116.000 Menschen besuchten das HdGÖ im ersten Jahr

Nobelpreisträger Eric Kandel im November 2019 zu HdGÖ-Direktorin Monika Sommer auf dem sogenannten „Hitler-Balkon“: „Es ist essentiell, dass das Museum hier an diesem Ort bestehen bleibt, nicht nur wegen der historischen Bedeutung des Balkons, sondern wegen der Bedeutung des gesamten Platzes.“ Foto: eSeL.at - Joanna Pianka

Nobelpreisträger Eric Kandel im November 2019 zu HdGÖ-Direktorin Monika Sommer auf dem sogenannten „Hitler-Balkon“: „Es ist essentiell, dass das Museum hier an diesem Ort bestehen bleibt, nicht nur wegen der historischen Bedeutung des Balkons, sondern wegen der Bedeutung des gesamten Platzes.“ Foto: eSeL.at – Joanna Pianka

Das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) kann mit wahren Erfolgszahlen nach dem ersten Jahr aufwarten:

Programmvielfalt und reichhaltiges Vermittlungsangebot wirken und ziehen nationales wie internationales Publikum an. „Aufbruch ins Ungewisse – Österreich seit 1918“ wird zur Dauerausstellung und ist mit wechselnden Themenschwerpunkten zu sehen, die neue Ausstellung „Nicht mehr verschüttet. Jüdisch-österreichische Geschichte in der Wiener Malzgasse“ hat soeben eröffnet.

Das Haus der Geschichte Österreich feiert seinen ersten Geburtstag mit sechsstelligen Besucherzahlen:116.159 Menschen besuchten bislang das Zeitgeschichte-Museum in der Neuen Burg. 80.685 nationale Besucherinnen und Besucher, 23.353 davon aus den Bundesländern, kommen ins Haus. Ein besonderer Fokus liegt auf Vermittlungskonzepten für Jugendliche, die 15,12 Prozent der BesucherInnen darstellen. Für sie bietet das hdgö durchschnittlich 20 Workshops pro Monat an, die von 5.987 Jugendlichen besucht wurden. Rund 29 Prozent der Gäste, nämlich 33.689, kommen nicht aus Österreich, 17,73 Prozent aus der EU.

„Jahr eins des neuesten Museums des Bundes liegt hinter uns. Mit einer breit angelegten Hauptausstellung und viel Vermittlung haben wir den Beweis angetreten, dass Österreich ein Museum für seine jüngste Geschichte braucht. Mit sechsstelligen Besucherzahlen in zwölf Monaten ist uns das gelungen!“, sagt hdgö-Direktorin Monika Sommer. „Die hohe Resonanz auch von internationaler Seite zeigt, dass unser modernes Konzept grenzüberschreitend Maßstäbe setzt. Der Standort Heldenplatz ist zudem ideal, um auch ausländischen Gästen zu zeigen: Österreich ist mehr, als Sisi und Mozartkugeln.“

Unter den hochrangigen Gratulanten fand sich auch Nobelpreisträger Eric Kandel, der zu seinem 90. Geburtstag das Museum besuchte und dessen erstes Jubiläum mitfeierte. Seine Eindrücke fasste er im Gästebuch zusammen: „Ein großartiges Museum! Die Neue Burg ist ideal für die Mission des Hauses – aber es braucht viel mehr Platz.“ Seine Frau Denise Kandel lobte besonders die „Kombination von historischen Informationen mit den vielen technischen Innovationen“.

Anziehungspunkte für die Interessierten sind das vielfältige Führungsangebot (bislang 926 Führungen inkl. Workshops), das Eventprogramm (57 Veranstaltungen) und besondere Tage im hdgö. Am Nationalfeiertag konnte das Museum mit dem Highlight der Ostarrichi-Urkunde mehr als 2.700 BesucherInnen bei freiem Eintritt verzeichnen.

