Ärztekammer / Kein Teamwork mit Landesärztekammern

Ärzteliste: Die Österreichische Ärztekammer soll künftig nicht mehr mit den Landesärztekammern zusammenarbeiten dürfen. Die NÖ-Ärztekammer appelliert mit Nachdruck an die Abgeordneten, gegen die Novelle des Ärztegesetzes zu stimmen.

Ärzteliste: Die Österreichische Ärztekammer soll künftig nicht mehr mit den Landesärztekammern zusammenarbeiten dürfen. Die NÖ-Ärztekammer appelliert mit Nachdruck an die Abgeordneten, gegen die Novelle des Ärztegesetzes zu stimmen.

Mit der Selbstverwaltung hat der Staat der Ärzteschaft vor langer Zeit einen gesetzlich fundierten Freiraum und die damit verbundene Verantwortung übertragen. „Diese eigenverantwortliche Handlungsmöglichkeit, die seit Jahrzehnten bestens funktioniert, ohne triftigen Grund zu zerstören, kommt einem Affront gegenüber der Ärztekammer und allen von ihr vertretenen Ärztinnen und Ärzten gleich!“, zeigt sich Dr. Christoph Reisner, MSc, Präsident der Ärztekammer für Niederösterreich, entsetzt.

Hintergrund der Aufregung ist eine bevorstehende Novelle des ärztlichen Berufsrechts, mit der seit Jahren bestehende Kompetenzen der ärztlichen Standesvertretung durch das Gesundheitsministerium beschnitten werden sollen. Die Kosten für diese Aufgaben soll aber weiterhin die Standesvertretung tragen. Konkret geht es um die Führung der Ärzteliste, in die sich jede Person, die in Österreich ärztlich tätig sein will, eintragen lassen muss. „Dazu kommt, dass es der Österreichischen Ärztekammer verboten werden soll, mit den Landesärztekammern in den Bundesländern bei der Führung der Ärzteliste zusammenzuarbeiten. Damit würden die Ärztinnen und Ärzte ihre niederschwelligen Ansprechpartner in den Bundesländern verlieren.“, kritisiert Reisner die geplante Novelle.

Die Standesvertretung der Ärztinnen und Ärzte wehrt sich entschieden gegen diese Beschneidung ihres Zuständigkeitsbereichs, die zu einem Zeitpunkt erfolgt, zu dem das Gesundheitsministerium mit aktuellen Aufgaben ohnehin an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit stößt. „Das Gesundheitsministerium sollte seine Ressourcen besser dort einsetzen, wo sie dringender benötigt werden. Man denke nur an den Ärztemangel oder den Pflegenotstand. Die Ärztekammer hat hingegen die dafür benötigten Strukturen vor Jahren aufgebaut. Sie trägt nicht nur Verantwortung gegenüber ihren Mitgliedern und ihren Mitarbeitern, sondern auch gegenüber dem Staat. Sie nimmt ihre Aufgaben sehr ernst und erfüllt diese verantwortungsvoll nach höchstem Fachwissen und in bester Qualität.“, betont Reisner und kritisiert: „Ein gut funktionierendes System mutwillig zu zerstören, ist unsinnig und völlig unverständlich. Ich hoffe sehr, dass die Vernunft siegt und die Selbstverwaltung nicht untergraben wird.“
 
Quelle: Ärztekammer für Niederösterreich

www.arztnoe.at

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