5. September 1972 / Der Anschlag von München

Blick auf das Olympische Dorf. Hier kam es am 5. September 1972 zur Schreckenstat. Foto: opeb

Blick auf das Olympische Dorf in München. Hier kam es am 5. September 1972 zur Schreckenstat. Foto: opeb

Vor 45 Jahren hielt die Welt den Atem an! In München liefen gerade – seit 26. August 1972 – die XX. Olympischen Sommerspiele und zahlreiche Sportler aus aller Herren Länder waren zu Gast im weiß-blauen Freistaat Bayern. Alles schien friedlich und wie geplant abzulaufen. Bis an jenen 5. September 1972, an dem ein unvorhergesehener Terroranschlag arabischer Freischärler auf die israelische Olympiamannschaft die Weltöffentlichkeit erschütterte.

Gegen 4 Uhr früh überfielen arabische Terroristen – sie nannten sich „Gruppe Schwarzer September“ – das Quartier der israelischen Olympiamannschaft im Olympischen Dorf in München / Stadtteil Am Riesenfeld, töteten dabei zwei Sportler und nahmen weitere neun Aktive als Geiseln gefangen.

Die Terroristen forderten die Freilassung von über 230 Gesinnungsgenossen, die als Häflinge in israelischen Gefängnissen einsaßen und drohten zugleich, alle Geiseln zu erschießen, sollte man ihren gestellten Forderungen nicht augenblicklich nachkommen. Als erstes Ultimatum setzten sie 12 Uhr Mittag an. Diese Frist wurde jedoch im Laufe des Tages immer wieder nach hinten korrigiert.

Eine Gedenktafel und ein Gedenkstein (siehe bitte Bild 4) am Olympia-Gelände erinnert an die damaligen Ereignisse. Foto: oepb

Eine Gedenktafel und ein Gedenkstein (siehe bitte Bild 4) am Olympia-Gelände in München erinnern an die damaligen Ereignisse. Foto: oepb

Das Spiel fällt aus

40.000 Zuschauer befanden sich tagsüber bereits im Olympiastadion und Zehntausende waren auf dem Weg dorthin, als es plötzlich hieß: „Das Spiel fällt aus!“ Nach dem morgendlichen Anschlag im Olympischen Dorf gab der BR / Bayerische Rundfunk bekannt: „Anreisende werden gebeten, zu beachten, dass die Olympischen Spiele nun unterbrochen sind. Das Fußballspiel zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Ungarn findet heute nicht statt!“ Als sich beide Teams etwa 15 Minuten vor Spielbeginn warmliefen, ertönte über die Stadion-Lautsprecher die Durchsage: „Das heutige Spiel fällt aus!“ Stumm und gesittet zogen die Zuschauer-Massen wieder ab, offenbar verständnisvoller, als der stellvertretende DFB-Delegationsleiter Alwin „Alv“ Riemke, der meinte: „Wenn die Zuschauer bereits im Stadion sind, dann hat doch die Veranstaltung für mich bereits begonnen. Was soll denn das?“

Das bereits fast volle Olympiastadion leerte sich am 5. September 1972 wieder, ohne eine Veranstaltung gesehen zu haben. Foto: oepb

Das bereits fast volle Olympiastadion leerte sich am 5. September 1972 wieder, ohne eine Veranstaltung gesehen zu haben. Foto: oepb

 

Unterdessen versuchten Unterhändler mit den Arabern zu verhandeln. Am Abend des gleichen Tages wird den Terroristen und ihren neun Geiseln schließlich ein Flugzeug auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck zur Verfügung gestellt. Dort geschieht jedoch die Katastrophe. Präzisionsschützen der Polizei eröffnen das Feuer. Im Zuge einer elendslangen Schießerei zwischen der Exekutive und den Freischärlern kommen alle Geiseln ums Leben. Fünf Terroristen und ein Münchner Polizist werden ebenso getötet. Drei Terroristen können gefangen genommen werden. Der ganze Anschlag kostete an jenem 5. September 1972 insgesamt 17 Menschen das Leben.

Ein Gedenkstein, sowie eine Gedenktafel (siehe bitte Bild 2) am Olympia-Gelände erinnert an die damaligen Ereignisse. Foto: oepb

Ein Gedenkstein, sowie eine Gedenktafel (siehe bitte Bild 2) am Olympia-Gelände in München erinnern an die damaligen Ereignisse. Foto: oepb

Obwohl die hässliche Fratze des Terrors überall Abscheu und Empörung hervorrief, beschloss das Olympische Komitee – im Einvernehmen mit dem Staate Israel – „The Show must go on!“ Die Spiele wurden demnach nach einer eintägigen Unterbrechung bis zu ihrem Ende am 11. September 1972 fortgesetzt. „Eine Handvoll Terroristen können nicht den Kern der internationalen Zusammenarbeit und den guten Willen, den die Olympischen Spiele verkörpern, zerstören.“, so Avery Brundage, Präsident des IOC / Internationales Olympischen Komitee.

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