„Geschichte, Gegenwart und Zukunft hängen eng miteinander zusammen. Wir wollen diese Verknüpfungen immer wieder aufzeigen und neu aufgreifen. Mein kleines Team und ich haben viel Herzblut, Know-how und Arbeit in ein facettenreiches Programm gesteckt. Dass dieses Angebot so gut angenommen wird, ist uns ein Ansporn, weiter voller Kraft das hdgö auf- und auszubauen“, sagt Direktorin Sommer.  Der Betrieb des Museums wird aktuell durch ein Team aus 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gewährleistet, darunter zwei wissenschaftliche MitarbeiterInnen und sechs VermittlerInnen.

12 Sponsoren und Partner unterstützen das hdgö und leisten einen wertvollen Beitrag.

„Besonders freut mich, dass das hdgö als neuen Partner die ÖBB gewinnen konnte. Gemeinsam werden wir einen Schwerpunkt auf die Kulturvermittlung für Lehrlinge legen“, so hdgö-Direktorin Monika Sommer.

Ausstellungen im Museum und in jeder Tasche

Bislang waren vier Spezialpräsentationen und vier Ausstellungen im hdgö zu sehen, die fünfte hat soeben eröffnet: „Nicht mehr verschüttet. Jüdisch-österreichische Geschichte in der Wiener Malzgasse 16 zeigt erstmals öffentlich Fundstücke des jüdischen Lebens vor 1938, die 2018 in bislang unbekannten, mit Abbruchmaterial gefüllten Kellerräumen gefunden wurden. Die Hauptausstellung des hdgö, „Aufbruch ins Ungewisse – Österreich seit 1918“ wird als Dauerausstellung fortgesetzt. Das Vermittlungsteam setzt wechselnde Themenschwerpunkte für Führungen und lädt Interessierte ein, immer wieder aufs Neue andere Perspektiven der österreichischen Zeitgeschichte zu entdecken.

Ein kuratorischer Schwerpunkt liegt auf dem Online-Angebot des hdgö. Mit zwei Web-Ausstellungen, digitalen Sammlungs-Aufrufen zu fünf Themen und einem Online-Lexikon mit 500 Einträgen zu wichtigen Stichworten der Zeitgeschichte haben Geschichtsinteressierte die hdgö-Angebote auch unterwegs immer dabei. Im ersten Jahr nützten rund 151.000 BesucherInnen die hdgö-Homepage und tätigten 532.410 Seitenaufrufe. Auch Online-Angebote für Lehrerinnen und Lehrer aller Schulstufen erfreuen sich großer Beliebtheit. Unter stehen zeitgemäß aufbereitete historische und gesellschaftspolitische Materialien für die Unterrichtsfächer Geschichte/Sozialkunde und Politische Bildung zur Verfügung.

Wir haben ein dicht gefülltes, erfolgreiches Auftaktjahr erlebt. Mit dem Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2019 bieten wir eine nächste gute Gelegenheit, bei freiem Eintritt unser Haus zu besuchen“, sagt Direktorin Monika Sommer.Nach nur 18 Monaten Aufbauzeit ist es uns gelungen, anlässlich der 100. Wiederkehr der Ausrufung der Republik das Haus der Geschichte Österreich zu eröffnen. Ein solides Fundament ist gelegt, und unter der kommenden Regierung wird es klärende Rahmenbedingungen zum weiteren Aufbau des hdgö geben. Damit können wir auch den 75. Geburtstag der Zweiten Republik, der sich 2020 jährt, würdig begehen.“

Quelle: HdGÖ

Sämtliche Artikel und Eindrücke des ersten Jahres das HdGÖ betreffend finden Sie komprimiert bei uns bitte hier;

Das Haus der Geschichte Österreich ist das erste zeitgeschichtliche Museum der Republik. Zeitgemäß vermittelt und pointiert erzählt, lädt das neue Museum in der Hofburg zur Auseinandersetzung mit der ambivalenten österreichischen Geschichte ein. Ausgehend von der Gründung der demokratischen Republik 1918 werden gesellschaftliche Veränderungen und politische Bruchlinien thematisiert sowie Fragen gestellt, die damals wie heute Österreich und Europa bewegen. Als Diskussionsforum für ganz Österreich konzipiert, eröffnet das Museum mit vielfältigen Vermittlungsangeboten und einer innovativen Webplattform neue Perspektiven auf die Vergangenheit und Gegenwart Österreichs – mit Blick auf die Zukunft.

www.hdgoe.at

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