Bauernbund / Milchgeld muss bei Bauern ankommen

Bauernbund-Präsident Abg.z.NR DI Georg Strasser. Foto © Neuhauser

Bauernbund-Präsident Abg.z.NR DI Georg Strasser. Foto © Neuhauser

„Preise für Milchprodukte im Supermarktregal steigen konstant, doch unsere Bauernfamilien bekommen keinen Cent mehr. Dazwischen schöpft der Handel kräftig ab. Das führt dazu, dass Bauernfamilien ihre Höfe nach der Reihe schließen müssen.“, ist Bauernbund-Präsident Abg. z. NR DI Georg Strasser mit der Situation in der Milchbranche äußerst unzufrieden.

Die Produktionskosten für die Erzeugung von einem Liter Milch steigen jährlich

Futtermittel, Energie oder die Umsetzung höherer Standards kosten immer mehr. An den Milchpreisen für die Bauern ändert sich jedoch seit Jahren nichts. Während auf EU-Ebene die Magermilchpreise derzeit anziehen, steht für heimische Milcherzeuger sogar eine Milchpreissenkung ins Haus.“, kritisiert er die Preispolitik. Gegenüber den Vormonaten soll es bei den Milchpreisen ein geringfügiges Minus geben, das Vorjahresniveau wird gleichzeitig um 1,46 Cent unterschritten. Dies geht aus den aktuellen Erhebungen der Agrarmarkt Austria (AMA) hervor.

Bauern dürfen nicht die Verlierer des Systems sein
Nicht nur Handel und Verarbeiter, sondern auch Bauernfamilien müssen vom Produktpreis einen angemessenen Anteil abbekommen. Der Momentan-Zustand ist für Milchviehbetriebe, die Großteils noch von Familien geführt werden, einfach untragbar.“, fordert Strasser ein Ende der Negativspirale. Diese setzt Bauernfamilien so unter Rationalisierungsdruck, dass täglich bäuerliche Existenzen aufgegeben werden müssen.

Profiteure eines Preistiefs bei den Erzeugermilchpreisen sind vor allem die großen Lebensmittehändler und die Molkereien. „Verarbeiter und Händler sind unsere Partner. Doch es kann nicht sein, dass von unseren Bauern immer höhere Standards und Qualitäten abverlangt werden, dies aber keiner bezahlt. Aus diesem Grund sperren täglich Milchviehbetriebe zu. Das ist ökonomisch, ökologisch und sozial untragbar. Da muss sich was ändern“, fordert Strasser.

Heimische Milchbauern sind Musterschüler
Handel und Molkereien müssen hohe Qualität wertschätzen und entsprechend abgelten. „Seit vielen Jahren ist in Österreich jeder Tropfen Milch gentechnikfrei erzeugt. Höchste Tierwohl- und Umweltstandards spiegeln sich in verschiedensten Qualitätsprogrammen wider. Und dennoch werden heimische Milchprodukte weit unter ihrem Wert geschlagen.“, will Strasser für österreichische Qualität angemessene Preise sehen und fordert abschließend mehr Engagement von Konsumenten, Verarbeitern und Handelspartnern: „Unsere Bauernfamilien können nicht von Luft und Liebe leben. Wenn der Handel mit österreichischen Qualitätsprodukten und gepflegter Landschaft Werbung macht, muss das auch beim Preis sichtbar werden.“ 

Quelle: Bauernbund

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