Adieu Fritz Duras, leb wohl, alter Kumpel

Fotograf und Erz-Austrianer Fritz Duras (*1961, † 2019) ist nicht mehr. Foto: FAK

Fotograf und Erz-Austrianer Fritz Duras (*1961, † 2019) ist nicht mehr. Foto: FAK

Wie gestern bekannt wurde, kam der bekannte und beliebte Fußball-Fotograf Fritz Duras ums Leben. Dass der Tod zum Leben gehört ist unausweichlich. Wenn dieser jedoch durch anderweitige Umstände – wie beispielsweise Mord und Totschlag – eintritt, dann macht uns das umso betroffener. Und so, wie es derzeit aussieht, wurde Fritz Duras Opfer einer brutalen und unverständlichen Gewalttat.

Zack, bumm, aus, ein Schlag auf den Kopf und ein über 58-jähriges Leben ist ausgelöscht. Einfach so.

Das liebevoll gestaltete Din A5-Fanzine AUSTRIA aktuell begleitete zahlreiche Fußballfans durch die Jahrzehnte. Foto: oepb

Das liebevoll gestaltete Din A5-Fanzine AUSTRIA aktuell begleitete zahlreiche Fußballfans durch die Jahrzehnte. Foto: oepb

Fritz Duras galt neben Wudle als Ober-Austrianer. Der Gründer des Fanklubs „Austria ´80“ (in Anlehnung an das Jahr 1980) begleitete den FK Austria Wien zu sämtlichen Spielen im In- und Ausland. Und das seit Jahrzehnten. Ebenso seit vielen Jahren war er als Fotograf aktiv. Anhand seiner homepage www.austria80.at ließ er sämtliche Besucher an seinen Reisen teilhaben. Dabei fotografierte er nicht nur Spielszenen, sondern war auch vor den diversen Partien in den jeweiligen Städten stets mit seiner Kamera bewaffnet unterwegs, um nach geeigneten Schnappschüssen und herrlichen Fotomotiven zu suchen.

Neben seiner unauslöschlichen Liebe zu den Wiener Violetten bereiste er auch sämtliche Fußball-Europameisterschaften und Fußball-Weltmeisterschaften – und das seit 1988! Egal, ob die Österreichische Fußball-Nationalmannschaft mit von der Partie war, er trat dabei stets in einem roten österreichischen Nationalteam-Trikot auf.

Fritz Duras galt auch als Vorreiter

Als in Österreich in den 1990er Jahren die sogenannten Fanzines aufkamen, also kleine Zeitschriften und Hefte, von Fans für Fans gestaltet, da verlegte er bereits selbst seit vielen Jahren seine mehrmals im Jahr erschienene Postille AUSTRIA aktuell. Kostenlos und ohne langes Federlesen verteilte er diese kleinen Din A5-Magazine bei den Heimspielen am damaligen Horr-Platz. Bis heute standen seine Kolporteure an den Eingängen zur Generali-Arena parat und brachten die mehrseitigen Informations-Broschüren an den interessierten Fußballfan – kostenlos wohlgemerkt.

Der 19-jährige Fritz Duras am Beginn seiner Fan-Laufbahn im Jahre 1980. Foto: privat

Der 19-jährige Fritz Duras am Beginn seiner langen Fan-Laufbahn im Jahre 1980. Foto: privat

Erwähnenswert in jedem Fall ist es auch, dass es Fritz Duras mit seiner Fanklubgründung im Jahre 1980 ein großen Anliegen war, dem AWAK (Austria Wien Anhängerklub von 1970) unterstützend zur Hand zu gehen.

Duras wollte den zahlreichen Jugendlichen und den damals unorganisierten „Fahnenschwingern“ bei der Austria eine fanmäßige Heimat bieten. So bot er auch zu sämtlichen Auswärtsspielen des FAK seine Schlachtenbummlerfahrten an. Der Treffpunkt dazu war – je nach dem – entweder der Wiener Süd- oder der Westbahnhof. Gemeinsam wurde mit den ÖBB oder aber via Bus der Austria hinterher gereist.

Wir lernten uns erstmals und persönlich am 30. Mai 1986 kennen. Die Wiener Austria gastierte zum Saisonfinale im Linzer Stadion gegen den LASK. Unter den 12.500 Besuchern waren damals gut 3./4.000 Austria-Anhänger zugegen, denn mit einem vollen Erfolg in Linz wäre man zum dritten Male en suite Österreichischer Fußballmeister geworden.

Nun, Herbert Prohaska sorgte in der 14. Minute bereits sehr bald für die Entscheidung, der FAK gewann mit 1 : 0 und war somit Fußballmeister 1985/86.

Die Austria-Fans gratulieren ihrem Haus- und Hof-Fotographen zum 50. Geburtstag. So geschehen am 15. Oktober 2011 beim Auswärtsspiel in Ried. Foto: Fritz Duras

Die Austria-Fans gratulieren ihrem Haus- und Hof-Fotografen zum 50. Geburtstag. So geschehen am 15. Oktober 2011 beim Auswärtsspiel in Ried. Foto: Fritz Duras

Und Fritz Duras verteilte damals in Linz vor dem Match bereits seine Hefte. Im Zuge dessen liefen wir uns über den Weg, kamen natürlich ins Gespräch und es entwickelte sich daraus ein netter speech unter Fußballfans.

Auch Jahre später war er stets und gerne immer wieder mit Fotos hilfsbereit zur Stelle, wenn es darum ging, einen Austria Wien-Artikel zu illustrieren.

Es war ihm ein schlichtes Bedürfnis und Anliegen zugleich, seine Austria stets ins beste Licht gerückt zu wissen. Mit seinen Fotos gelang ihm das immer wieder in hervorragender und allerbester Qualität.

 

Danke Fritz, für all Dein Tun. Stets im Sinne für den Fußballsport!

Quelle: oepb

www.austria.wien

www.bundesliga.at

www.oefb.at

 

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