Das Buch der Gefühle / Von Basorexie bis Iktsuarpok

Das Buch der Gefühle_Tiffany Watt Smith_Deutscher Taschenbuchverlag_Scan oepb.atDas plötzliche Verlangen, jemanden zu küssen -
das zappelige Warten auf Besuch -
die Erleichterung, wenn man schwer bepackt zu Hause ankommt -
der Groll, wenn man gedemütigt wird -
der Schmerz, der aufkommt, wenn man von Menschen verletzt wird, die man liebt -
das nervöse Suchen nach dem Handy, sobald man irgendwo einen Klingelton vernimmt;

… und noch viele andere menschliche Gefühle mehr werden in diesem Buch gewürdigt. Manche kennt man nur allzu gut und kann diese auch benennen. Von anderen erfährt man erst hier, dass sie bei den Inuit oder bei den Aborigines einen eigenen Namen haben. Und einige Emotionen, die in einem Teil der Welt vielleicht peinlich sind, gehören anderswo ganz selbstverständlich zum menschlichen Zusammenleben.

Manche Gefühle sind überwältigend – etwa der Schrecken, wenn das Auto ins Schleudern gerät, oder aber die Euphorie, wenn man sich verliebt hat. Andere sind flüchtiger. Wenn man eine Überraschung für einen geliebten Menschen plant, empfindet man Vorfreude, aber auch eine leichte Angst. Was, wenn das Geschenk nicht gefällt? Oder: das kurze Behagen, wenn man im Supermarkt nach einer vertrauten Ware greift. Und dann gibt es Gefühle, vor denen man am liebsten davonlaufen möchte: die Eifersucht, die einen dazu bringt, die Taschen des Partners zu durchwühlen, oder die Scham, die sich zur Selbstzerfleischung steigern kann, und so weiter …

Eine weltweite Suche

In Japan etwa gibt es ein eigenes Wort für das Unbehagen, wenn man jemandem zu sehr verpflichtet ist: Oime. Die Aborigines haben 15 Begriffe für Angst. Die Inuit haben ein eigenes Wort für das zappelige Warten auf Besuch: Iktsuarpok. Auch deutsche Begriffe, die inzwischen international verwendet werden, wie Torschlusspanik oder Wanderlust, finden im „Buch der Gefühle“ ihren Platz. Die Kulturwissenschafterin begab sich auf eine außergewöhnliche Reise und hat etwa 150 Emotionsbezeichnungen aus unterschiedlichen Kulturen zusammengetragen. Viele Hirnforscher meinen, dass sich die menschlichen Gefühle auf sechs oder acht Empfindungen reduzieren lassen. Das ist viel zu wenig, meint Buch-Autorin Tiffany Watt Smith, denn sie zeigt, dass dies nicht der realen Vielfalt und dem Nuancenreichtum der menschlichen Gefühlswelt entspricht. Und so begab sie sich weltweit auf die Suche. Plötzlich bekommen auch bei uns unbenannte Emotionen einen Namen und eine Geschichte.

Über die Autorin

Tiffany Watt Smith wuchs in London auf und studierte Philosophie und Anglistik in Cambridge. Heute arbeitet sie als Kulturwissenschafterin am „Centre for the History of the Emotions, Queen Mary University“ in London. Tiffany Watt Smith veranstaltet Tagungen, hält Vorträge und schreibt unter anderem für den „Guardian“ und „The New Scientist“. Seit 2014 zählt sie zu der Gruppe der „BBC New Generation Thinker“.

Das Buch der Gefühle
von Tiffany Watt Smith
Ab 7. April 2017 erhältlich!
384 Seiten, gebunden
zum Preis von € 22,00 (Deutschland)
www.dtv.de
ISBN 978-3-423-28121-8
 
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