60 Jahre Unteroffiziersausbildung in Enns

Von links: Akademiekommandant Brigadier Nikolaus Egger, Generalstabschef General Mag. Robert Brieger, sowie Abgeordneter zum Nationalrat Mag. Michael Hammer schreiten die Front ab. Foto: Bundesheer / Simader

Von links: Akademiekommandant Brigadier Nikolaus Egger, Generalstabschef General Mag. Robert Brieger, sowie Abgeordneter zum Nationalrat Mag. Michael
Hammer schreiten die Front ab. Foto: Bundesheer / Simader

Heute, am 19. September 2018, feiert die Heeresunteroffiziersakademie (HUAk) im oberösterreichischen Enns bei Linz ihr 60-jähriges Jubiläum, sowie 35 Jahre Partnerschaft mit der ältesten Stadt Österreichs, Enns.

Die ehemalige Heeresunteroffiziersschule (HUOS) – heutige HUAk – ist seit ihrer Gründung im Jahr 1958 mit dem Standort Enns untrennbar verbunden. Die seit damals direkt dem Bundesministerium für Landesverteidigung unterstellte Schule hatte den Hauptauftrag, die Truppenunteroffizierskurse, sowie ab 1985 zusätzlich die Stabsunteroffizierskurse für alle Unteroffiziere des Österreichischen Bundesheeres durchzuführen. Mit dieser verfügten Zentralisierung der allgemeinen Unteroffiziersausbildung wurde 1995 die HUOS zur HUAk aufgewertet.

Heute stellten sich bei einem Festakt zahlreiche Gratulanten bei Akademiekommandant Brigadier Nikolaus Egger ein, unter ihnen Generalstabschef General Mag. Robert Brieger, Abgeordneter zum Nationalrat Mag. Michael Hammer, sowie Bürgermeister Franz Stefan Karlinger.

Seit Jänner 1959 durchliefen in Enns etwa 80.000 Soldaten die Unteroffiziersausbildung. Unteroffiziere bilden gestern wie heute eine wesentliche Stütze für die Streitkräfte und werden deshalb nicht zu Unrecht als deren Rückgrat bezeichnet. Österreichische Unteroffiziere nehmen traditionell eine Vermittlerrolle zwischen Offizieren und Mannschaften ein. War das Rollenbild in der Vergangenheit stark von diesbezüglichen Unterschieden geprägt, so werden aktuell vor allem im Verhältnis zwischen Unteroffizieren und Oberoffizieren mehr und mehr die Gemeinsamkeiten betont.

Brigadier Nikolaus Egger (links) und Bürgermeister Stefan Karlinger unterzeichnen die Partnerschaftsurkunden. Foto: Bundesheer / Simader

Brigadier Nikolaus Egger (links) und Bürgermeister Stefan Karlinger unterzeichnen die Partnerschaftsurkunden. Foto: Bundesheer / Simader

Die heutige Heeresunteroffiziersakademie definiert sich selbstbewusst in erster Linie als Kompetenzzentrum für die allgemeine nationale wie auch internationale Ausbildung, sowie Fort- und Weiterbildung von Unteroffizieren des Berufs- und Milizstandes. Dies gilt seit 1998 für Männer und Frauen gleichermaßen. Damit verbunden identifiziert sich die HUAk als Heimat der Unteroffiziere und kompetente Einrichtung für alle Fragen der Entwicklung des österreichischen Unteroffizierskorps. Viele darüber hinausführende Aufträge, wie beispielsweise die Ausbildung von Zivilbediensteten im Verantwortungsbereich des Bundesministeriums für Landesverteidigung, runden das Aufgabenspektrum der Akademie ab.

Seit 2017 befindet sich die HUAk in Enns gemeinsam mit der Landesverteidigungsakademie (LVAk) in Wien, sowie der Theresianischen Militärakademie (Ther MilAk) in Wiener Neustadt in einem Wirkungsverbund, innerhalb dessen vor allem Synergieprodukte zur Verbesserung der Individualausbildung des gesamten Kaderpersonals im Bundesheer entwickelt und umgesetzt werden. Derartige Kooperationen unter Beibehaltung weitgehender Selbstständigkeit von bewährten Institutionen innerhalb klar abgrenzbarer Aufgabenspektren können als zukunftsfähiges Modell betrachtet werden.

 General Robert Brieger während der Festansprache. Foto: Bundesheer / Simader

General Robert Brieger während der Festansprache. Foto: Bundesheer / Simader

Die unmittelbare Zukunft der HUAk charakterisiert sich am besten durch eine Öffnung nach außen. Aufbauend auf eine bereits implementierte Möglichkeit der zivilen Zertifizierung militärischer Führungskompetenz für Gruppen- und Zugskommandanten beim Wirtschaftsförderungsinstitut in Linz zur Qualifizierten Führungskraft werden vergleichbare Chancen für die Unteroffiziere des Bundesheeres weiter ausgebaut. Der seit 2016 in Kraft befindliche Nationale Qualifikationsrahmen wird weitere Möglichkeiten einer Vergleichbarkeit der Abschlüsse mit anderen Bildungsangeboten in ganz Europa bieten, daher wird das Modell für die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Unteroffizieren an diesen Rahmen angepasst. Derzeit kooperiert die HUAk hauptsächlich mit den Partnerschulen aus Deutschland und der Schweiz.

Die Kooperationen mit außermilitärischen oder internationalen Partnern sind ein wesentlicher Teil der HUAk. In seiner Rede betont der Akademiekommandant Brigadier Nikolaus Egger daher, dass er sehr stolz auf die Partnerschaft mit der Stadt Enns sei. Außerdem fühlt sich die Akademie tief mit den Ennskraftwerken durch eine ebenfalls jahrzehntelange gelebte Partnerschaft verbunden. Mögen die kommenden 60 Jahre – und die Zeit darüber hinaus – für die Heeresunteroffiziersakademie ebenfalls im Zeichen dieser gelebten Partnerschaften und Kooperationen, in dieser tiefen Beziehung und Verbundenheit stehen.

Quelle: Militärkommando OÖ

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