15.09.2017 / Aktionstag gegen chronische Wunden

Wundmanagement-Team im Göttlicher Heiland Krankenhaus: DGKS Michaela Krammel und OA Dr. Markus Duft. Foto: KHGH

Wundmanagement-Team im Göttlicher Heiland Krankenhaus: DGKS Michaela Krammel
und OA Dr. Markus Duft. Foto: KHGH

Chronische Wunden – Nein, Danke!“ unter diesem Motto steht der Aktionstag für Betroffene und Interessierte am Freitag, 15. September 2017, in der Zeit von 15 bis 18 Uhr im Göttlicher Heiland Krankenhaus, Wien 17, Dornbacher Straße 20-28. Das Krankenhaus bietet in Kooperation mit dem Verein Wund Management Wien (WMW) umfassende Information, Beratung, sowie kostenlose Gesundheitstests rund um das Thema. Der Aktionstag wurde von der Austrian Wound Association ins Leben gerufen.

In spezialisierten Gesundheitsstraßen zu den Schwerpunkten Arterien, Venen und Diabetes mellitus werden zahlreiche Tests und Gesundheitschecks kostenlos angeboten. Dazu zählen: Beindurchblutungsstörungen (ABPI Messung), arterieller Duplex zum Erkennen von Durchblutungsstörungen der Beine, Venendoppler zum Erkennen eines Varizenleidens, die Blutzuckerbestimmung, sowie die Fußuntersuchung und Schuhinspektion bei bekannten Diabetikern.

Chronische Wunden ­ Nein, Danke! Ein Aktionstag für Betroffene und Interessierte. Bild: KHGH

Chronische Wunden ­ Nein, Danke! Ein Aktionstag für Betroffene und
Interessierte. Bild: KHGH

Das Leiden an Wunden

Chronische offene Wunden sind für Betroffene extrem belastend, weil sie nur langsam oder gar nicht heilen können, wenn die Wundursache nicht früh erkannt und therapiert wird. Die häufigsten Wunden finden sich am Unterschenkel. Neben dem sogenannten Ulcus cruris, dem „Loch am Unterschenkel“ gibt es weitere Wundursachen. Auch eine Wundheilungsstörung nach einer Operation fällt unter den Begriff der chronischen Wunde. So auch bei Leopoldine Reckendorfer, die nach Komplikationen bei der Operation eines künstlichen Darmausgangs massive Wunden im Bauch-Rücken-Bereich davontrug. Auch sechs Monate nach dem Eingriff war ihr Zustand unverändert. Dem Team von OA Dr Markus Duft, Chirurg mit Schwerpunkt Wundmanagement, und der Wundmanagerin DGKS Michaela Krammel gelang es gemeinsam mit OÄ Dr. Michaela Lechner, die eine notwendige Nachoperation durchführte, dass die Wunden wieder heilten.

Die Ursache der Wunde finden

Meist sind Erkrankungen der Venen oder Arterien, Diabetes mellitus oder Infektionen dafür verantwortlich, dass eine Wunde nicht heilen kann. Dr. Markus Duft führt aus: „Erster Schritt zur Abheilung ist die frühe Diagnose der inneren Wunde, der Wundursache, welche entsprechend behandelt werden sollte.“ Zu den häufigsten chronischen Wunden zählen das venöse Beingeschwür, das arterielle Beingeschwür, Wunden an den Füßen als Komplikation des Diabetes Mellitus zusammengefasst unter dem Begriff diabetische Fußsyndrom und der Dekubitus, das Druckgeschwür, also das „Wundliegen“, welcher aber nicht nur bei Bettlägerigen vorkommt. Gegen jede dieser Ursachen lässt sich etwas tun: So hilft das Tragen von Kompressionsstrümpfen bei Venenerkrankungen, die chirurgische Sanierung der krankhaften Venen, die Behebung der Durchblutungsstörung. Beim Diabetes steht die Fußinspektion und das Verstehen über die besondere Gefährdung Fußwunden zu entwickeln im Vordergrund. Daher ist eine diabetische Schuhzurichtung besonders wichtig um Wunden zu vermeiden. Spezielle Lagerungsmittel wie Sitzpolster und Matratzen helfen den Wunden verursachenden Druck zu kämpfen.

Wundmanagerin DGKS Michaela Krammel (Mitte) wechselt den Verband von Patientin Leopoldine Reckendorfer. Foto: KHGH

Wundmanagerin DGKS Michaela Krammel (Mitte) wechselt den Verband von Patientin Leopoldine Reckendorfer. Foto: KHGH

Integratives Wundmanagement

Wenn Wunden nach zwei Monaten nicht wieder geschlossen sind, gelten sie als chronisch. Das heißt aber nicht, dass sich nichts mehr dagegen tun lässt. Ihre Behandlung erfordert allerdings Expertise und Teamarbeit. Voraussetzungen, die das Göttlicher Heiland Krankenhaus erfüllt, hat es doch bereits zwei Jahre lang eine eigene Wundambulanz geführt, die ein gemeinsames Projekt mit der Ärztekammer und der Wiener Gebietskrankenkasse war. Das Engagement wurde mit dem Gesundheitspreis der Stadt Wien ausgezeichnet. Mit der Spezialisierung auf Gefäßmedizin hat das Krankenhaus großes Knowhow in der Behandlung der den Wunden oft zugrunde liegenden Gefäßerkrankungen. Auch in der Diabetes-Therapie stehen Expertinnen und Experten mit Rat und Tat zu Seite.

Die Zeit heilt alle Wunden

Das stimmt leider so nicht, aber der Heilungsweg bei offenen chronischen Wunden ist ein langer. Die Wundexpertin DGKS Michaela Krammel nennt Fakten aus den Erfahrungen in der Wundambulanz: „Bevor die Patientinnen und Patienten zu uns kamen, bestanden ihre Wunden im Schnitt bereits 20 Monate. Mit unserer wundauslösenden Therapie und lokalen Wundbehandlung lag die durchschnittliche Abheilungsdauer nur noch bei fünf Monaten.“

Was: Aktionstag gegen chronische Wunden

Wann: Freitag, 15. September 2017, von 15 bis 18 Uhr

Wo: Krankenhaus Göttlicher Heiland, Dornbacher Straße 20-28, 1170 Wien

 www.khgh.at

Weitere Artikel des Krankenhauses Göttlicher Heiland bitte hier:

www.vinzenzgruppe.at

 

 

 

 

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