch immer wieder zueinander.Johann Rinner, Obmann des SK VÖEST von 1946 bis 1981 und mit dem Verein sehr eng verbunden im Mai 2004.

Jene Elf stemmte sich der Übermacht des CF Barcelona entgegen und rührte beim 0 : 0 in Linz im September 1974 Stahlbeton an. Stehend v.l.: Stering, Lorenz, Larionows, Ulmer, Brzic und Kottan. Hockend v.l.: Huberts, Scharmann, Fuchsbichler, Milanovich und Kircher. Foto: © oepb

Jene Elf stemmte sich der Übermacht des CF Barcelona entgegen und rührte beim 0 : 0 in Linz im September 1974 Stahlbeton an. Stehend v.l.: Stering, Lorenz, Larionows, Ulmer, Brzic und Kottan. Hockend v.l.: Huberts, Scharmann, Fuchsbichler, Milanovich und Kircher. Foto: © oepb

„Es rechnete eigentlich niemand mit uns, da wir in der vorletzten Runde in Eisenstadt nur 0 : 0 gespielt hatten und so aus eigner Kraft nicht mehr Meister werden konnten. Daher war auch der Besuch beim letzten Spiel mit 6.000 Zuschauern doch eher spärlich gewesen. Nichtsdestotrotz war die Freude nach dem Sieg natürlich groß, als bekannt wurde, dass Wacker Innsbruck in Graz über ein Remis nicht hinaus kam. Es war quasi ein Jubel auf Raten, da man damals ja noch nicht so vernetzt war, wie dies heute mit dem Handy zum Beispiel der Fall ist. Der Stadionsprecher gab aus Graz den Endstand bekannt und somit war es amtlich – wir waren Österreichs neuer Fußballmeister. In späterer Folge verschwanden ein paar Dressen, die wir unseren junge Fans überlassen hatten, was zur Folge hatte, dass wir von unserem Obmann Johann Rinner eine Rüge erhielten, da die Garnitur ja nun nicht mehr komplett war. Im Meister-Jubel war dies unser geringstes Problem. Gefeiert hatten wir im Gasthof Seimayr und in den Tagen und Wochen darauf gab es Empfänge beim „Propeller Franzi“, dem damaligen Linzer Bürgermeister Franz Hilinger – und auch Alfred Sinowatz war in seiner Eigenschaft als Bundesminister für Jugend und Sport in der Gästeküche der VÖEST zum Gratulieren erschienen. Für mich als Kapitän der Mannschaft hieß es dann immer Dankesreden schwingen. Auch eine Einladung ins Tourotel – dem heutigen Arcotel – zum „Hendl-Jahn“ – gemeint ist Friedrich Jahn, dem Gründer der Wienerwald-Kette, folgte. Und, wir fieberten alle der Auslosung im Europacup entgegen, die uns mit dem großen CF Barcelona einen wahrlich fetten Fisch bescheren sollten. Dem Star-Ensemble von Rinus Michels trotzten wir in Linz ein 0 : 0 ab, beim Rückspiel in Spanien gingen wir durch dumme Eigenfehler mit 0 : 5 unter.“
Ferdinand Milanovich, Aktiver Spieler von 1969 bis 1977 und Kapitän der Meistermannschaft. In späterer Folge Co-Trainer, Trainer und Manager des SK VÖEST bis zum Februar 1991.

Der Meisterkader in alphabetischer Reihung:

BAJLITZ Paul, BISCHOF Günter, EBSTER Norbert, HÖLLER Herbert, HORVATH Gerhard, HUBERTS Wilhelm, KIRCHER Herwig, KOTTAN Georg, KREUZER Jürgen, KUPFINGER Walter, LORENZ Michael, MILANOVICH Ferdinand, RATH Peter, REICH Hans, RETTENSTEINER Herbert, SCHARMANN Hans, SKRINJAR Helmut, STERING Josef, ULMER Friedrich;

Gegen Johan Cruyff (Bildmitte) hatte man im Nou Camp beim 0 : 5 im Rückspiel nicht den Funken einer Chance. Georg Kottan (links) und Ferdinand Milanovich (rechts) liefen meist hinterher. Foto: © oepb

Gegen Johan Cruyff (Bildmitte) hatte man im Nou Camp beim 0 : 5 im Rückspiel nicht den Funken einer Chance. Georg Kottan (links) und Ferdinand Milanovich (rechts) liefen meist hinterher. Foto: © oepb

Saison 1974/75 – Auf zu neuen Ufern

Der SK VÖEST startete nun in das Abenteuer 1. Division, die Nationalliga war Geschichte. Dort waren die Werksportler der letzte Meister und nach 8jähriger Beendigung der 10er Liga 1982 waren die Linzer hinter den Wiener Großklubs Austria und RAPID die dritte Kraft im Land: 288 Spiele, 101 Siege, 89 Remis und 98 Niederlagen bei einer Tordifferenz von 372 : 339, 291 erkämpfte Punkte (2 Punkte-Regel) standen auf der Habenseite. Hans Reitinger, Präsident der Bundesliga, rief diese am 24. Juli 1974 im Wiener ÖFB-Haus, Mariahilferstraße 99, mit den Worten ins Leben: „Die Nationalteam-Niederlage auf Schalke gegen Schweden im Herbst 1973 (und dem gleichzeitigen Verpassen der WM-Endrunde in Deutschland 1974) war Anlass für eine Reform des Spitzenfußballs. Die bestehende Liga mit 17 Vereinen wurde auf 10 Teams reduziert, die zweite Leistungsklasse mit 14 Vereinen wurde geschaffen.“

Die Werksportler waren von Anbeginn an dabei und als Novum gab es das Hin- & gleichzeitige Rückspiel eine Woche später gegen den jeweiligen Gegner. So kam es zwischen 20. & 27. Oktober 1974 zu zwei Stadt-Derbys vor in Summe 21.000 Besuchern (2 : 0 & 2 : 1 für VÖEST), von 7. bis 10. Mai 1975 das gleiche Procedere vor (beide Spiele zusammengefasst) 34.500 Zuschauern mit 2 : 2 und 2 : 1-Sieg für VÖEST. Das Frühjahr verlief für die Werksportler ohnehin besser denn der Herbst und man konnte gegen den späteren Meister Wacker Innsbruck 3 Siege bei einer Niederlage erringen, wenngleich die Tiroler mit 51 Punkten Champion wurden vor Vize-Meister VÖEST mit 42 Zählern. 36 Spiele, 16 Siege, 10 Remis, 10 Niederlagen, 51 : 33 Tore. Der SK VÖEST war in diesen Jahren ein fixer Bestandteil im Fußball-Oberhaus und sollte 1978 mit der Verpflichtung von Willi Kreuz und 1980 mit der neuerlichen Vize-Meisterschaft noch einmal aufhorchen lassen, ehe bei den Werksportlern Jahr für Jahr ein bisserl mehr die Hochöfen zu verglühen ansetzten, bis, ja bis eines schönen Tages im Mai des Jahres 1997 absolut nichts mehr von ihnen übrig geblieben war …

Weitere postings zu diesem Thema:

www.oepb.at/koepfe/johann-rinner-sk-voeest-linz.html
www.oepb.at/koepfe/mario-kempes-versus-erwin-fuchsbichler.html
www.oepb.at/fussball/neulich-in-der-voest.html

Quelle: oepb

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