Der kaufmännische Verein und sein Palais

palaisDer Kaufmännische Verein in Linz besteht seit 135 Jahren. Der Handel als besondere Wirtschaftsform schuf einen neuen Typ des Kaufmanns. Früher war der Kaufmannsstand einem Adelstitel vergleichbar und erhielt später eine akademische Auszeichnung für Fachleute der Wirtschaft.

Die Industriellen des späten 19. Jahrhunderts waren wiederum ein völlig neuer Kaufmannstypus. Sie bezeichneten sich aber ebenfalls als Kaufleute.

Die Linzerin Dr. Antonia Traugutt-Hajdu war monatelang damit beschäftigt, die historischen Fakten des Kaufmännischen Vereins und seines Plaiais zu erforschen und in Buchform für die heutige Generation zu formen. Sie durchblätterte für diesen Zweck das Linzer Stadtarchiv, sichtete tausende Seiten der alten “Tagespost” – die heutigen “OÖ-Nachrichten” – und benützte die Literatur bis 1945.

Gerade jüngere Menschen können sich dieses Vereinsleben nur schwer vorstellen. Sie bezeichnet die von ihr erarbeiteten Quellen als lebhafte und farbige Unterlagen. Als literarisches Vorbild für die Kaufleute des 19. Jahrhunderts diente ihr der Roman von Gustav Freytagas “Soll und Haben⊃3;, ein Bestseller aus dem Jahre 1855. Dabei begeisterten den Romanhelden Klugheit, Sicherheit und Redlichkeit. Dieser Roman-Prinzipal war häufig Mitglied in Klubs und Versammlungen. Das Wort Verein hatte zur damaligen Zeit einen völlig anderen Klang. Macht, Geld und Einfluß waren damit verbunden.

Heute wirken 14.350 Vereine, die wenigsten aber sind einflußreich oder gar mächtig. Der Kaufmännische Verein dagegen konzentrierte sich auf Aus- und Weiterbildung. Zunächst wurde eine Bibliothek eingerichtet, Lehrkurse und Vorträge wurden abgehalten. Schließlich entwickelten die Vereinsaktivitäten den Bau eines prunkvollen Vereinshauses, eben das heutige Palais Kaufmännischer Verein.

Die Planung, der Bau und die teilweise Zerstörung im 2. Weltkrieg finden in diesem Buch eine entsprechende Würdigung. Die Autorin ist überzeugt, daß sich der Leitspruch “Bildung, Fortschritt und Freiheit” einer kleinen Gruppe von Kaufleuten wirkungsvoll erwiesen hat. Mit diesem Buch-Werk wurde ein Stück lebendiges Linz vorgestellt und dem Vergessen entrissen. Der Verdienst hiefür gebührt der Autorin Antonia Traugott-Hajdu und ihren Förderern. Damit wurde für die Industrie- und Kunststadt Linz der schönste Ort zum Feiern und für Bälle gewürdigt.

Das Buch von Dr. Antonia Traugutt-Hajdu ist erhältlich zum Preis von EUR 25,– unter:
Palais Kaufmännischer Verein
Kongress- und Veranstaltungszentrum
Bismarckstraße 1/Landstraße 49
4020 Linz, Austria
Tel.: +43/732/773159
Fax: +43/732/773159 – 28
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